Der Vaterkomplex: Entstehung und Verhalten

von | 4. März 2014

Die Beziehung zum Vater spielt für die Entwicklung von Kindern eine große Rolle. Ein negatives Vaterbild kann einen Vaterkomplex zur Folge haben...

VaterkomplexAuch wenn die Rolle des Vaters für die kindliche Entwicklung lange Zeit unterschätzt wurde, steht heute fest, dass er ebenso Einfluss auf uns nimmt wie die Mutter. Wie sich unser Vater uns und der Mutter gegenüber verhält, was er fühlt, welche Träume und Sehnsüchte er hat, wie er sich für die Familie engagiert, prägt unser inneres Vaterbild. Manchmal ist das Bild, das wir von unserem Vater entwickeln, negativ. Ein Vaterkomplex kann entstehen und das bei Söhnen und Töchtern in unterschiedlicher Weise.

Vaterkomplex: Der Elektrakomplex

Carl Gustav Jung spricht vom Elektrakomplex, wenn es um den Vaterkomplex bei Frauen geht. Ihm zufolge drückt der Elektrakomplex die überstarke Bindung der Tochter an den Vater aus. Gleichzeitig tritt die Tochter der Mutter feindselig gegenüber. Die Tochter wurde durch die Männlichkeit des Vaters geprägt und das wirkt sich auf die Wahrnehmung von Männern im Allgemeinen aus. Sogar ihr Männersuchbild wird dadurch bestimmt. Der Sohn hingegen trägt das vom Vater vermittelte Männerbild in seinem Inneren und möchte ihm entweder nacheifern oder er lehnt dieses Männerbild aufgrund negativer Erfahrungen ab. Manchmal ist es auch eine Mischung aus beiden Aspekten.

Weitere Aspekte des Vaterkomplexes

Bei Frauen kann ein negativer Vaterkomplex entstehen, wenn die Tochter Papis absolute Prinzessin ist. Als erwachsene Frau erwartet sie, von allen Männern ebenso vergöttert zu werden. Sie ist überaus anspruchsvoll und fordernd, was potenzielle Partner abschreckt und Ehemänner in den finanziellen Ruin treiben kann. Manchmal wird die Mutter auch vom Vater verdrängt und er behandelt die Tochter wie eine Ersatzpartnerin. Der Vater präsentiert sich stolz mit seiner Tochter und diese möchte die Gunst des Vaters nicht verlieren. Die Tochter spürt, dass sie mit ihrem Charme Männerherzen für sich gewinnen kann und sie neigt als erwachsene Frau dazu, sich auf viele Flirts einzulassen, da ihr der eigene Partner im Alltag nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen kann. Wurde die Tochter im Gegenteil vom Vater entwertet, so wird sie sich immer wertlos fühlen. Sätze wie „Frauen gehören in die Küche“ prägen die Tochter und sie wird entweder versuchen, sich als wertvoll darzustellen oder sie fühlt sich bei sämtlichen negativen Erfahrungen in ihrer Wertlosigkeit bestätigt. Ein dominanter Vater oder ein Macho kann seine Tochter aber auch dazu bringen, ebenfalls nach Dominanz zu streben, um sich von dem niedrigen Frauenbild, das der Vater hat, zu distanzieren. Das bringt natürlich Probleme in einer Paarbeziehung mit sich. Es gibt auch ängstliche Väter, die kein Selbstwertgefühl haben und dieses will sich auch bei der Tochter nicht einstellen. Sie fühlt sich unattraktiv und traut sich kaum etwas zu. In einer Partnerschaft neigt sie dazu, sich zu viel gefallen zu lassen. Ist der Vater abwesend und fühlt sich die Tochter alleine gelassen, entwickelt sie ein Phantasiebild von ihrem Vater. Die Tochter sucht nach einem Partner, der diesem Phantasiebild entspricht und neigt dazu, sich in Vaterfiguren wie Führungspersönlichkeiten, Therapeuten oder Priester zu verlieben. Nicht selten ist sie dann nur die Geliebte und der Partner ist wieder ein abwesender Mann, den sie durch die rosarote Brille wahrnimmt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Vater gemacht und inwiefern hat Sie das geprägt? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Hier lesen Sie auch etwas über den Mutterkomplex

Foto: © Kzenon – Fotolia.com

    51 Kommentare

  1. Hermann Herbst schrieb:

    Mich interessiert, welche Spuren Väter bei Söhnen hinterlassen. Meinen habe ich kaum erlebt. Soldat. Und als ich 9 war, ist er gestorben. Einzige, nicht sichere, Erinnerung: Er hat mal meine Mutter geschlagen. – Ich verliebe mich ständig. Immer wieder neu. Das ist sehr störend.

  2. Natalie schrieb:

    Hallo ich heisse Natalie. Ich denke ich habe einen Vaterkomplex. Meine Eltern hatten sich getrennt seit klein auf. Ich hatte nie gros Kontakt mit meinem Vater. Er hat mir auch nie gratuliert zum Geburtstag oder eine Karte geschickt. Er hatte früher ein starkes Alkoholproblem und hat meine Mutter geschlagen. Somit war Sie gezwungen mit uns (mir und meiner älteren Schwester) abzuhauen als die Gelegenheit kam. Alle 3 Jahre oder so hat Sie ein Treffen vereinbart an einem öffentlichen Platz damit wir ihn sehen können. Irgendwann dann gar kein Kontakt mehr. mit 15 habe ich rausgefunden wo er wohnt. Einige Male stand ich vor diesem Wohnblock und habe an der Tür geklingelt doch er machte nie auf. Bis er eines Tages die Tür öffnete. Seine Reaktion war sehr komisch und sureal. Er bat mich und meinen damaligen Freund hinein und verschwand lange Zeit in der Küche zum Kaffee machen. Mich packte die Angst und ich rannte heraus. Hatte sowas wie eine Attacke und bekam keine Luft. Mein damaliger Freund hat mit ihm gesprochen und hinterliess meine Handynummer. Er hat mich jedoch nie angerufen oder geschrieben. Dann mit 18 spürte ich den Drang ihn richtig kennen zulernen. Also hat meine Mutter ein Treffen vereinbart. Er ist sehr einsam ich denke auch er hat immer noch ein Alkoholproblem. Er stellt keine Fragen und redet nur über sich selbst. Wir hielten 1 Jahr den Kontakt. Jedoch rief er mich nur an um über seine Probleme zu reden. Es intressierte ihn nicht wie es mir geht oder was sich in meinem Leben abspielt. Er hat mich oftmals vergessen oder versetzt wenn wir abgemacht haben. Eines Tages als er mich wieder vergessen hatte und wir uns dann doch noch trafen, nahm ich meinen Mut zusammen. Ich fragte ihn was das soll. Wiso er meine Mutter geschlagen hat wiso er sich nie gemeldet hat. Seine Ausreden machten mich so wütend das ich aufstand und ging mit Tränen in den Augen. Es hat mich auch sehr verletzt wie er über meine Mutter spach, er meinte das sie es verdient hat geschlagen zu werden. Das alles ihre Schuld sei und sie den Kontakt verboten hätte und sie einfach nur ein Junky sei.. (Sie war früher mal Heroinsüchtig). Meine Mutter hatte viele Beziehungen. Das heisst ich bin in meiner Kindheit oft umgezogen zum neuen Freund der Mutter. Bei der Trennung wieder zum nächsten Typen. Ich habe Schwirigkeiten eine Beziehung einzugehen mit einem Mann. Ich will jetzt nicht arrogant klingen aber ich hätte einige Intressenten.. Jedoch verlieb ich mich einfach nicht. Es ist eher so das ich zu einer Beziehung überredet werde. Man denkt sich ja nun bin ich schon 4 Jahre single also gut dann versuche ich es einfach mal und auch weil es ein sehr netter guter Typ wäre und er so intressiert ist. Jedoch nach 2 Monaten merke ich wie mir die Gefühle fehlen und auch am Sex kein Spass mehr empfinde. Hab dann ganz dringend den Drang das zu beenden von Tag zu Tag und tuh es dann auch. Viele Fragen mich dann wiso ich Schluss gemacht hätte oder was der Grund ist und ich weiss es manchmal wirklich nicht es fehlen mir einfach die Gefühle. Mir fällt es auch sehr schwer mich zu öffnen. Am meisten hingezogen fühle ich mich zu Männern die sehr kalt zu mir sind. Wo es für mich eine Herausforderung ist an sie heranzukommen. Schon komisch.. Weiss nicht was dagegen machen. Habe deshalb auch eher Sex-Beziehungen zu Männern als eine richtige Beziehung obwohl ich das meistens auch nicht so richtig geniessen kann. Mir wurde mal vorgeworfen ich sei unfähig zu lieben. Mittlerweile denke ich das auch… Mit meinem Vater habe ich nun schon 4-5 Jahre gar keinen Kontakt mehr und bin jetzt 23. Er hat 2 mal angerufen und als ich ran ging gleich aufgelegt. Hab ihm 2 mal versucht zurück zurufen jedoch nichts… das war das letzte das ich von ihm hörte.. Ich werde immer sehr wütend wenn ich sehe das er online ist oder meinen Status im Facebook angesehen hat oder wieder ein Geburtstag ansteht ohne einen Anruf von ihm. Verstehe manchmal nicht wie egal ich ihm sein muss. Wie egal ihm seine eigene Tochter ist.

    • match-patch schrieb:

      Liebe Natalie,

      vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte. Da so wenig Kontakt zwischen dir und deinem Vater bestand (Treffen alle paar Jahre) und dein Vater selbst sehr problembelastet scheint, konnte sich keine richtige Beziehung und Bindung zwischen euch entwickeln. Manche Väter leiden auch so sehr unter seltenem oder durch die Mutter verhindertem Kontakt zu ihren Kindern, dass sie dann eine Art Schutzmauer aufbauen und eben von sich aus gar keinen Kontakt mehr wollen, weil es ihnen zu sehr weh tut. Aber natürlich gabst du ihm später die Gelegenheit, mit dir eine Beziehung aufzubauen. Und ja, unsere Kindheitserfahrungen beeinflussen unser Bindungs- und Beziehungsverhalten, dazu haben wir hier einen interessanten Artikel. Einen weiteren Artikel empfehlen wir dir zum Thema passive und aktive Bindungsangst. Vielleicht solltest du mal überlegen, welche Art Mann (Charakter, Aussehen) du dir an deiner Seite vorstellen könntest. Was versprichst du dir von den unerreichbaren Männern, wie stellst du dir deren Charakter vor? Wie sollen sie dich behandeln? Wenn du dir unerreichbare Männer wünschst, die dich dann auch in der Beziehung immer wieder nach Zuwendung lechzen lassen, hast du sehr wahrscheinlich ein ungesundes Beziehungsverhalten. Hierzu lies gerne auch unseren Artikel über Beziehungsangst. Vielleicht hilft es dir, das Ganze mal mit einem Therapeuten aufzuarbeiten. Was deinen Vater anbelangt, nimm es nicht persönlich. Denn im Endeffekt kennt er dich gar nicht, weiß nicht, wer du wirklich bist und deshalb hat es etwas mit ihm zu tun und nicht wirklich mit dir als Person. Dein Vater wurde ebenfalls durch seine Kindheit geprägt. Vielleicht hatte auch er einen gewalttätigen Vater und nicht die Liebe erhalten, nach der er sich sehnte. Und nun kann er deshalb genauso wenig geben. Seine persönlichen Probleme könnten ihn in die Alkoholabhängigkeit getrieben haben und das ist eine ernsthafte Krankheit, die sein (Gefühls-)Leben beherrscht.
      Es ist gut, dass du schon viel für dich reflektiert hast, vielleicht suchst du dir ja noch einen passenden Therapeuten/Berater, damit du mehr Liebe empfangen und geben lernst.

      Wir wünschen dir alles Gute und danken dir nochmals für deine Geschichte.
      Dein Match-Patch Team

  3. laura schrieb:

    Hallo,
    Mein name ist laura ich habe das gefühl ein váter komplex oder minderheits komplex oder nämlich zu haben. Ich bin nicht mit meinem váter aufgewachsen er ist vor meiner geburt ausgegeben. Da er immer nur mit anderen frauen abgehauen ist und im knast war wegen vergewaltigung von minderjährigen. Meine kinderheim war ätzend. Mein váter war nie für mich da und ich war nur mit meiner mutter und meinen geschwistern. Mein váter wollte nie kontakt zu mir auf nehmen und hat immer gesagt ich bin nicht seine tochter da seine tochter nie so hässlich sein kann. Ich wusste nie wie es ist einen váter zu haben und das kam dazu das immer diese eine lücke war die nichts und niemand füllen konnte. Mein váter hat sich nie für mich interessiert und hat noch nie in meinem leben unterhalt bezahlt. Nun bin ich fast 16 jahre alt und mein leben ist eine katastrophe. Mein váter hat angefangen mit mir kontakt auf zu nehmen als ich 9 jahre alt war. Ich aber hatte immer ein negatives bild vom ihm da er nie für mich da war also für mich war er nie ein váter weil ich ihn garnicht kannte. Aber trotzdem hab ich dann angefangen kontakt zu ihm auf zu bauen weil ich ihn einfach mal kennen lernen wollte. Doch um mein vaterbild gut zu machen hat er mich immer mit geld klamotten Spielzeug handy und sonstiges beschenkt das aber hat dazu geführt das ich ihn angefangen hab zu mögen und ihn als váter akzeptieren. Als ich dann immer wieder da hin gegangen bin hat er mir immer wieder gesagt ich bin seine prinzessin und er mag mich mehr als meine geschwister normaler weise sollte man sich doch über sowas freuen aber nein ich nicht das war alles sehr komisch für mich und ich war erst 9. Als ich dann immer wieder dort war hat er angefangen mich zu streicheln und anzumachen ich hab ihm immer gesagt ich möchte das nicht aber er hat nicht auf gehört, für ihn war ich immer nur eine ersatz partnerin und keine tochter. Irgentwann ging es immer weiter und irgentwann hat er mich dann mit 10 jahren vergewaltigt. Es war so schlimm für mich aber ich habe mich nie getraut irgent jemanden das zu erzählen aber er meinte immer das der mein váter ist und das jeder váter so was macht und es nichts schlimmes ist. Aber nach 3 jahren hat es angefangen schwer für mich zu werden ich wurde von meiner mutter vernachlässigt weil sie einen neuen mann hatte. Ich hab mich garnicht gut mit ihm verstanden weil er mich immer geschlagen hatte und genau dann kam alles wieder mit meinem váter hoch. Seit diésem zeitpunkt hat mein leben sich komplett verändert ich wurde depressiv hab angefangen viele mängen alkohol zu trinken bin fast an einer alkohol vergiftung gestorben und keinen hat es interessiert ich wurde schon immer vernachlässigt und ich hatte noch nie das gefühl von eltern liebe ich würde immer vernachlässigt bin dann mit 14 zu meinem freund gezogen weil seine mutter einfach mir viel mehr liebe geschenkt wie meine mutter oder váter. Doch dann hab ich denn neuen mann von der mutter kennengelernt und ich angefangen das gefühl zu bekommen meinen váter gefunden zu haben ich war für ihn auch immer eine tochter doch dann hab ich angefangen mich in ihn zu verlieben und dann hat er die gleiche sache mit mir gemacht wie mein váter. Deshalb Will ich niemehr einen váter haben. Nun bin ich fast 16 und habe vor einem jahr denn ex freund der mutter meines freundes kennengelernt er ist so lieb erst waren wir nur freunde er hat mit mir sport gemacht wir haben öfters alle was unternommen er war einfach die ganze zeit ein toller mensch doch dann hab ich angefangen vor einem monat mich in ihn zu verlieben und er sich auch in mich. Aber er ist nicht der mensch der mich vergewaltigen will oder so er hat sich in mich verliebt weil er auch sehr viel durch gemacht hat in seine leben und wir bei uns einfach gegen seitig verstehen er hilft mir immer und hat immer ein ohr für mich. Nun wohnen wir sehr weit weg weil ich vor paar monaten nach spanien gezogen bin und die entfernung ist echt schwierig doch das wss noch schwieriger ist er ist 36 und ich 16. Aber für uns ist es egal wegen dem alter. Ich muss unbedingt eine terapie machen sonst werde ich von dem minderheits kompkex váter komplex und der schlimmen vorgeschichte nie raus kommen

    • match-patch schrieb:

      Liebe Laura,

      vielen Dank, dass du deine traurige Geschichte mit uns teilst. Das, was du durchmachen musstest, ist schrecklich und hätte dich beinahe zerstört. Es ist schön, dass du einen Menschen gefunden hast, der dich versteht, unterstützt und dir Liebe schenkt. Was den Altersunterschied anbelangt, ist es doch eure Entscheidung, in die euch keiner reinreden kann. Wenn es sich für dich richtig anfühlt und er dir gut tut, dann genieße es.
      ABER: Du hast es schon selbst erkannt, du solltest unbedingt eine Therapie machen, sonst lassen dich die Geister womöglich nie los und eine Beziehung kann ungesunde Züge annehmen.
      Vielleicht stellst du das für dich an erste Stelle, dass du deine Vergangenheit aufarbeitest, für dich, damit du ein glücklicheres Leben führen kannst, ob mit oder ohne Partner.

      Wir wünschen dir alles erdenkliche Gute!
      Dein Match-Patch Team

  4. Karina schrieb:

    Hallo, ich bin Karina. Mein Vater hatte immer nur wenig Zeit für uns. Wenn er zu Hause war, war er eher der Kumpel, mit dem man Blödsinn machen konnte, aber bei ihm konnte man sich nicht geborgen fühlen, oder man bekam nur Kritik oder Druck. Meine Mutter ist krank und hat ein geringes Selbstwertgefühl. Ich glaube, die beiden leiden bis heute darunter, was sie im Krieg erlebt haben.
    Auf mich hatte das ganze die Auswirkung, dass ich bereits in jungen Jahren auf einen älteren, verheirateten Mann hereingefallen bin, und deshalb jahrelang Schuldgefühle hatte. Dann kamen die Pastöre, zu denen ich gelaufen bin und schließlich vor drei Jahren ein Physiotherapeut, der wohl gewohnheitsmässig Frauen angemacht hat. Von dem fühlte ich mich umsorgt, hab ihm alles mögliche von mir erzählt, und bin dann gnadenlos erniedrigt und verletzt worden. Darüber bin ich bis heute nicht hinweg.
    Jetzt bin ich 50 Jahre alt, und habe es satt, mir Ersatzväter zu suchen. Ich möchte ohne Vater leben. Meinem echten Vater mache ich keine Vorwürfe, er ist alt und krank, und das würde ja auch nichts mehr ändern.
    Es ist schön, das mal loszuwerden!

  5. Lu schrieb:

    Ich vermute mal, dass ich einen Vaterkomplex habe. ich bin jetzt 17 und mein Vater war quasi nie für mich da. Wenn dann mal doch, wurde Ich runtergemacht, kritisiert usw. Andererseits hat er mir alles mögliche gekauft, und dachte, das würde die Liebevolle Erziehung ausmachen. ( Er ist übrigens ein Narzisst und verhält sich schon immer passiv-aggressiv) So weit ich zurück denken kann, habe ich einen Minderwertigkeitskomplex, und ebenfalls Depressionen, und Ich denke, dass er da einen Ordentlichen Teil zu beigetragen hat, und es immernoch tut.

  6. Lora schrieb:

    Hallo,

    ich glaube, ich habe auch einen Vater Komplex. Es gab Phasen in denen er nicht da war und wenn ich ihn dann mal erlebt habe, hat er entweder den Clown gegeben oder er war relativ streng. Ich habe auch viele aggressive Streitigkeiten zwischen meinen Eltern mitbekommen, im Gegenzug haben sie aber Zärtlichkeiten in meiner Gegenwart vermieden. Mein Vater ist ein Perfektionist und irgendwann hat es angefangen, dass er kein gutes Haar mehr an mir gelassen hat. Alles hat er kritisiert, ich konnte ihm nichts recht machen. Auch auf meine Grenzen, Gefühle und Bedürfnisse hat er keine Rücksicht genommen. Ich hab mich von ihm total ungeliebt gefühlt. Manchmal frage ich mich heute noch, was ich ihm eigentlich getan habe. Ich hab mich schon sehr früh auch immer wieder in unerreichbare Personen verliebt (den Lehrer, Napoleon Bonapart, Heyden), aber ich war in meiner Jugend auch permanent verknallt und hoffte, dass meine Liebe erwidert würde. Ablehnung kann ich bis heute nicht gut vertragen. Und ich glaube das ein sexuelle Missbrauch durch einen Azubi auch nur dadurch entstehen konnte, dass ich die ersten harmlosen Berührungen, nach denen ich mich immer so gesehnt habe, falsch verstanden habe. Bis heute fehlt mir die Nähe, mein Selbstwertgefühl leidet darunter (wie soll mich ein Mann lieben, wenn mich mein eigener Vater nicht mal liebenswert fand) und ich verknalle mich immer noch in ältere unerreichbare Männer, wobei die Grenzen zur Sexualität verschwimmen, dabei suche ich nur einen Vaterersatz, denn mit meinem Ehemann bin ich ja glücklich. Total Gefühlschaos!

  7. Michael schrieb:

    Wie kann man eine Frau mit Vaterkomplex verführen?

  8. Tanja schrieb:

    Hallo zusamman
    Ich bin 26 und habe erst vor ca. 1 monat realisiert dass ich einen vaterkomplex habe. Mein vater ist der liebste mensch auf erden und würde nie jemandem was antun, aber trotzdem war er auch sehr egoistisch und dumm. Ich spühre dass er mich lieber halt als meine jüngere schwester aber ich kann ihm diese liebe nicht erwidern denn seit ich mich an meine vater erinnern kann war er eine enttäuschung… er hat immer nur den mann gespielt aber war nie einer. Wegen seiner langjährigen spielsucht hatte meine mutter jahrelamg damit verbracht die schulden abzubezahlen und wie ein sklave tag und nacht zu arbeiten. Nicht nur die spielsucht, sondern auch seine faulheit war sehr schlimm. Er will nicht arbeiten und wenn er mal einen job hat dann geht er hin wann er möchte, er hat kein pflichtbewusstsein… null… ich konnte mich noch NIE auf meinen vater verlassen. Meine mutter hat ihn nie verlassen da sie angst hatte er würde auf der strasse landen und sie einfach zu lieb war. Ich weiss nicht ob das unsere probleme mit ihm gelöst hätten aber ich kann und weiss nicht wie ich das lösen kann mit ihm? Ich hätte ihn akzeptiert wenn er zumindest im haushalt helfen würde aber er sitzt lieber den ganzen tag vor dem fernseher oder computer rum und verbringt sein leben lieber so. In meinem Wörterbuch steht neben vater, einfach nur eine grosse enttäuschung.

    Könnt ihr mir helfen? Wie löse ich das problem mit ihm? Ich lebe noch zuhause aber spreche seit einem halben jahr kein wort mit ihm.

    Grüsse Tanja

  9. Onyxa schrieb:

    Hallo 🙂
    Nun, ich bin relativ gesehen noch sehr jung mit meinen 14 Jahren, jedoch habe ich das Gefühl einen Vaterkomplex zu besitzen jetzt schon. Meine Kindheit war eigentlich ziemlich kacke, jeden Abend streiterein die ich mitgehört habe, dauerhaft von meinem Vater runtergemacht (besonders wenn ich mal “keine Manieren hatte”, d.h. als 4 Jährige meinen Ellbogen auf dem Tisch abzusetzen währen des Essens), nur um dann wieder von ihm wie eine Prinzessin behandelt zu werden. Als sich meine Eltern dann endgültig geschieden haben, wurde alles noch schlimmer, ich wurde dauernd zwischen den Seiten rumgeschoben usw.
    Als ich dann mit 11 angefangen habe meine Essstörung zu entwickeln und Depressionen zu bekommen, wurde es teils noch schlimmer. Dann vor so ziemlich genau einem Jahr wurde ich in die Psychatrie eingewiesen. Mein Vater hat in der Zeit in der ich da war einen Besuchsverbot bekommen da er schlechter Umgang für mich wäre, was ihn dazu verleitet hat meine Mutter zu verklagen. Als ich dann im Sommer aus der Klapse raus war, durfte ich dann bei der Polizei aussagen, was mein Vater und meine Mutter betrifft. Ein paar Monate später schreibt mir mein Vater dann dass ich “ihn nicht verdient hätte” da ich ja eine Lügnerin bin und solchen Schwachsinn befindet Komissarin ausgesagt habe. Damit hat er den Kontakt bis heute abgebrochen. Seitdem bin ich praktisch dauerhaft Suizid gefährdet und werde wahrscheinlich nächste Woche eingewiesen… Nun meine Frage an diejenigen die das hier noch lesen; ich vermisse meinen Vater so unverschämt arg, und ich will unbedingt mit ihm reden, ich weiß aber dass er mich runtermachen wird und meine Mutter beleidigen wird usw. was mich weiterhin runterzieht. Ich habe keine Ahnung was ich machen soll. Und ja ich weiß dass man mit Leuten die einem nahe sind darüber reden sollte, jedoch habe ich keinen dem ich vertraue, ich hab ja nicht mal vertrauen in meinem Therapeuten…

    • match-patch schrieb:

      Liebe Onyxa,
      du hast sehr viel Schuld auf dich geladen, dabei ist es umgekehrt: dein Vater hat dich nicht verdient. Er hatte es nie und wird es auch nie haben: das nötige Einfühlungsvermögen und Feingefühl sowie die nötige Rücksicht (wahrscheinlich allen Menschen gegenüber) und es fehlt ihm an Einsicht und Verständnis für das, was mit dir passiert ist (woran er auch noch maßgeblich Schuld trägt), weil er eben auch keinen Fehler in seinem Verhalten finden kann. Bitte mache dir bewusst, dass in dir ein tolles Mädchen steckt, das geliebt werden möchte und die erste Person, die diesen Wunsch nach Liebe erfüllen kann, bist du selbst -> Selbstliebe ist der Weg. Mache dir bewusst, dass du deinen Vater nicht brauchst, stelle dir vielleicht mal vor, er wäre tot. Dann müsstest du auch darüber hinwegkommen. Wenn es so sein soll, werdet ihr auch wieder zusammen finden, aber es ist vielleicht gar nicht so verkehrt, erst einmal Abstand zu gewinnen. Wir wünschen dir viel Kraft und alles Gute.
      Dein match-patch Team

    • Michael schrieb:

      Liebe Onyxa!
      Ich habe dein Text gelesen und es hat mich sehr berrührt. Die Eltern spielen eine prägende Rolle und haben großen Einfluss. Onyxa ich glaube du bist ein wunderbares Mädchen und mit einer tollen Seele. Ich wünsche dir, dass du all das negative was über deine Seele ausgesprochen hast abschütteln wirst und deinen Weg für dein Leben findest. Manchmal braucht man Abstand von seinen Eltern um sich zu schützen. Du sollst Leben und eine glückliche Zukunft haben. Gesund sein im Denken und in der Seele. Du bist jung und musst schon viele Endscheidungen treffen sei stark und mutig gib die Hoffnung niemals auf. Lies gute Bücher. Die Psalme von David kann ich dir empfehlen. Ich kenn dich nicht, aber ich will dir zusagen, dass du wunderschön bist. Ich glaube das muss jedes Mädchen hören. Du bist gut so wie du bist. Mach Sachen die die Spaß machen du hast eine gut Zukunft vor dir.
      Liebe Grüße
      Michael

    • Sunny schrieb:

      Liebe Onyxa,

      Wie meine Vorredner schon sagten, gibst du dir selber die Schuld, obwohl diese eindeutig bei deinen Eltern liegt. Also dass du deinen Vater nicht verdient hättest, ist totaler Quatsch. Er hat dich nicht verdient. Und er hat dich gezeugt. Da kannst du am wenigsten für.
      Dein Vater projiziert ein Bild auf dich, dem kein normales Kind entsprechen kann. Und dass deine Eltern ihren Rosenkrieg auf deinem Rücken ausführen, ist auch NICHT deine Schuld.
      Leider musst du lernen, dass deine Eltern nicht deinem Fantasiebild entsprechen. Und du musst verstehen, dass du KEINERLEI Schuld trägst. Du bist gerade mal 14. Versuche dich auf dich selbst zu konzentrieren. Du sagst, du vermisst deinen Vater, aber hast Angst vor ihm. Du versuchst ihn zu idealisieren, aber in diesea Bild wird er nie reinpassen. Er behandelt dich, als wärst du erwachsen und von einem Storch gebracht worden.
      Er hat dich gezeugt und beide haben dich erzogen. Du befndest dich momentan in einer Zeit der stärksten Persönlichkeitsbildung (mit ca. 20 noch mal, für ältere kann ich nicht sprechen…) und musst nun lernen, dass du viel mehr Respekt und Achtung verdient hast, als manch einer dir zukommen lassen mag. Das wird ein langer Weg und es gibt keine eindeutige Ziellinie. Deine Essstörung ist der Versuch dem pefekten Bild einer Elitesoldatin zu entsprechen, das dein Vater dir seit deiner Kindheit aufdrückt. Du hast ein zerstörtes Selbstbild. Aber du kannst dir wieder eines aufbauen. Nur müsstest du dafür die Anforderungen und Wünsche an deinen Vater loslassen.
      Ich wünsche dir viel Glück.
      Der Weg ist das Ziel, denk daran.

    • Renix schrieb:

      Hey ich finds schlimm wie es dir ergangen ist es tut mir sehr leid aber ich würde warten bis sich dein eigener zustand verbessert hat und dann würde ich versuchen wieder kontakt aufzunehmen ich habe pers. auch nie einen richtigen Vater gehabt

  10. Dea schrieb:

    Hallo,
    mein Vater war immer abwesend, hatte kaum Interesse. Als sich meine Eltern sich scheiden ließen, brach ich den Kontakt ab. Es fehlte mir nie etwas. Bis ich jetzt, wo ich die Auswirkungen meines Vaterkomplexes zu spüren bekomme. Ich habe etwas mit einem älteren in einer Führungsposition angefangen. Meine Faszination galt allem, was er wusste, konnte und wozu er fähig war. Ich schaue zu ihm auf. Allerdings, in dem Moment, wo er mir klar zeigte, dass er nicht an mehr als dem Körperlichen interessiert war, verliebte ich mich. Wahrscheinlich genau aus dem Grund, dass es auf einmal unrealistisch wurde. Oder könnte dahinter etwas anderes stecken? Wie werde ich diesen Fluch los? Ich mache mir leider weiterhin Hoffnungen.

    • match-patch schrieb:

      Liebe Dea,
      es geht vielen so, dass sie genau das haben möchten, was sie nicht bekommen können. Es macht den besonderen Reiz aus und Männern sagt man ja auch einen Jagdinstinkt nach, weshalb Frauen gut daran tun, das männliche Begehren zu fördern. Auf einen Mann zu hoffen, der nur Sex haben möchte, macht natürlich wenig Sinn. Frauen, die öfters in die Rolle einer Geliebten fallen, sollten sich unseren Artikel Immer nur Geliebte durchlesen. Unser Artikel Problematische Beziehungsmuster könnte für dich ebenfalls hilfreich sein.

      Alles Gute
      Dein match-patch Team

  11. Blanka schrieb:

    Ich erlebte als Mutter(58) die Problematik eine mit diesem Komplex behaftete Tochter(38) zu haben.
    Nach dem Tod des Vaters habe ich erst richtig gemerkt wie sehr sie mich hasst. Darauf angesprochen hat sie es nicht abgestritten. Seither verkehren wir höchstens noch über unsere Rechtsanwälte miteinander. Sie versucht mir Schaden zuzufügen wo immer sie kann.
    Sie hat ihren Vater stets vergöttert. Mit Anfang 20 sagte sie einmal: ich werde niemals einen Mann
    finden wie meinen Vater. Viele Jahre lang war ich oft der Verzweiflung nah, weil ich ihre Ablehnung kaum ertragen konnte. Ich habe lange gebraucht bis ich gemerkt habe, dass es gar nicht meine Schuld ist, dass sie mich so hasst.

  12. Maese schrieb:

    Hallo 🙂
    Ich hab mir hier das nur mal durchgelesen,weil ich die Definition von einem Vaterkomplex wissen wollte.. Die Kommentare hier sind teilweise wirklich traurig und deshalb wollte ich einfach auch meine Geschichte erzählen:
    Ich bin Messe, 24 Jahre alt und wuchs bei meinem Vater und meinem drei älteren Brüder auf, da meine Mutter früh verstarb. Mein Vater war immer fair zu uns Kinder, behandelte mich aber natürlich trotzdem wie eine kleine Prinzessin… Meine Kindheit war schön… Heute bin ich mit meinem Freund, der schon 40 Jahre alt ist, seit zwei Jahren glücklich zusammen. Ich bin nicht nur seine Geliebte, sondern wirklich seine Freundin und er behandelt mich wie es eine Frau verdient hat… Er ist sehr freundlich und lieb, außer beim Sex.. Da ist er sehr dominant, was ich aber auch genau so möchte. Es läuft prima zwischen uns… Niemand, der uns wichtig ist, hat ein Problem mit unserer Beziehung.
    Was ich eigentlich mit meiner Geschichte sagen will, einen “Vaterkomplex” zu haben, ist nicht immer schlimm… Ich kann mir zwar niemals vorstellen, etwas mit einem Jungen in meinem Alter anzufangen, aber das ist doch nichts negatives, oder ? Es muss nicht nur schlechtes dabei raus kommen..

  13. Luisa schrieb:

    Ich kann mich zu 100% in dem Teil wieder finden mit der Prinzessin. Was das ganze aber schlimmer macht, ist dass das irgendwann einfach aufgehört hat. Als ich klein war, war ich Papas absolute Prinzessin, wenn es Streit mit meinem zwei Jahre älteren Bruder gab, war Mama immer auf seiner Seite und Papa auf meiner. Von meiner Mutter habe ich mich schon immer ungerecht behandelt gefühlt, sie reagiert auf Konflikte immer sehr unsachlich, macht aus einer Mücke einen Elefanten und arbeitet in keinster Weise konstruktiv an einer Lösung sondern will lediglich andere (mich) terrorisieren. Zwischendurch ist sie dann wieder sehr lieb, was eine Weile gut geht und dann sind wir “beste Freundinnen”, doch gibt es eine kleine Sache, die ihr wieder nicht passt, flippt sie komplett aus und macht ein Drama (diese Unbeständigkeit ist glaube ich an schlimmsten für mich). Papa war immer der einzige, der einigermaßen objektiv/rational geblieben ist und ihr zwischendurch mal gesagt hat, dass sie unfair ist. Mit den Jahren hat sich dies leider stark geändert und meine Beziehung zu meinem Vater hängt zu 100% von meiner Beziehung zu meiner Mutter ab. Dadurch habe ich noch negativere Gefühle gegenüber ihr, da es mir so erscheint, als würde sie ihn gegen mich aufbringen wollen. Mich macht es einfach fertig und ich verstehe die Welt nicht mehr: Was ist los, warum hat Papa mich nicht mehr lieb so wie früher? Ich bin jetzt 16 und fühle mich prinzipiell nur zu älteren Männern hingezogen. Es ist aber nicht einmal so als hätte ich erotisches Interesse an ihnen, ich wünsche mir einfach ihre Fürsorge oder ihre Aufmerksamkeit und ich würde mich gerne einfach an diese Personen ankuscheln und mich geborgen fühlen, mehr nicht. Ein Mann muss nicht mal sonderlich gut aussehen, damit ich für ihn “schwärme”, er muss lediglich eine Art Vaterfigur darstellen, indem er älter ist oder in irgendeiner Weise höhergestellt (Lehrer, Chef, irgendwie kompetente Person oder so). Neulich hat mir auf einem Berufsfindungsmarkt ein Mann so eine komplizierte Maschine erklärt und er hat das so süß und geduldig getan, dass ich sofort wieder dieses schöne Gefühl von Wärme und Geborgenheit hatte, so wie man sich als Tochter wünschen würde, dass der Vater so zu einem ist. Oder ein Lehrer, der streng ist aber gleichzeitig auch irgendwie wohlwollend und einem zwar gewisse Regeln vorgibt, deren Überschreitung sanktioniert wird weil es nun einmal für alle so gilt, aber auch zeigt “hey, dich als Mensch mag ich gerne, es geht nicht um deine Persönlichkeit”, beispielsweise indem er einen tadelt aber wenn man sich entschuldigt dann auch wieder lieb lächelt, da schmelze ich dann sofort dahin. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich sehe recht gut aus und ich merke auch, dass ich mit meinem Charme ein bisschen spielen kann und mich viele dieser Männer auch irgendwie zu mögen scheinen, aber ich frage mich warum ich deren Aufmerksamkeit so nötig habe. Dazu kommt, dass ich seit 8 Monaten mit einem Jungen aus meiner Nachbarklasse zusammen bin und immer wenn wir miteinander schlafen ist es für mich eher eine “Pflichterfüllung”. Ich denke auch nie an ihn sondern immer an ältere Männer. Hängt das mit meinem Papa zusammen? Bin total verzweifelt 🙁

    • match-patch schrieb:

      Liebe Luisa,
      für viele Teenager gestaltet sich das Verhältnis zu den Eltern schwierig, das gegenseitige Verständnis ist in dieser Abnabelungsphase oft nicht gegeben. Mit deiner Mutter scheint es ja zudem schon immer Spannungen zu geben. Aber vielleicht wäre es ein guter Schritt, deinem Papa mitzuteilen, dass er dir fehlt, dass du die schöne Beziehung vermisst? Lass ihn wissen, wie er wieder mehr für dich da sein kann. Was den Jungen aus der Nachbarklasse anbelangt…Sex sollte Spaß machen, in jedem Alter. Dies als “Pflichterfüllung” zu bezeichnen, ist mehr als Alarmzeichen, die Beziehung zu beenden und gegebenenfalls in ein freundschaftliches Verhältnis umzuwandeln. Denn sexuelle Anziehung und Verlangen gehören zu einer Liebesbeziehung dazu. Letztendlich ist es auch nicht schlimm, auf ältere und reifere Männer zu stehen. In deinem Alter sammeln die meisten ohnehin erst einmal Erfahrungen mit verschiedenen Partnern um zu wissen, was für ein Partner zu einem passt und was für eine Beziehung man führen möchte. Da zählen negative Erfahrungen zwangsläufig auch dazu.
      Alles Gute
      Dein match-patch Team (PS. wir sind keine Psychologen)

  14. Madl schrieb:

    Bei mir stimmen alle Anzeichen. Ich verliebe mich oft in Führugspesonen die wesentlich älter sind. Ich habe Gefühle zu meinem Betreuer. Ich bin 28, er 52.
    Wir kennen uns ewig. Haben schon so einiges erlebt.

    Mein Vater hat mich mit 4 Jahren verlassen. Er fehlte mir nie, aber seitdem wir uns vor 6 Jahren wieder gefunden haben, fehlt er mir plötzlich. Er wohnt im Ausland, wir schreiben jede Woche. Mein Betreuer sieht gut aus, ist nett, lustig. Ich finde junge Männer gar nicht sexy, er muss ab 40 sein. Jetzt wo ich den Bericht gelesen habe, glaub ich, dass ich einen Vaterkomplex habe, oder?

    • Lea schrieb:

      Ich glaube schon, dass du einen Vaterkomplex hast. Deine Situation erinnert mich sehr an meine. Mit allem, was du schreibst, kann ich mich irgendwie identifizieren, nur, dass ich erst 17 bin. Mein Vater hat mich verlassen, als ich 3 war und ich hab ihn auch lange nicht vermisst. Seit ca. 1 Jahr ist es sehr schlimm, ich vermisse ihn sehr. Es hat mich gefreut zu hören, dass du nach so langer Zeit wieder Kontakt zu deinem Vater hast. Hat Er den Schritt gemacht oder du? Das würde mich interessieren.

  15. tarika schrieb:

    Ich weiß nicht ob ich wirklich ganz in eine Kategorie passe. Mittlerweile bin ich 17 und meine eltern sind seit 4 jahren getrennt/geschieden aber auch schon davor bin ich so ziemlich ohne vater aufgewachsen weil er es nicht als seine Aufgabe sah sich um seine kinder zu kümmern. Es hat ihn nie wirklich IInteressiert wie es meiner mutter oder uns drei kindern geht. Ich als jüngste habe gefühlt am meisten darunter gelitten das der vater sich nicht für einen inteessiert selbst wenn man mit einem blau geschlagenen gesicht nach hause kommt weil man sich gegen einen Halbstarken nicht wehren konnte. Meine mutter hat ne Zeitlang versucht beide rollen zu übernehmen aber das schafft keiner. Seit dem ich ungefähr 12 war habe ich zb aus serien mir schauspieler als eltern fantasiert man kann sagen das ich mir vorgestellt habe die in einer gewissen Weise als eltern zu haben. Später 15/16 war es auch mit einer lehrerin zu der ich im unterbewusstsein versucht habe so eine art bindung aufzunehmen und durch rebellieren aufzufallen damit mich einer so wahrnimmt was meine “vergangenheit” mit mir gemacht hat.
    Obwohl meine Mutter immer für mich da war hab ich sie nie um mich haben wollen sondern eine ganz neue heile familie. Auch steh ich eher auf ältere 5+ es wurde mir zwar immer gesagt das es daran liegt weil ich selber schon etwas reifer sei aber keine Ahnung wie das stimmt. Ich hatte nur einmal ein freund den ich nicht liebte sondern nur die Vorstellung das ein Mann mich liebt und für mich da isf und beschützt

  16. maxi schrieb:

    Hallo,
    ich weiß nicht ob ich einen vaterkomplex habe, da unter anderen nun festgestellt wurde das mein bruder anscheinend einen mutterkomplex hat wollte ich mal den vaterkomplek googeln. Ich als solches bin ein extremes daddy kind ich war unzertrennlich mit ihm aber als ich mir das nun durch lese habe ich gemerkt das ich auf bestätigung von meinem vater hoffe, alles muss ihm gefallen was er als solches aber nicht merkt, durch viel ablehnung von ihm wenig lob und co bin ich zu einem menschen geworden der lieber alleine lebt da ich viel alleine war damals. Diese kleine leere stopf ich mit tieren die mir liebe geben, ich lasse keine männer/ jungs an mich ran wenn es nicht unbedingt sein muss. Meine mutter und mein vater haben sich scheiden lassen als ich 4 jahre war, seitdem wurde ich ”hin und her” geschoben meine kindheit habe ich in WGs verbracht bis ich mit 8 zu meinem vater gezogen bin, dort lief es nicht besser und ich habe mich immer mehr zurück gezogen. Das ist bis heute so geblieben ich bin extrem schüchtern und brauche sehr sehr lange bis ich menschen vertrauen kann und normal mit ihnen reden kann. Villeicht hat ja jemand ein paar tipps. Würde mich freuen und danke im vorraus.

    • Lea schrieb:

      Hey maxi,
      Ich kann dir leider nicht sagen, ob du einen Vaterkomplex hast. Auch kann ich keine ultimative Lösung bringen.
      Ich kann dich nur ermutigen, auf keinen Fall aufzugeben, was auch die Schüchternheit und das Zurückziehen betrifft, da kann man rauskommen-wenn es einen stört, muss ja nicht stören. Mein Vater hat uns verlassen, als ich 3 war und ich (jetzt 17) hatte mich abgesehen von einer Freundin ziemlich zurückgezogen, Menschenfurcht, alles Mögliche.
      Denk auf keinen Fall, dass die Welt dich nicht braucht! Ja, es gibt viele Menschen auf der Welt, aber genau DU bist eben auch noch nötig, um anderen Freude zu bereiten und auch selbst stärker zu werden, um das Leben zu genießen (das richtige ‘Genießen’ natürlich). 🙂
      LG Lea

  17. Julia schrieb:

    Guten Abend,

    Ich habe mich schon vor einigen Monaten mit meinem damaligen Freund über den Vaterkonplex inforniert. Ihm ist die Idee gekommen, er meinte er hätte einige Dinge bemerkt. Und es stimmt, also ich denke es zumindest.
    Mein Vater war nie da, ich hab fast keine Erinnerungen an meinen Vater aus meiner Kindheit. Er war sehr viel arbeiten. Ich war jeden Tag mit meiner Mutter alleine. Bin zu einem Mama Kind geworden. Deswegen brauch ich keine Anerkennung von meiner Mutter, ihre Meinung interessiert mich nicht. Aber die Meinung meines Vaters. Ich habe schon immer versucht meinem Vater zu gefallen aber es war nie genug. Ich könnte jetzt zig Beispiele nennen aber das würde nicht viel bringen. Ich spüre wie ich die Anerkennung und die Bestätigung brauche. Wenn ich das nicht von meinem Vater bekomme suche ich mir junge Männer raus die meine Hilfe brauchen, fast hoffnungslose Fälle die mir das geben. Ich denke der Zug ist jetzt bei mir und meinem Vater abgefahren, da kann man nichtsmehr retten. Ich fühle mich in seinen Augen wie ein Stück Dreck was jetzt auch noch verstärkt wird durch die Schwangerschaft meiner Halbschwester. Er ist so euphorisch weil sie die erste ist die ein Kind erwartet. Ich sehne mich nach einer Erwachsenen Beziehung, hab deshalb ich 21 Ex Freund 18 (kennen gelernt habe ich Ihn mit 19 er war 16, er hat psychische Probleme, verdient kein Geld, hat keine sozialen Kontakte wenn nur sehr sporadisch) Schluss gemacht vor 3 Wochen. Es ist nicht der normale Liebeskummer den ich verspüre sondern.. Wie soll ich das erklären? Das brennende Verlangen nach seiner Aufmerksamkeit und seine Bestätigung das ich gut bin und er mich braucht. Deswegen schreibe ich Ihm trotzdem denn es macht mich fertig das er ohne mich klar kommt. Und ich will ehrlich sein, ich hätte niemals gedacht das die Abwesenheit meines Vaters so starke Auswirkungen auf mein jetziges Liebesleben und Arbeitsleben hat. Ich brenne auf dieselben Dinge wir bei meinem Ex Freund nur eben jetzt auf meinen Ausbilder. Er selbst ist Vater ist erst 35 und ich hab das Gefühl das ich auf Ihn stehe und das macht mich fertig.

    Falls das jemand liest und mir helfen kann, ich bin für jeden Ratschlag sehr dankbar.

    • Rina schrieb:

      Hallo Julia,

      ich, mittlerweile Mitte 30, erkenne mich in Deiner Geschichte wieder. Meine Beziehung (ähnliche Konstellation was meinen Ex und seinen sozialen Status anbelangt) ist dadurch in die Brüche gegangen, weil ich nicht realisiert habe, was da unbewusst bei mir abging. Er wollte eine reife, erwachsene Beziehung. Ich gierte nach den Erfüllungen meiner kindlichen Bedürfnisse nach Annerkennung usw. Ich bekam schlimme Wutausbrüche wenn ich dachte ich verlöre seine Gunst. Forcierte unnötig Streits um Aufmerksamkeit zu bekommen usw. Er machte das irgendwann nicht mehr mit. Selbst in einer Therapie die ich noch während der Beziehung begann, stellte sich mein Unterbewusstsein quer und ließ mich nicht an dieses Vaterthema ran.
      Erst jetzt, so ich ihn verloren habe, ging der Deckel auf und alles kommt hoch.
      Sei also irgendwie froh dass Du jetzt in jungen Jahren erkennst, was da los ist in deinem Unterbewusstsein und fang an ganz bewusst zu reflektieren und aufzuarbeiten. Dazu brauchst Du Deinen Vater in real nicht zwingend. Wenn Du nicht allein damit weiterkommst, hole Dir Hilfe. Das ist beileibe keine Schande, sondern unterstützt Dich beim glücklich werden mit Dir selbst.

  18. Miri schrieb:

    Hallo Zusammen,
    auch ich falle hier, denke ich, etwas aus dem Rahmen. Laut Freud und Jung habe ich keinen Vaterkomplex. Jedoch ist es so, dass ich mich grad zu älteren Männern hingezogen fühle.
    Vorgeschichte: Einziges Mädchen und mit drei Brüdern (zwei älter, einer jünger) wohlbehütet aufgewachsen. Ich wurde von allen geliebt udn war immer ein Papa-Kind, auch heute noch. Mein Dad und ich sind uns in eingen Dingen sehr ähnlich, jedoch habe ich auch Züge von meiner Mom. Meine erste Liebe (Name wie mein Dad) dauerte von 2002 (15 J.) bis 2010 (22 J.). Ich wurde belogen, betrogen, hintergangen, gedemütigt etc. Seitdem bin ich Single. Ich hatte hier und da Bekanntschaften, aber etwas ernstes wurde nie daraus – das hatte ich nciht zugelassen.
    Seit letzten Jahr habe ich wieder Bekanntschaften gemacht, wo die Männer in meinem (29) Alter +5 Jahre waren, aber das hat nciht funktioniert. Vor kurzem habe ich jmd. kennen gelernt, er ist 45 Jhre alt, und ich fühle mich sehr wohl mit ihm. Natürlich ist das schon eine beträchtliche Anzahl an Jahren, aber ich mag ihn gerne. Er hat Manieren, versteht mich und geht vorsichtig mit mir um. Wie ich es mir immer gewünscht habe von einem Mann. Er ist nicht der erste soweit ältere Mann.
    Naja, jedenfalls mache ich mir seitdem etwas Gedanken, ob Männer in meinem Alter einfach ncihts für mich sind, weil die Erfahrung fehlt. Ich war bereits wegen der Trennung 3 Jahre in Therapie.

    • Jenni schrieb:

      Hallo Miri,
      ich kann dich da vollkommen verstehen. Mein Vater war ein Arschloch, wir haben uns aber nach einem Jahr Funkstille zusammen gesetzt und ja.. Seitdem ist alles gut – vielleicht liegts auch an der jetztigen Entfernung, und weil wir uns kaum noch sehen. Du hattest auch das Thema Beziehung mit älteren Männern angesprochen. Nun, das ist auch momentan so bei mir. Meine “erste” Liebe war 36 und ich 21. Er war immer so nett zu mir aber ich bin einfach so das schüchternde Mädchen, wir hatten aber trotzdem ein Treffen und er zeigte mir ein bisschen was von der Stadt (wohne hier erst seit nem Jahr). Der Tag war so schön.. aber da ich Angst hatte, dass er vielleicht doch nur was anderes will, habe ich’s abgebrochen. Nun, einige Monate später, hab ich das Gefühl das ich mich in einen weitaus älteren Mann verguckt habe. Es ist komisch.. aber erst dachte ich, ich wäre nicht mehr ganz klar im Kopf. Anscheinend liegt’s auch an dem Vaterkomplex, aber was soll ich tun .. ? Ich kann mit Jungs in meinem Alter echt nichts anfangen, weil ich das Gefühl habe, sie würden mich nicht verstehen.
      Einen schönen Tag noch, wünscht Jenni

  19. Maria schrieb:

    Mein Vater war km meiner Kindheit nie da. Meine Eltern haben sich vor einem Jahr getrennt weil er seit Jahren fremd geht. Ich bin erst 14 aber ich hatte das schon lange gewusst. Ich habe keine Vaterliebe erfahren und wollte mich informieren, ob es dahingehend Auswirkungen gibt. Bei uns wird auch nur schlecht über ihn geredet und ich mach mir d.h. etwas Sorgen um meinen kleinen Bruder obwohl die beiden auch immer Streit hatten. Naja, ich wollte mich für diese schön geschilderte Auskunft bedanken.

  20. marina schrieb:

    durch ein gespräch in den letzten tagen ist mir gekommen, mal unter “vaterkomplex” zu googeln. vielleicht sollte ich noch ein paar tage verarbeiten, was ich hier las, bevor ich einen kommentar schreibe ….
    es ist unglaublich, wie mir meine seele immer nur stückweit erlaubt, weiterzuarbeiten. nach bereits 10 jahren therapie (4 jahre klassische psychoanlayse d.h. 3 mal wöchentlich auf die couch, mehrere psychosomatische klinikaufenthalte von bis zu 1/2 jahr) entdecke ich hier ein neues traumatisches arbeitsfeld für mich.
    ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich mal im empfangszimmer eines gutachters diverse anamnese-fragen über mein leben am stück beantworten sollte. dann kam die “banale” frage nach meinem vater …. über seine krankheiten …. seinen tod. da musste ich dann hemmungslos anfangen zu weinen. er wurde, als ich 17 jahre alt war, umgebracht, ausgeraubt und erlag seinen verletzungen.
    ehrlich gesagt, ich hatte ihn nie. aber ich fühle, dass ich so bin wie er war. als ich 4 jahre alt war, haben sich meine eltern scheiden lassen. meine mutter hat meinen vater so schlecht geredet, dass mein bruder und ich jedesmal, wenn er anrief, kein verlangen danach hatten, ihn nicht mal zu sprechen. uns wurden immer und immer wieder nur seine fehler aufgetischt. er aber gab nicht auf …. eines schönen tages, als ich 17 jahre alt war, rief er wiederum an und ich bestand darauf, ihn am telefon zu sprechen. wir verabredeten uns in der nächsten woche in einem cafe, nachdem ich ihn 13 jahre nicht gesehen hatte. ich hätte ihn sehr gerne noch unendlich lange wiedergesehen, aber in dem monat geschah das unglück. ich war auf seiner beerdigung, aber ich hatte keine zeit, weder bei dem “ersten”, noch bei dem “letzten” treffen, mir meiner gefühle wirklich bewusst zu werden.
    vom hörensagen fühle ich mich ihm sehr zugetan. er war ein individualist. alles wesentliche denke ich, habe ich von ihm, denn von meiner mutter kann ich es nicht haben. vielleicht idealisiere ich ihn, aber meine mutter “kenne” ich schon mein ganzes leben. sie ist regelrecht kaltschnäutzig und absolut lieblos. sie spielt theater und ich habe schon lange keinen kontakt mehr zu ihr.
    mein ganzes leben ist davon geprägt, meinen vater, meine wurzeln zu suchen. unsere damalige und einmalige unterhaltung im cafe war wirklich viel zu kurz ….

  21. Jazz schrieb:

    Hallo,

    Ich falle hier etwas aus der Runde und habe lange überlegt ob ich das überhaupt schreiben soll.. ich hatte einen wirklich guten Vater. Er war ein HSP (highly sensitive person) , was für mich als Tochter toll war. Er hatte zwar seine Firma (war Selbstständig und sehr erfolgreich) und entsprechend viel beschäftigt, aber wenn er da war, war er ernsthaft da und hat sich ganz viel gekümmert und mit mir gesprochen etc. Er gat mir beigebracht, sich zu wehren (grade w e i l ich ein Mädchen bin -hat er immer gesagt) , hat mich in neue Situationen geschubst und war aber immer im Hintergrund da, wenn ich Hilfe brauchte. Wir haben viel musiziert und auch zusammen geweint, wenn etwas traurig war. klingt jetzt alles traumhaft und das war es auch, ich mag meine Mutter aber meine Hauptbezugsperson war definitiv mein Dad. Leider ist es innerhalb von einer Woche an einem Schlaganfall gestorben (ich war gerade 17 geworden) und irgendwie bin ich an diesem Ideal hängengeblieben. Ich bin mittlerweile weit über 30 Jahre alt, habe viele gescheiterte Beziehungen hinter mir und meine Ehe kriselt heftigst. Ich frage mich, wann ich aufhöre , ich sag mal “normale Männer” so zu akzeptieren , wie sie sind. Da er sensibel und erfolgreich war , hat er weder dem klassischen Boycode entsprochen (super tough, erfolgreich und abwesend) noch war er so eine “willst du n mate Tee -Lusche” (ohne Ambitionen aber Familienkompatibel). Ich hab irgendwie das Gefühl, ich renne einen Idealbild hinterher..

  22. Gisela schrieb:

    Ich und meine Geschwister haben das Gefühl einen Gestaltwandler als Vater zu haben. Er hat schon Jahrelang keine ruhe und kontinuität mehr in seinem leben gehabt und schaft es immer wieder uns zu verblüffen/Entsetzen. Bestürzend ist sein verlangen nach Unterstützung und Höflichkeit unsererseits. Uns gegenüber ist er jedoch ungehalten und selten eine Hilfe und mehr wie ein bockiges Kind. Am schwierigsten finde ich seinen Geltungsdrang immer den Prediger und Lehrer zu spielen ohne Referenzen zu haben. Ihn den Spiegel vorzuhalten kommt für uns jedoch nicht infrage da wir ihn für instabil halten und Ihn sein eigenes Universum lassen müssen. Das was er sein leben lang geschafft hat, ist sich der Realität durch Ablenkung und der Verwirklichung seiner Träume zu entziehen. Wir und unsere wünsche für einen Vater blieben immer nur Zweite Wahl. All das konnte ich Ihm verzeihen bis er anfing anderen Menschen gegenüber eine untolerante Einstellung zu zeigen nur weil sein Leben Ihm nicht mehr genug Befriedigung gab. Das einzige wofür ich Ihn bewundert habe war das ich stolz darauf war das er der toleranteste und bunteste Mensch war den ich kannte und das hat er mir genommen indem er Fremdenfeindlich geworden ist. Ich kann es immer noch nicht begreifen, dass er vom Hippie, Ökopionier, Krischna Anhänger und spirituell interessierten Mensch zum Bergida und Afd Freak gewechselt ist. Da wir alle seine neuen Einstellungen nicht teilen ist es für uns schwierig, den Kontakt zu halten.

  23. Sandra schrieb:

    Hallo!
    Ich bin mit meinem Freund knapp 5 Monate zusammen. Von Anfang an redete er viel von sich und seinem gestörten Verhältnis zu seiner Familie. Der Vater unterdrückte und schadete der Familie durch Fremdgehen, lügen, Missbrauch, stalking, etc. Vorallem die nie zugekommen Liebe, Anerkennung und Fürsorge seines Vaters prägt sein Leben bis heute unversöhnlich und aggressiv. Selbstschutz durch Wut, dominantes und aggressives Verhalten. Ich suche nun ein Buch, eine Art Ratgeber um mich als seine Freundin besser mit dieser Materie befassen und ihn verstehen zu können.

    Beste Grüße
    Sandra

  24. Anonymina schrieb:

    Also mein Vater hat mir nie die Zuneigung geschenkt die ich von einem Vater gebraucht habe, war gefühllos und kalt, hat zwar dennoch Zeit mit mir verbracht als ich 10-11 Jahre alt war, aber mehr Freund und nicht wie ein Vater. Er hat mir nie gesagt das er mich liebt und ich bin ohne Liebe zu ihm aufgewachsen. Seit ich Geschlechtsreif bin, kann ich mich erinnern – hab ich mich oft nach männlicher Zuneigung und Sex gesehnt..Heute bin ich 21 und ich fantasiere oft von tollen Älteren Schauspielern zb und beneide andere Kinder um ihne glücklichen Eltern und Väter.. Welche Art von Vaterkomplex hab ich?

  25. Lisa schrieb:

    Tja als ich hier so die geschichten gelesen habe, kamen mir mehr als einmal die Tränen.
    Ich für meinen teil wuchs als scheidungskind auf. Also ab ca.4 keinen Papa mehr. Als meine Mama dann nochmals heiratete einen sehr viel jüngeren mann rebelliert ich und ging zu meinem Vater zu dem ich mit 14 ca. 0.5 Jahre Kontakt hatte. Er hatte allerdings auch neu geheiratet und meine Stiefmutter litt / leidet unter schwersten deppressionen. Trotz allem hielt ich mich für stark trotz großer Probleme wie Außenseiter sein, Streber sein….jetzt mit 25 find ich mich wieder als geschiedene Frau, die mit einem 10 Jahre älteren Mann zusammen ist, der unglaublich Dominant, und mir kein Gefühl von Geborgenheit und Wertschätzung geben kann weil er selber zu kaputt ist aufgrund seiner Lebensgeschichte…ich quäle mich Tag für Tag wie wertlos ich bin….obwohl es objektiv nicht stimmen kann …manchmal wäre es besser manche Menschen würde es nicht geben…leider hatte ich nicht genug Zeit die Feindseligkeit gegenüber meiner Mutter wieder gut zumachen denn als ich anfing zu verstehen was in meiner Kindheit abging starb sie an Krebs mit 48…
    und ich vermisse sie so wahnsinnig vor allem als Mama und als Schlüssel zu meinem Frausein…

    • marina schrieb:

      mir geht es gerade so wie dir damals, als du das alles gelesen hast: TRÄNEN, TRÄNEN, TRÄNEN …. ohne liebe als kind wird man zum emotionalen krüppel.
      ich wünsche dir alles liebe

  26. luisa schrieb:

    Ja mir geht es so das ich auf ältere Männer stehe die ca 15 bis 20 Jahre älter sind als ich . Ich hatte nie einen Vater und fühle mich zu älteren hingezogen und bin auch verliebt in einen der eine starke aber liebevolle Art hat . Er ist klug und immer da wenn Not am mann ist . Aber wie oben geschrieben “leider” die geliebte und ich habe ihn wieder nur sporadisch. Trotz allem aber ein schönes Gefühl . Jungs in meinem alter , für mich unvorstellbar .

  27. michael schrieb:

    hallo leute genau so ne Krankheit hat meine frau. wir haben uns vor einer gewissen zeit getrennt weil es lief nicht mehr zwischen uns und sie hat sich nen 20 jahre ältern mann geangelt. wir leben noch gemeinsam, ist etwas kommisch. und der text dazu entspricht voll und ganz

  28. Lucia schrieb:

    Hallo,

    das was ich hier schreibe habe ich noch nie richtig jemandem erzählt, ich bin mir ziemlich sicher dass ich in mehrere Kategorien falle.
    Mein Vater ist Alkoholiker seit seiner Jugend, meine Mutter bleibt jedoch bei ihm und lässt sich kaputt machen. Mein Vater und ich reden nun seit 8 Monaten nicht mehr miteinander, inzwischen bin ich ausgezogen (ich bin 20). Die Erinnerungen an meinen Vater sind sehr unterschiedlich:

    Er hat mich und alle um such rum immerzu gedemütigt, auf alle erdenklichen Art und Weisen.
    er hat mich und meine Schwester geschlagen, beschimpft und psychospiele gespielt ohne ende.
    Haben wir gespielt oder rumgealbert musste er es immer so sehr übertreiben bis ich geweint habe (immer!)
    Auf der anderen Seite hat er immer mit mir geprahlt, mit meinen guten Noten, meiner Schlagfertigkeit und Intelligenz.
    Er fand immer ich wäre undankbar und hat sachen erfunden, die er mir geschenkt oder ermöglicht hat.
    Mein Vater ist psychisch krank, da bin ich ganz sicher, ich habe noch nie einen so bösartigen Menschen gesehen. Auch meinen Hund hat er gequält.

    Mein erster fester Freund war meinem Vater unglaublich ähnlich, ich habe allerdings 1,5 Jahre gebraucht um mir dessen bewusst zu werden.

    Seit der Trennung meinerseits bin ich ein Wrack. Ich flirte wie verrückt, trinke, habe one night stands nach dEnen ich mich immer wie dreck fühle. Hinterher verliebte ich mich 2 mal unglücklich, obwohl die kerls absolute arschlöcher und nicht mal mein typ sind. Hat ein netter Kerl Interesse an mir, gehe ich darauf ein und blockiere, sobald es in Richtung Beziehung geht (obwohl ich mir wirklich einen Freund wünsche)..
    ich gebe mich nach außen sehr stark und tough, emanzipiert und offen. Generell unterdrücke ich eigentlich immer meine Gefühle, geweint habe ich schon lange nicht mehr. Ich will eigentlich nur aufhören mir selbst so weh zu tun mit der suche nach Bestätigung oder was auch immer. . Im Moment denke ich immerzu an einen Freund, mit dem ich vor kurzem geschlafen habe und wo von Anfang an klar war dass das nie funktionieren würde, doch scheinbar zieht mich genau das an.

    ich bin schon länger am überlegen ob ich einen Arzt aufsuchen sollte, weil ich mich wirklich quäle. .

    • match-patch schrieb:

      Liebe Lucia,

      Ihre Geschichte klingt traurig aber nicht hoffnungslos, denn Ihre Überlegung, einen Psychologen aufzusuchen, ist sicherlich sinnvoll. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Lösung Ihrer Beziehungsmuster und damit verbundenen Probleme.

      Ihr match-patch Team

    • Felicia schrieb:

      Der letzte Abschnitt klingt so als hätte ich es erzählt. Tatsächlich habe ich mir bis heute nie richtig bewusst gemacht, was da eigentlich in mir und mit mir passiert. Ich finde es nur so schwer mit jemanden darüber zu reden…

    • Lara schrieb:

      In Lucia finde ich mich am ehesten wieder. Obwohl dieser Beitrag nun schon etwas älter ist… Mein Vater hat mich ohne Ende abgelehnt. Als Kind habe ich gedacht, ich hätte es nicht besser verdient und sei nicht liebenswert. Heute weiß ich, dass er innerlich sehr schwach war und sich ständig von mir angegriffen fühlte. Wenn ich ausgelassen und albern (so sind Kinder nun einmal) spielte, schrie er, ich würde mich bald stoßen, wenn ich weiterhin so albern sei, und dann wäre “das Geheule groß”. Ich glaube heute, dass er dachte, ich lache ihn aus. Dabei habe ich einfach beim Spielen gelacht, weil ich in diesem Augenblick glücklich war.
      Wenn ich selbstständig etwas Neues ausprobierte, verlor er schnell die Geduld und ich fühlte mich abgelehnt. Dies schmerzte in meinem Herzen so sehr, dass ich weinen musste. Dann verspottete er mich und schickte mich zur “Strafe” auf mein Zimmer.
      Körperlich gewalttätig war er auch. Wenn ich mich nicht seinem Willen beugte, dann setzte er sich mit Geschrei oder körperlicher Gewalt durch. Ich habe manchmal versucht, zu meinem Herzen zu stehen, aber gegen seine körperliche Überlegenheit kam ich nicht an…und glaubte dann, ich sei selbst schlecht, wenn er mich dann “bestrafte”.
      Er fühlte sich häufig von mir angegriffen und bekämpfte mich daraufhin, um sein Selbstwertgefühl zu steigern. Als Kind konnte ich das nicht verstehen. Noch heute arbeite ich daran, diese Kindheitsgefühle zu verarbeiten.
      Und so suche auch ich mir noch immer doofe Männer, die zwar ein wenig jünger sind, aber mich respektlos behandeln, wie mein Vater es tat. Wenn ich mich auf den ersten Blick verliebe, ist es leider nur etwas Vertrautes aus der Kindheit. Und das tut mir bekanntermaßen nicht gut. Dann mache ich den Anfang und vom Gegenüber kommt zu wenig oder nichts… Ich hoffe, dass ich durch Selbstreflexion und dem Verarbeiten der damaligen Gefühle irgendwann mir nette Männer aussuche. Z.Zt. interessiere ich mich leider immer für die schlechten Männer, statt für die guten (=ausgeglichenen, zufriedenen und selbstbewussten)… Dabei wäre es interessant zu erfahren, welche Indizien bei der ersten Begegnung in den ersten Sekunden zu meiner schlechten Wahl führen. Da das unbewusst abläuft, ist es schwer für mich, diese herauszukristallisieren. Aber es muss einfach klappen, man lebt ja nur einmal!

  29. Aki schrieb:

    Hallo…

    Also was ich zu meinem Vater sagen kann ist…er wusste nie was er mit seinen Kindern machen sollte (habe noch 3 ältere Geschwister). Meine Eltern sind über 6-7 Jahre nun getrennt und er hat eine neue Partnerin mit der ich mich immer…nun ja… anlege weil ich: ihre Meinung oder Anweisung nie akzeptiere… nun…ich vermisse es einen Vater zu haben, ich sehe ihn selten und wenn dann nur in den Ferien, da er 6 stunden von mir entfernt wohnt… immer wenn ich Filme sehe wo sich z.bsp. ein Mann anstrengt ein besserer Vater für seine Kinder zu sein, fange ich oft an zu weinen obwohl ich es auch ab und zu erst bemerke wenn ich die Tränen auf meinem shirt oder so merke… und es ist besonders schlimm geworden nachdem sich mein ex von mir getrennt hatte….ich wünsche mir einen Vater der für mich da ist….ich war wochen lang total unglücklich wegen meiner Trennung und meim Vater hatte erst 3 Monate später davon mitbekommen als er mich angerufen hatte und ich es ihm erzählt hatte und selbst da…er sagte nur sowas wie oh hm schade und dann war das Telefonat auch kurz danach schon vorbei….wir haben uns nichts zu sagen….dabei wünsche ich mir einen Vater, der für sein kleines Mädchen da ist und alle bösen jungs von ihr fern hält..
    Wie soll ich damit umgehen?

    • match-patch schrieb:

      Liebe Aki,
      ich verstehe gut, dass Sie sich einen präsenteren Vater wünschen. Leider müssen viele verlassene kleine und große Kinder akzeptieren, dass sie eben einen Vater haben, der nur wenig für sie da ist. Vielleicht hilft es, mit ihm offen unter vier Augen darüber zu sprechen und ihn um mehr Zeit und Anteilnahme an Ihrem Leben zu bitten. Sie könnten ihm auch einen Brief schreiben, in dem Sie ihm Ihre Gefühle offenbaren.
      Ich wünsche Ihnen viel Glück und wenn es Ihnen sehr schlecht geht könnten Sie sich eine Familientherapie gönnen. Darin lässt sich solch eine Lebensgeschichte aufarbeiten. Das hat schon vielen geholfen.

      Alles Gute für Sie und herzliche Grüße
      Dr. Sonja Deml

  30. Dima schrieb:

    Ich teile mich eindeutig in die letztere Kategorie von der alleingelassenen Tochter ein.
    Ich merke selbst, wie ich in jedem meiner Partner eine Art Vaterersatz suche. Bevor ich mich näher mit diesem Thema beschäftigt habe, ist mir mein Nachhängen an ein Vaterideal schon zunehmender aufgefallen.

    Das Problem dabei ist nun leider, dass mir dies Steine in den Weg legt innerhalb meiner Beziehungen. Bei meinen Partnern fühle ich mich oft wohl und geborgen, doch sobald diese Wand durchbrochen wird und es zu intimen Handlungen oder Gefühlen kommt, die über dieses Vaterbild hinausgeht und natürlich rein gar nichts mehr damit zu tun hat, blockiere ich alles.
    Dass das nichts mehr mit Vaterliebe zu tun hat, ertrage ich nicht, da ich niemanden auf dieser Ebene hatte, der mich wirklich auf diese Weise geliebt hat. Ein Freund ist natürlich kein Vaterersatz und sollte es auch nicht sein, aber das ist eine verdammt diffizile Angelegenheit für mich.

    Ich habe mir immer einen Vater gewünscht, der sich um mich kümmert, einen Arm um mich legt und klischeehafter Weise beteuert, dass alles gut wird.
    Ziemlich kläglich, oder?
    Und wenn ich nur diese platonisch angelegte Liebe nicht bei meinem festen Freund bekommen kann, dann habe ich das Gefühl, mch aufzulösen.

  31. Annie schrieb:

    Hallo,
    ich denke ich habe einen Vaterkomplex (bzw. Elektralkomplex) mein vater war lange zeit nicht da (oder nur wenig) meine Eltern, nie verheiratet. Ich wünschte mir schon als kleines kind sie mögen zusammen ziehen, was mir allerdings nicht gewährt wurde. seit ein paar jahren schon (etwa 6) möchte ich lieber bei meinem Vater als bei meiner Mutter leben, was sich rechtlich gesehen allerdings nicht durchsetzen lassen würde. Vor einiger zeit habe ich bemerkt, dass ich, wenn ich mir (m)einen Traummann vorstelle, einen Langhaarigen muskulösen (naja nicht zu muskulös, aber keine bohnenstange), dünnen, großen mann vorstelle, was meinem vater seeehr ähnelt…

  32. lalilu schrieb:

    Hallo,

    meine Mutter und ich vermuten sehr stark, dass mein Vater unter dem Asperger-Syndrom leidet. Viele der Kriterien sprechen dafür und man bekommt es immer wieder zu spüren.
    Das Zusammenleben war nie wie mit anderen “normalen” Vätern. Das er zB mit meinem Bruder Fußball spielte, mir bei den Hausaufgaben half, meine Mutter bei einer konsequenten Erziehung unterstützte, oder seine Kinder bei Verstimmungen tröstete. Stattdessen vertiefte er sich in SciFi-Romane/historische Sachbücher oder Computerspiele. Wenn man was von ihm wollte, musste man ihn erst 2-3 Mal in lauter werdendem Ton ansprechen und auch dann wies er nur mangelndes Interesse auf. Oftmals hatte man das Gefühl, er würde einem gar nicht richtig zuhören; seine Aufmerksamkeitsspanne war von Kürze geprägt.
    Erklärungsversuche in Mathe verpufften schnell, nachdem er sich sehr schnell in Tobsuchtsanfällen erschöpfte, sofern man etwas nicht verstehen konnte. Er besitzt kaum Empathievermögen, kann psychische Erkrankungen nicht verstehen und rät den Leuten dazu, sich zusammen zu reißen. Als ich unter einer Verstimmung litt, die meinen Lebensalltag stark beeinträchtigte, riet er mir ebenso, ich müsse mich eben zusammenreißen und alles sei nur Einbildung.
    Er kann seine Emotionen nicht zum Ausdruck bringen; die Beziehung zu meiner Mutter leidet an dieser Emotionsarmut. Es ist als würde man an einer Mauer abprallen. Er zeigt keinerlei oder nur wenig Interesse an seinen Mitmenschen. Das hat meiner sonst glücklichen Kindheit einen faden Beigeschmack verliehen. Damals war mir das gar nicht bewusst, wenn ich das jedoch Revue passieren lasse, wird es mir immer klarer. So hatte ich auch nie damit gerechnet, dass es Folgen haben würde.

    Die letzten Jahre habe ich damit verschwendet, mich an Männern wegzuwerfen, die mich nur für das Ausleben ihrer Triebe nutzten. Viel zu schnell stieg ich mit ihnen ins Bett, obschon ich nicht einmal sonderlich gern Sex habe. Es waren für mich 20 Minuten, in denen ich ein wenig Zärtlichkeit erfahren durfte und vorallem die gesamte Aufmerksamkeit des Mannes genoss. Häufig verschickte ich Internetbekanntschaften Bilder meines Körpers, um Komplimente zu erhaschen, um bewundert zu werden. Auf einem Festival knutschte ich wahllos mit jedem, der meinen Weg kreuzte. Sofern ich zu viel getrunken hatte, zeigte ich meinen nackten Busen herum. Wenn jemand Gefühle für mich hatte, spielte ich dies aus, entfachte in ihm immer wieder neue Hoffnungsfeuer, damit seine Liebe nicht abließ.
    In einer Beziehung kann ich nicht treu sein, sondern verfalle oftmals in Langeweile, möchte Abwechslung, möchte wieder das Neue und Unbekannte. So fand ich mich auch dort oftmals im Bett eines Anderen.
    Ich verwechselte die Triebe des Mannes (und die oftmals daraus resultierende Wahllosigkeit bei Geschlechtspartnerinnen) mit einer etwaigen Zuneigung und Wertschätzung ihrerseits mir gegenüber. Ich maß dem zu viel bei; fühlte mich dann bestätigt, gut und unantastbar.
    Ich bin eine relativ intelligente und relativ hübsche, junge Frau, die soviel Zeit an den Versuch verschwendete, ihr verkümmertes Selbstwertgefühl anhand bedeutungsloser und unwürdiger Affären aufzupolieren. In dieser Zeit habe ich mich an Menschen hergegeben, die ich einfach nicht verdient habe. Ich bin herzlich, humorvoll, empathisch, und liebevoll und die Männer, mit denen ich zusammen war, haben meine Persönlichkeit, mein ganzes Dasein bespuckt und mit Füßen getreten. Und ich habe das erduldet.

    Nach längerem Überlegen, fand ich die Gründe dieses traurigen Verhaltens in der Beziehung zu meinem Vater. Die Aufmerksamkeit, die er mir schuldig ist, suche ich bei anderen Männern. 1+1 – Eine einfache Rechnung und psychologisch glasklar.

    Man kann nie ändern, was einen zu dem gemacht hat, was man ist. Aber man kann seine Einstellung dazu und somit sein Verhalten ändern.
    Ich stand an der Schwelle eines aufkeimenden Alkoholismus, habe mich “aus Versehen” von einem viel älteren Mann schwängern lassen und dieses Kind abgetrieben.
    Mein Leben besteht nun aus sehr viel weniger Räuschen, Kontrolle, Routine und keinerlei intimen Beziehungen.
    Eine Partnerschaft fällt mir sehr schwer, da ich extrem wählerisch bin und dies nicht abstellen kann.

    Ich habe mir geschworen, mich nie wieder an jemanden wegzuwerfen, der meiner nicht wert ist.

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