Der Vaterkomplex: Entstehung und Verhalten

von | 4. März 2014

Die Beziehung zum Vater spielt für die Entwicklung von Kindern eine große Rolle. Ein negatives Vaterbild kann einen Vaterkomplex zur Folge haben...

VaterkomplexAuch wenn die Rolle des Vaters für die kindliche Entwicklung lange Zeit unterschätzt wurde, steht heute fest, dass er ebenso Einfluss auf uns nimmt wie die Mutter. Wie sich unser Vater uns und der Mutter gegenüber verhält, was er fühlt, welche Träume und Sehnsüchte er hat, wie er sich für die Familie engagiert, prägt unser inneres Vaterbild. Manchmal ist das Bild, das wir von unserem Vater entwickeln, negativ. Ein Vaterkomplex kann entstehen und das bei Söhnen und Töchtern in unterschiedlicher Weise.

Vaterkomplex: Der Elektrakomplex

Carl Gustav Jung spricht vom Elektrakomplex, wenn es um den Vaterkomplex bei Frauen geht. Ihm zufolge drückt der Elektrakomplex die überstarke Bindung der Tochter an den Vater aus. Gleichzeitig tritt die Tochter der Mutter feindselig gegenüber. Die Tochter wurde durch die Männlichkeit des Vaters geprägt und das wirkt sich auf die Wahrnehmung von Männern im Allgemeinen aus. Sogar ihr Männersuchbild wird dadurch bestimmt. Der Sohn hingegen trägt das vom Vater vermittelte Männerbild in seinem Inneren und möchte ihm entweder nacheifern oder er lehnt dieses Männerbild aufgrund negativer Erfahrungen ab. Manchmal ist es auch eine Mischung aus beiden Aspekten.

Weitere Aspekte des Vaterkomplexes

Bei Frauen kann ein negativer Vaterkomplex entstehen, wenn die Tochter Papis absolute Prinzessin ist. Als erwachsene Frau erwartet sie, von allen Männern ebenso vergöttert zu werden. Sie ist überaus anspruchsvoll und fordernd, was potenzielle Partner abschreckt und Ehemänner in den finanziellen Ruin treiben kann. Manchmal wird die Mutter auch vom Vater verdrängt und er behandelt die Tochter wie eine Ersatzpartnerin. Der Vater präsentiert sich stolz mit seiner Tochter und diese möchte die Gunst des Vaters nicht verlieren. Die Tochter spürt, dass sie mit ihrem Charme Männerherzen für sich gewinnen kann und sie neigt als erwachsene Frau dazu, sich auf viele Flirts einzulassen, da ihr der eigene Partner im Alltag nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen kann. Wurde die Tochter im Gegenteil vom Vater entwertet, so wird sie sich immer wertlos fühlen. Sätze wie „Frauen gehören in die Küche“ prägen die Tochter und sie wird entweder versuchen, sich als wertvoll darzustellen oder sie fühlt sich bei sämtlichen negativen Erfahrungen in ihrer Wertlosigkeit bestätigt. Ein dominanter Vater oder ein Macho kann seine Tochter aber auch dazu bringen, ebenfalls nach Dominanz zu streben, um sich von dem niedrigen Frauenbild, das der Vater hat, zu distanzieren. Das bringt natürlich Probleme in einer Paarbeziehung mit sich. Es gibt auch ängstliche Väter, die kein Selbstwertgefühl haben und dieses will sich auch bei der Tochter nicht einstellen. Sie fühlt sich unattraktiv und traut sich kaum etwas zu. In einer Partnerschaft neigt sie dazu, sich zu viel gefallen zu lassen. Ist der Vater abwesend und fühlt sich die Tochter alleine gelassen, entwickelt sie ein Phantasiebild von ihrem Vater. Die Tochter sucht nach einem Partner, der diesem Phantasiebild entspricht und neigt dazu, sich in Vaterfiguren wie Führungspersönlichkeiten, Therapeuten oder Priester zu verlieben. Nicht selten ist sie dann nur die Geliebte und der Partner ist wieder ein abwesender Mann, den sie durch die rosarote Brille wahrnimmt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Vater gemacht und inwiefern hat Sie das geprägt? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Hier lesen Sie auch etwas über den Mutterkomplex

Foto: © Kzenon – Fotolia.com

30 Kommentare

Maese

15. Januar 2017 um 00:09

Hallo 🙂
Ich hab mir hier das nur mal durchgelesen,weil ich die Definition von einem Vaterkomplex wissen wollte.. Die Kommentare hier sind teilweise wirklich traurig und deshalb wollte ich einfach auch meine Geschichte erzählen:
Ich bin Messe, 24 Jahre alt und wuchs bei meinem Vater und meinem drei älteren Brüder auf, da meine Mutter früh verstarb. Mein Vater war immer fair zu uns Kinder, behandelte mich aber natürlich trotzdem wie eine kleine Prinzessin… Meine Kindheit war schön… Heute bin ich mit meinem Freund, der schon 40 Jahre alt ist, seit zwei Jahren glücklich zusammen. Ich bin nicht nur seine Geliebte, sondern wirklich seine Freundin und er behandelt mich wie es eine Frau verdient hat… Er ist sehr freundlich und lieb, außer beim Sex.. Da ist er sehr dominant, was ich aber auch genau so möchte. Es läuft prima zwischen uns… Niemand, der uns wichtig ist, hat ein Problem mit unserer Beziehung.
Was ich eigentlich mit meiner Geschichte sagen will, einen “Vaterkomplex” zu haben, ist nicht immer schlimm… Ich kann mir zwar niemals vorstellen, etwas mit einem Jungen in meinem Alter anzufangen, aber das ist doch nichts negatives, oder ? Es muss nicht nur schlechtes dabei raus kommen..

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Luisa

5. November 2016 um 12:30

Ich kann mich zu 100% in dem Teil wieder finden mit der Prinzessin. Was das ganze aber schlimmer macht, ist dass das irgendwann einfach aufgehört hat. Als ich klein war, war ich Papas absolute Prinzessin, wenn es Streit mit meinem zwei Jahre älteren Bruder gab, war Mama immer auf seiner Seite und Papa auf meiner. Von meiner Mutter habe ich mich schon immer ungerecht behandelt gefühlt, sie reagiert auf Konflikte immer sehr unsachlich, macht aus einer Mücke einen Elefanten und arbeitet in keinster Weise konstruktiv an einer Lösung sondern will lediglich andere (mich) terrorisieren. Zwischendurch ist sie dann wieder sehr lieb, was eine Weile gut geht und dann sind wir “beste Freundinnen”, doch gibt es eine kleine Sache, die ihr wieder nicht passt, flippt sie komplett aus und macht ein Drama (diese Unbeständigkeit ist glaube ich an schlimmsten für mich). Papa war immer der einzige, der einigermaßen objektiv/rational geblieben ist und ihr zwischendurch mal gesagt hat, dass sie unfair ist. Mit den Jahren hat sich dies leider stark geändert und meine Beziehung zu meinem Vater hängt zu 100% von meiner Beziehung zu meiner Mutter ab. Dadurch habe ich noch negativere Gefühle gegenüber ihr, da es mir so erscheint, als würde sie ihn gegen mich aufbringen wollen. Mich macht es einfach fertig und ich verstehe die Welt nicht mehr: Was ist los, warum hat Papa mich nicht mehr lieb so wie früher? Ich bin jetzt 16 und fühle mich prinzipiell nur zu älteren Männern hingezogen. Es ist aber nicht einmal so als hätte ich erotisches Interesse an ihnen, ich wünsche mir einfach ihre Fürsorge oder ihre Aufmerksamkeit und ich würde mich gerne einfach an diese Personen ankuscheln und mich geborgen fühlen, mehr nicht. Ein Mann muss nicht mal sonderlich gut aussehen, damit ich für ihn “schwärme”, er muss lediglich eine Art Vaterfigur darstellen, indem er älter ist oder in irgendeiner Weise höhergestellt (Lehrer, Chef, irgendwie kompetente Person oder so). Neulich hat mir auf einem Berufsfindungsmarkt ein Mann so eine komplizierte Maschine erklärt und er hat das so süß und geduldig getan, dass ich sofort wieder dieses schöne Gefühl von Wärme und Geborgenheit hatte, so wie man sich als Tochter wünschen würde, dass der Vater so zu einem ist. Oder ein Lehrer, der streng ist aber gleichzeitig auch irgendwie wohlwollend und einem zwar gewisse Regeln vorgibt, deren Überschreitung sanktioniert wird weil es nun einmal für alle so gilt, aber auch zeigt “hey, dich als Mensch mag ich gerne, es geht nicht um deine Persönlichkeit”, beispielsweise indem er einen tadelt aber wenn man sich entschuldigt dann auch wieder lieb lächelt, da schmelze ich dann sofort dahin. Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich sehe recht gut aus und ich merke auch, dass ich mit meinem Charme ein bisschen spielen kann und mich viele dieser Männer auch irgendwie zu mögen scheinen, aber ich frage mich warum ich deren Aufmerksamkeit so nötig habe. Dazu kommt, dass ich seit 8 Monaten mit einem Jungen aus meiner Nachbarklasse zusammen bin und immer wenn wir miteinander schlafen ist es für mich eher eine “Pflichterfüllung”. Ich denke auch nie an ihn sondern immer an ältere Männer. Hängt das mit meinem Papa zusammen? Bin total verzweifelt 🙁

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    match-patch

    7. November 2016 um 13:37

    Liebe Luisa,
    für viele Teenager gestaltet sich das Verhältnis zu den Eltern schwierig, das gegenseitige Verständnis ist in dieser Abnabelungsphase oft nicht gegeben. Mit deiner Mutter scheint es ja zudem schon immer Spannungen zu geben. Aber vielleicht wäre es ein guter Schritt, deinem Papa mitzuteilen, dass er dir fehlt, dass du die schöne Beziehung vermisst? Lass ihn wissen, wie er wieder mehr für dich da sein kann. Was den Jungen aus der Nachbarklasse anbelangt…Sex sollte Spaß machen, in jedem Alter. Dies als “Pflichterfüllung” zu bezeichnen, ist mehr als Alarmzeichen, die Beziehung zu beenden und gegebenenfalls in ein freundschaftliches Verhältnis umzuwandeln. Denn sexuelle Anziehung und Verlangen gehören zu einer Liebesbeziehung dazu. Letztendlich ist es auch nicht schlimm, auf ältere und reifere Männer zu stehen. In deinem Alter sammeln die meisten ohnehin erst einmal Erfahrungen mit verschiedenen Partnern um zu wissen, was für ein Partner zu einem passt und was für eine Beziehung man führen möchte. Da zählen negative Erfahrungen zwangsläufig auch dazu.
    Alles Gute
    Dein match-patch Team (PS. wir sind keine Psychologen)

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Madl

14. Oktober 2016 um 22:30

Bei mir stimmen alle Anzeichen. Ich verliebe mich oft in Führugspesonen die wesentlich älter sind. Ich habe Gefühle zu meinem Betreuer. Ich bin 28, er 52.
Wir kennen uns ewig. Haben schon so einiges erlebt.

Mein Vater hat mich mit 4 Jahren verlassen. Er fehlte mir nie, aber seitdem wir uns vor 6 Jahren wieder gefunden haben, fehlt er mir plötzlich. Er wohnt im Ausland, wir schreiben jede Woche. Mein Betreuer sieht gut aus, ist nett, lustig. Ich finde junge Männer gar nicht sexy, er muss ab 40 sein. Jetzt wo ich den Bericht gelesen habe, glaub ich, dass ich einen Vaterkomplex habe, oder?

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tarika

25. September 2016 um 02:31

Ich weiß nicht ob ich wirklich ganz in eine Kategorie passe. Mittlerweile bin ich 17 und meine eltern sind seit 4 jahren getrennt/geschieden aber auch schon davor bin ich so ziemlich ohne vater aufgewachsen weil er es nicht als seine Aufgabe sah sich um seine kinder zu kümmern. Es hat ihn nie wirklich IInteressiert wie es meiner mutter oder uns drei kindern geht. Ich als jüngste habe gefühlt am meisten darunter gelitten das der vater sich nicht für einen inteessiert selbst wenn man mit einem blau geschlagenen gesicht nach hause kommt weil man sich gegen einen Halbstarken nicht wehren konnte. Meine mutter hat ne Zeitlang versucht beide rollen zu übernehmen aber das schafft keiner. Seit dem ich ungefähr 12 war habe ich zb aus serien mir schauspieler als eltern fantasiert man kann sagen das ich mir vorgestellt habe die in einer gewissen Weise als eltern zu haben. Später 15/16 war es auch mit einer lehrerin zu der ich im unterbewusstsein versucht habe so eine art bindung aufzunehmen und durch rebellieren aufzufallen damit mich einer so wahrnimmt was meine “vergangenheit” mit mir gemacht hat.
Obwohl meine Mutter immer für mich da war hab ich sie nie um mich haben wollen sondern eine ganz neue heile familie. Auch steh ich eher auf ältere 5+ es wurde mir zwar immer gesagt das es daran liegt weil ich selber schon etwas reifer sei aber keine Ahnung wie das stimmt. Ich hatte nur einmal ein freund den ich nicht liebte sondern nur die Vorstellung das ein Mann mich liebt und für mich da isf und beschützt

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maxi

22. September 2016 um 10:17

Hallo,
ich weiß nicht ob ich einen vaterkomplex habe, da unter anderen nun festgestellt wurde das mein bruder anscheinend einen mutterkomplex hat wollte ich mal den vaterkomplek googeln. Ich als solches bin ein extremes daddy kind ich war unzertrennlich mit ihm aber als ich mir das nun durch lese habe ich gemerkt das ich auf bestätigung von meinem vater hoffe, alles muss ihm gefallen was er als solches aber nicht merkt, durch viel ablehnung von ihm wenig lob und co bin ich zu einem menschen geworden der lieber alleine lebt da ich viel alleine war damals. Diese kleine leere stopf ich mit tieren die mir liebe geben, ich lasse keine männer/ jungs an mich ran wenn es nicht unbedingt sein muss. Meine mutter und mein vater haben sich scheiden lassen als ich 4 jahre war, seitdem wurde ich ”hin und her” geschoben meine kindheit habe ich in WGs verbracht bis ich mit 8 zu meinem vater gezogen bin, dort lief es nicht besser und ich habe mich immer mehr zurück gezogen. Das ist bis heute so geblieben ich bin extrem schüchtern und brauche sehr sehr lange bis ich menschen vertrauen kann und normal mit ihnen reden kann. Villeicht hat ja jemand ein paar tipps. Würde mich freuen und danke im vorraus.

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Julia

7. August 2016 um 21:29

Guten Abend,

Ich habe mich schon vor einigen Monaten mit meinem damaligen Freund über den Vaterkonplex inforniert. Ihm ist die Idee gekommen, er meinte er hätte einige Dinge bemerkt. Und es stimmt, also ich denke es zumindest.
Mein Vater war nie da, ich hab fast keine Erinnerungen an meinen Vater aus meiner Kindheit. Er war sehr viel arbeiten. Ich war jeden Tag mit meiner Mutter alleine. Bin zu einem Mama Kind geworden. Deswegen brauch ich keine Anerkennung von meiner Mutter, ihre Meinung interessiert mich nicht. Aber die Meinung meines Vaters. Ich habe schon immer versucht meinem Vater zu gefallen aber es war nie genug. Ich könnte jetzt zig Beispiele nennen aber das würde nicht viel bringen. Ich spüre wie ich die Anerkennung und die Bestätigung brauche. Wenn ich das nicht von meinem Vater bekomme suche ich mir junge Männer raus die meine Hilfe brauchen, fast hoffnungslose Fälle die mir das geben. Ich denke der Zug ist jetzt bei mir und meinem Vater abgefahren, da kann man nichtsmehr retten. Ich fühle mich in seinen Augen wie ein Stück Dreck was jetzt auch noch verstärkt wird durch die Schwangerschaft meiner Halbschwester. Er ist so euphorisch weil sie die erste ist die ein Kind erwartet. Ich sehne mich nach einer Erwachsenen Beziehung, hab deshalb ich 21 Ex Freund 18 (kennen gelernt habe ich Ihn mit 19 er war 16, er hat psychische Probleme, verdient kein Geld, hat keine sozialen Kontakte wenn nur sehr sporadisch) Schluss gemacht vor 3 Wochen. Es ist nicht der normale Liebeskummer den ich verspüre sondern.. Wie soll ich das erklären? Das brennende Verlangen nach seiner Aufmerksamkeit und seine Bestätigung das ich gut bin und er mich braucht. Deswegen schreibe ich Ihm trotzdem denn es macht mich fertig das er ohne mich klar kommt. Und ich will ehrlich sein, ich hätte niemals gedacht das die Abwesenheit meines Vaters so starke Auswirkungen auf mein jetziges Liebesleben und Arbeitsleben hat. Ich brenne auf dieselben Dinge wir bei meinem Ex Freund nur eben jetzt auf meinen Ausbilder. Er selbst ist Vater ist erst 35 und ich hab das Gefühl das ich auf Ihn stehe und das macht mich fertig.

Falls das jemand liest und mir helfen kann, ich bin für jeden Ratschlag sehr dankbar.

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    Rina

    15. September 2016 um 15:42

    Hallo Julia,

    ich, mittlerweile Mitte 30, erkenne mich in Deiner Geschichte wieder. Meine Beziehung (ähnliche Konstellation was meinen Ex und seinen sozialen Status anbelangt) ist dadurch in die Brüche gegangen, weil ich nicht realisiert habe, was da unbewusst bei mir abging. Er wollte eine reife, erwachsene Beziehung. Ich gierte nach den Erfüllungen meiner kindlichen Bedürfnisse nach Annerkennung usw. Ich bekam schlimme Wutausbrüche wenn ich dachte ich verlöre seine Gunst. Forcierte unnötig Streits um Aufmerksamkeit zu bekommen usw. Er machte das irgendwann nicht mehr mit. Selbst in einer Therapie die ich noch während der Beziehung begann, stellte sich mein Unterbewusstsein quer und ließ mich nicht an dieses Vaterthema ran.
    Erst jetzt, so ich ihn verloren habe, ging der Deckel auf und alles kommt hoch.
    Sei also irgendwie froh dass Du jetzt in jungen Jahren erkennst, was da los ist in deinem Unterbewusstsein und fang an ganz bewusst zu reflektieren und aufzuarbeiten. Dazu brauchst Du Deinen Vater in real nicht zwingend. Wenn Du nicht allein damit weiterkommst, hole Dir Hilfe. Das ist beileibe keine Schande, sondern unterstützt Dich beim glücklich werden mit Dir selbst.

    Antworten auf Rina

Miri

25. Juli 2016 um 13:18

Hallo Zusammen,
auch ich falle hier, denke ich, etwas aus dem Rahmen. Laut Freud und Jung habe ich keinen Vaterkomplex. Jedoch ist es so, dass ich mich grad zu älteren Männern hingezogen fühle.
Vorgeschichte: Einziges Mädchen und mit drei Brüdern (zwei älter, einer jünger) wohlbehütet aufgewachsen. Ich wurde von allen geliebt udn war immer ein Papa-Kind, auch heute noch. Mein Dad und ich sind uns in eingen Dingen sehr ähnlich, jedoch habe ich auch Züge von meiner Mom. Meine erste Liebe (Name wie mein Dad) dauerte von 2002 (15 J.) bis 2010 (22 J.). Ich wurde belogen, betrogen, hintergangen, gedemütigt etc. Seitdem bin ich Single. Ich hatte hier und da Bekanntschaften, aber etwas ernstes wurde nie daraus – das hatte ich nciht zugelassen.
Seit letzten Jahr habe ich wieder Bekanntschaften gemacht, wo die Männer in meinem (29) Alter +5 Jahre waren, aber das hat nciht funktioniert. Vor kurzem habe ich jmd. kennen gelernt, er ist 45 Jhre alt, und ich fühle mich sehr wohl mit ihm. Natürlich ist das schon eine beträchtliche Anzahl an Jahren, aber ich mag ihn gerne. Er hat Manieren, versteht mich und geht vorsichtig mit mir um. Wie ich es mir immer gewünscht habe von einem Mann. Er ist nicht der erste soweit ältere Mann.
Naja, jedenfalls mache ich mir seitdem etwas Gedanken, ob Männer in meinem Alter einfach ncihts für mich sind, weil die Erfahrung fehlt. Ich war bereits wegen der Trennung 3 Jahre in Therapie.

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    Jenni

    21. September 2016 um 21:17

    Hallo Miri,
    ich kann dich da vollkommen verstehen. Mein Vater war ein Arschloch, wir haben uns aber nach einem Jahr Funkstille zusammen gesetzt und ja.. Seitdem ist alles gut – vielleicht liegts auch an der jetztigen Entfernung, und weil wir uns kaum noch sehen. Du hattest auch das Thema Beziehung mit älteren Männern angesprochen. Nun, das ist auch momentan so bei mir. Meine “erste” Liebe war 36 und ich 21. Er war immer so nett zu mir aber ich bin einfach so das schüchternde Mädchen, wir hatten aber trotzdem ein Treffen und er zeigte mir ein bisschen was von der Stadt (wohne hier erst seit nem Jahr). Der Tag war so schön.. aber da ich Angst hatte, dass er vielleicht doch nur was anderes will, habe ich’s abgebrochen. Nun, einige Monate später, hab ich das Gefühl das ich mich in einen weitaus älteren Mann verguckt habe. Es ist komisch.. aber erst dachte ich, ich wäre nicht mehr ganz klar im Kopf. Anscheinend liegt’s auch an dem Vaterkomplex, aber was soll ich tun .. ? Ich kann mit Jungs in meinem Alter echt nichts anfangen, weil ich das Gefühl habe, sie würden mich nicht verstehen.
    Einen schönen Tag noch, wünscht Jenni

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Maria

7. Juli 2016 um 02:06

Mein Vater war km meiner Kindheit nie da. Meine Eltern haben sich vor einem Jahr getrennt weil er seit Jahren fremd geht. Ich bin erst 14 aber ich hatte das schon lange gewusst. Ich habe keine Vaterliebe erfahren und wollte mich informieren, ob es dahingehend Auswirkungen gibt. Bei uns wird auch nur schlecht über ihn geredet und ich mach mir d.h. etwas Sorgen um meinen kleinen Bruder obwohl die beiden auch immer Streit hatten. Naja, ich wollte mich für diese schön geschilderte Auskunft bedanken.

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marina

12. Mai 2016 um 14:46

durch ein gespräch in den letzten tagen ist mir gekommen, mal unter “vaterkomplex” zu googeln. vielleicht sollte ich noch ein paar tage verarbeiten, was ich hier las, bevor ich einen kommentar schreibe ….
es ist unglaublich, wie mir meine seele immer nur stückweit erlaubt, weiterzuarbeiten. nach bereits 10 jahren therapie (4 jahre klassische psychoanlayse d.h. 3 mal wöchentlich auf die couch, mehrere psychosomatische klinikaufenthalte von bis zu 1/2 jahr) entdecke ich hier ein neues traumatisches arbeitsfeld für mich.
ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich mal im empfangszimmer eines gutachters diverse anamnese-fragen über mein leben am stück beantworten sollte. dann kam die “banale” frage nach meinem vater …. über seine krankheiten …. seinen tod. da musste ich dann hemmungslos anfangen zu weinen. er wurde, als ich 17 jahre alt war, umgebracht, ausgeraubt und erlag seinen verletzungen.
ehrlich gesagt, ich hatte ihn nie. aber ich fühle, dass ich so bin wie er war. als ich 4 jahre alt war, haben sich meine eltern scheiden lassen. meine mutter hat meinen vater so schlecht geredet, dass mein bruder und ich jedesmal, wenn er anrief, kein verlangen danach hatten, ihn nicht mal zu sprechen. uns wurden immer und immer wieder nur seine fehler aufgetischt. er aber gab nicht auf …. eines schönen tages, als ich 17 jahre alt war, rief er wiederum an und ich bestand darauf, ihn am telefon zu sprechen. wir verabredeten uns in der nächsten woche in einem cafe, nachdem ich ihn 13 jahre nicht gesehen hatte. ich hätte ihn sehr gerne noch unendlich lange wiedergesehen, aber in dem monat geschah das unglück. ich war auf seiner beerdigung, aber ich hatte keine zeit, weder bei dem “ersten”, noch bei dem “letzten” treffen, mir meiner gefühle wirklich bewusst zu werden.
vom hörensagen fühle ich mich ihm sehr zugetan. er war ein individualist. alles wesentliche denke ich, habe ich von ihm, denn von meiner mutter kann ich es nicht haben. vielleicht idealisiere ich ihn, aber meine mutter “kenne” ich schon mein ganzes leben. sie ist regelrecht kaltschnäutzig und absolut lieblos. sie spielt theater und ich habe schon lange keinen kontakt mehr zu ihr.
mein ganzes leben ist davon geprägt, meinen vater, meine wurzeln zu suchen. unsere damalige und einmalige unterhaltung im cafe war wirklich viel zu kurz ….

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Jazz

4. Mai 2016 um 00:17

Hallo,

Ich falle hier etwas aus der Runde und habe lange überlegt ob ich das überhaupt schreiben soll.. ich hatte einen wirklich guten Vater. Er war ein HSP (highly sensitive person) , was für mich als Tochter toll war. Er hatte zwar seine Firma (war Selbstständig und sehr erfolgreich) und entsprechend viel beschäftigt, aber wenn er da war, war er ernsthaft da und hat sich ganz viel gekümmert und mit mir gesprochen etc. Er gat mir beigebracht, sich zu wehren (grade w e i l ich ein Mädchen bin -hat er immer gesagt) , hat mich in neue Situationen geschubst und war aber immer im Hintergrund da, wenn ich Hilfe brauchte. Wir haben viel musiziert und auch zusammen geweint, wenn etwas traurig war. klingt jetzt alles traumhaft und das war es auch, ich mag meine Mutter aber meine Hauptbezugsperson war definitiv mein Dad. Leider ist es innerhalb von einer Woche an einem Schlaganfall gestorben (ich war gerade 17 geworden) und irgendwie bin ich an diesem Ideal hängengeblieben. Ich bin mittlerweile weit über 30 Jahre alt, habe viele gescheiterte Beziehungen hinter mir und meine Ehe kriselt heftigst. Ich frage mich, wann ich aufhöre , ich sag mal “normale Männer” so zu akzeptieren , wie sie sind. Da er sensibel und erfolgreich war , hat er weder dem klassischen Boycode entsprochen (super tough, erfolgreich und abwesend) noch war er so eine “willst du n mate Tee -Lusche” (ohne Ambitionen aber Familienkompatibel). Ich hab irgendwie das Gefühl, ich renne einen Idealbild hinterher..

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Gisela

23. Januar 2016 um 22:54

Ich und meine Geschwister haben das Gefühl einen Gestaltwandler als Vater zu haben. Er hat schon Jahrelang keine ruhe und kontinuität mehr in seinem leben gehabt und schaft es immer wieder uns zu verblüffen/Entsetzen. Bestürzend ist sein verlangen nach Unterstützung und Höflichkeit unsererseits. Uns gegenüber ist er jedoch ungehalten und selten eine Hilfe und mehr wie ein bockiges Kind. Am schwierigsten finde ich seinen Geltungsdrang immer den Prediger und Lehrer zu spielen ohne Referenzen zu haben. Ihn den Spiegel vorzuhalten kommt für uns jedoch nicht infrage da wir ihn für instabil halten und Ihn sein eigenes Universum lassen müssen. Das was er sein leben lang geschafft hat, ist sich der Realität durch Ablenkung und der Verwirklichung seiner Träume zu entziehen. Wir und unsere wünsche für einen Vater blieben immer nur Zweite Wahl. All das konnte ich Ihm verzeihen bis er anfing anderen Menschen gegenüber eine untolerante Einstellung zu zeigen nur weil sein Leben Ihm nicht mehr genug Befriedigung gab. Das einzige wofür ich Ihn bewundert habe war das ich stolz darauf war das er der toleranteste und bunteste Mensch war den ich kannte und das hat er mir genommen indem er Fremdenfeindlich geworden ist. Ich kann es immer noch nicht begreifen, dass er vom Hippie, Ökopionier, Krischna Anhänger und spirituell interessierten Mensch zum Bergida und Afd Freak gewechselt ist. Da wir alle seine neuen Einstellungen nicht teilen ist es für uns schwierig, den Kontakt zu halten.

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Sandra

11. Dezember 2015 um 11:21

Hallo!
Ich bin mit meinem Freund knapp 5 Monate zusammen. Von Anfang an redete er viel von sich und seinem gestörten Verhältnis zu seiner Familie. Der Vater unterdrückte und schadete der Familie durch Fremdgehen, lügen, Missbrauch, stalking, etc. Vorallem die nie zugekommen Liebe, Anerkennung und Fürsorge seines Vaters prägt sein Leben bis heute unversöhnlich und aggressiv. Selbstschutz durch Wut, dominantes und aggressives Verhalten. Ich suche nun ein Buch, eine Art Ratgeber um mich als seine Freundin besser mit dieser Materie befassen und ihn verstehen zu können.

Beste Grüße
Sandra

Antworten auf Sandra

    Anne Baier

    18. Februar 2016 um 06:54

    Es gibt das Buch für Männer ( sehr inteterssant auch für Frauen: Das Männerprinzip.
    Für Frauen: Die verletzte Tochter.
    Beides bei Amazon zu bestellen.
    Gruss Anne

    Antworten auf Anne

Anonymina

10. Juni 2015 um 14:15

Also mein Vater hat mir nie die Zuneigung geschenkt die ich von einem Vater gebraucht habe, war gefühllos und kalt, hat zwar dennoch Zeit mit mir verbracht als ich 10-11 Jahre alt war, aber mehr Freund und nicht wie ein Vater. Er hat mir nie gesagt das er mich liebt und ich bin ohne Liebe zu ihm aufgewachsen. Seit ich Geschlechtsreif bin, kann ich mich erinnern – hab ich mich oft nach männlicher Zuneigung und Sex gesehnt..Heute bin ich 21 und ich fantasiere oft von tollen Älteren Schauspielern zb und beneide andere Kinder um ihne glücklichen Eltern und Väter.. Welche Art von Vaterkomplex hab ich?

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Lisa

19. Mai 2015 um 12:06

Tja als ich hier so die geschichten gelesen habe, kamen mir mehr als einmal die Tränen.
Ich für meinen teil wuchs als scheidungskind auf. Also ab ca.4 keinen Papa mehr. Als meine Mama dann nochmals heiratete einen sehr viel jüngeren mann rebelliert ich und ging zu meinem Vater zu dem ich mit 14 ca. 0.5 Jahre Kontakt hatte. Er hatte allerdings auch neu geheiratet und meine Stiefmutter litt / leidet unter schwersten deppressionen. Trotz allem hielt ich mich für stark trotz großer Probleme wie Außenseiter sein, Streber sein….jetzt mit 25 find ich mich wieder als geschiedene Frau, die mit einem 10 Jahre älteren Mann zusammen ist, der unglaublich Dominant, und mir kein Gefühl von Geborgenheit und Wertschätzung geben kann weil er selber zu kaputt ist aufgrund seiner Lebensgeschichte…ich quäle mich Tag für Tag wie wertlos ich bin….obwohl es objektiv nicht stimmen kann …manchmal wäre es besser manche Menschen würde es nicht geben…leider hatte ich nicht genug Zeit die Feindseligkeit gegenüber meiner Mutter wieder gut zumachen denn als ich anfing zu verstehen was in meiner Kindheit abging starb sie an Krebs mit 48…
und ich vermisse sie so wahnsinnig vor allem als Mama und als Schlüssel zu meinem Frausein…

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    marina

    12. Mai 2016 um 13:18

    mir geht es gerade so wie dir damals, als du das alles gelesen hast: TRÄNEN, TRÄNEN, TRÄNEN …. ohne liebe als kind wird man zum emotionalen krüppel.
    ich wünsche dir alles liebe

    Antworten auf marina

luisa

25. März 2015 um 15:09

Ja mir geht es so das ich auf ältere Männer stehe die ca 15 bis 20 Jahre älter sind als ich . Ich hatte nie einen Vater und fühle mich zu älteren hingezogen und bin auch verliebt in einen der eine starke aber liebevolle Art hat . Er ist klug und immer da wenn Not am mann ist . Aber wie oben geschrieben “leider” die geliebte und ich habe ihn wieder nur sporadisch. Trotz allem aber ein schönes Gefühl . Jungs in meinem alter , für mich unvorstellbar .

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michael

22. Januar 2015 um 10:37

hallo leute genau so ne Krankheit hat meine frau. wir haben uns vor einer gewissen zeit getrennt weil es lief nicht mehr zwischen uns und sie hat sich nen 20 jahre ältern mann geangelt. wir leben noch gemeinsam, ist etwas kommisch. und der text dazu entspricht voll und ganz

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Lucia

15. Oktober 2014 um 21:25

Hallo,

das was ich hier schreibe habe ich noch nie richtig jemandem erzählt, ich bin mir ziemlich sicher dass ich in mehrere Kategorien falle.
Mein Vater ist Alkoholiker seit seiner Jugend, meine Mutter bleibt jedoch bei ihm und lässt sich kaputt machen. Mein Vater und ich reden nun seit 8 Monaten nicht mehr miteinander, inzwischen bin ich ausgezogen (ich bin 20). Die Erinnerungen an meinen Vater sind sehr unterschiedlich:

Er hat mich und alle um such rum immerzu gedemütigt, auf alle erdenklichen Art und Weisen.
er hat mich und meine Schwester geschlagen, beschimpft und psychospiele gespielt ohne ende.
Haben wir gespielt oder rumgealbert musste er es immer so sehr übertreiben bis ich geweint habe (immer!)
Auf der anderen Seite hat er immer mit mir geprahlt, mit meinen guten Noten, meiner Schlagfertigkeit und Intelligenz.
Er fand immer ich wäre undankbar und hat sachen erfunden, die er mir geschenkt oder ermöglicht hat.
Mein Vater ist psychisch krank, da bin ich ganz sicher, ich habe noch nie einen so bösartigen Menschen gesehen. Auch meinen Hund hat er gequält.

Mein erster fester Freund war meinem Vater unglaublich ähnlich, ich habe allerdings 1,5 Jahre gebraucht um mir dessen bewusst zu werden.

Seit der Trennung meinerseits bin ich ein Wrack. Ich flirte wie verrückt, trinke, habe one night stands nach dEnen ich mich immer wie dreck fühle. Hinterher verliebte ich mich 2 mal unglücklich, obwohl die kerls absolute arschlöcher und nicht mal mein typ sind. Hat ein netter Kerl Interesse an mir, gehe ich darauf ein und blockiere, sobald es in Richtung Beziehung geht (obwohl ich mir wirklich einen Freund wünsche)..
ich gebe mich nach außen sehr stark und tough, emanzipiert und offen. Generell unterdrücke ich eigentlich immer meine Gefühle, geweint habe ich schon lange nicht mehr. Ich will eigentlich nur aufhören mir selbst so weh zu tun mit der suche nach Bestätigung oder was auch immer. . Im Moment denke ich immerzu an einen Freund, mit dem ich vor kurzem geschlafen habe und wo von Anfang an klar war dass das nie funktionieren würde, doch scheinbar zieht mich genau das an.

ich bin schon länger am überlegen ob ich einen Arzt aufsuchen sollte, weil ich mich wirklich quäle. .

Antworten auf Lucia

    match-patch

    16. Oktober 2014 um 17:30

    Liebe Lucia,

    Ihre Geschichte klingt traurig aber nicht hoffnungslos, denn Ihre Überlegung, einen Psychologen aufzusuchen, ist sicherlich sinnvoll. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Lösung Ihrer Beziehungsmuster und damit verbundenen Probleme.

    Ihr match-patch Team

    Antworten auf match-patch

    Felicia

    8. Juli 2016 um 01:19

    Der letzte Abschnitt klingt so als hätte ich es erzählt. Tatsächlich habe ich mir bis heute nie richtig bewusst gemacht, was da eigentlich in mir und mit mir passiert. Ich finde es nur so schwer mit jemanden darüber zu reden…

    Antworten auf Felicia

Aki

5. Oktober 2014 um 00:09

Hallo…

Also was ich zu meinem Vater sagen kann ist…er wusste nie was er mit seinen Kindern machen sollte (habe noch 3 ältere Geschwister). Meine Eltern sind über 6-7 Jahre nun getrennt und er hat eine neue Partnerin mit der ich mich immer…nun ja… anlege weil ich: ihre Meinung oder Anweisung nie akzeptiere… nun…ich vermisse es einen Vater zu haben, ich sehe ihn selten und wenn dann nur in den Ferien, da er 6 stunden von mir entfernt wohnt… immer wenn ich Filme sehe wo sich z.bsp. ein Mann anstrengt ein besserer Vater für seine Kinder zu sein, fange ich oft an zu weinen obwohl ich es auch ab und zu erst bemerke wenn ich die Tränen auf meinem shirt oder so merke… und es ist besonders schlimm geworden nachdem sich mein ex von mir getrennt hatte….ich wünsche mir einen Vater der für mich da ist….ich war wochen lang total unglücklich wegen meiner Trennung und meim Vater hatte erst 3 Monate später davon mitbekommen als er mich angerufen hatte und ich es ihm erzählt hatte und selbst da…er sagte nur sowas wie oh hm schade und dann war das Telefonat auch kurz danach schon vorbei….wir haben uns nichts zu sagen….dabei wünsche ich mir einen Vater, der für sein kleines Mädchen da ist und alle bösen jungs von ihr fern hält..
Wie soll ich damit umgehen?

Antworten auf Aki

    match-patch

    6. Oktober 2014 um 11:12

    Liebe Aki,
    ich verstehe gut, dass Sie sich einen präsenteren Vater wünschen. Leider müssen viele verlassene kleine und große Kinder akzeptieren, dass sie eben einen Vater haben, der nur wenig für sie da ist. Vielleicht hilft es, mit ihm offen unter vier Augen darüber zu sprechen und ihn um mehr Zeit und Anteilnahme an Ihrem Leben zu bitten. Sie könnten ihm auch einen Brief schreiben, in dem Sie ihm Ihre Gefühle offenbaren.
    Ich wünsche Ihnen viel Glück und wenn es Ihnen sehr schlecht geht könnten Sie sich eine Familientherapie gönnen. Darin lässt sich solch eine Lebensgeschichte aufarbeiten. Das hat schon vielen geholfen.

    Alles Gute für Sie und herzliche Grüße
    Dr. Sonja Deml

    Antworten auf match-patch

Dima

3. Oktober 2014 um 18:40

Ich teile mich eindeutig in die letztere Kategorie von der alleingelassenen Tochter ein.
Ich merke selbst, wie ich in jedem meiner Partner eine Art Vaterersatz suche. Bevor ich mich näher mit diesem Thema beschäftigt habe, ist mir mein Nachhängen an ein Vaterideal schon zunehmender aufgefallen.

Das Problem dabei ist nun leider, dass mir dies Steine in den Weg legt innerhalb meiner Beziehungen. Bei meinen Partnern fühle ich mich oft wohl und geborgen, doch sobald diese Wand durchbrochen wird und es zu intimen Handlungen oder Gefühlen kommt, die über dieses Vaterbild hinausgeht und natürlich rein gar nichts mehr damit zu tun hat, blockiere ich alles.
Dass das nichts mehr mit Vaterliebe zu tun hat, ertrage ich nicht, da ich niemanden auf dieser Ebene hatte, der mich wirklich auf diese Weise geliebt hat. Ein Freund ist natürlich kein Vaterersatz und sollte es auch nicht sein, aber das ist eine verdammt diffizile Angelegenheit für mich.

Ich habe mir immer einen Vater gewünscht, der sich um mich kümmert, einen Arm um mich legt und klischeehafter Weise beteuert, dass alles gut wird.
Ziemlich kläglich, oder?
Und wenn ich nur diese platonisch angelegte Liebe nicht bei meinem festen Freund bekommen kann, dann habe ich das Gefühl, mch aufzulösen.

Antworten auf Dima

Annie

7. September 2014 um 22:23

Hallo,
ich denke ich habe einen Vaterkomplex (bzw. Elektralkomplex) mein vater war lange zeit nicht da (oder nur wenig) meine Eltern, nie verheiratet. Ich wünschte mir schon als kleines kind sie mögen zusammen ziehen, was mir allerdings nicht gewährt wurde. seit ein paar jahren schon (etwa 6) möchte ich lieber bei meinem Vater als bei meiner Mutter leben, was sich rechtlich gesehen allerdings nicht durchsetzen lassen würde. Vor einiger zeit habe ich bemerkt, dass ich, wenn ich mir (m)einen Traummann vorstelle, einen Langhaarigen muskulösen (naja nicht zu muskulös, aber keine bohnenstange), dünnen, großen mann vorstelle, was meinem vater seeehr ähnelt…

Antworten auf Annie

lalilu

28. April 2014 um 12:39

Hallo,

meine Mutter und ich vermuten sehr stark, dass mein Vater unter dem Asperger-Syndrom leidet. Viele der Kriterien sprechen dafür und man bekommt es immer wieder zu spüren.
Das Zusammenleben war nie wie mit anderen “normalen” Vätern. Das er zB mit meinem Bruder Fußball spielte, mir bei den Hausaufgaben half, meine Mutter bei einer konsequenten Erziehung unterstützte, oder seine Kinder bei Verstimmungen tröstete. Stattdessen vertiefte er sich in SciFi-Romane/historische Sachbücher oder Computerspiele. Wenn man was von ihm wollte, musste man ihn erst 2-3 Mal in lauter werdendem Ton ansprechen und auch dann wies er nur mangelndes Interesse auf. Oftmals hatte man das Gefühl, er würde einem gar nicht richtig zuhören; seine Aufmerksamkeitsspanne war von Kürze geprägt.
Erklärungsversuche in Mathe verpufften schnell, nachdem er sich sehr schnell in Tobsuchtsanfällen erschöpfte, sofern man etwas nicht verstehen konnte. Er besitzt kaum Empathievermögen, kann psychische Erkrankungen nicht verstehen und rät den Leuten dazu, sich zusammen zu reißen. Als ich unter einer Verstimmung litt, die meinen Lebensalltag stark beeinträchtigte, riet er mir ebenso, ich müsse mich eben zusammenreißen und alles sei nur Einbildung.
Er kann seine Emotionen nicht zum Ausdruck bringen; die Beziehung zu meiner Mutter leidet an dieser Emotionsarmut. Es ist als würde man an einer Mauer abprallen. Er zeigt keinerlei oder nur wenig Interesse an seinen Mitmenschen. Das hat meiner sonst glücklichen Kindheit einen faden Beigeschmack verliehen. Damals war mir das gar nicht bewusst, wenn ich das jedoch Revue passieren lasse, wird es mir immer klarer. So hatte ich auch nie damit gerechnet, dass es Folgen haben würde.

Die letzten Jahre habe ich damit verschwendet, mich an Männern wegzuwerfen, die mich nur für das Ausleben ihrer Triebe nutzten. Viel zu schnell stieg ich mit ihnen ins Bett, obschon ich nicht einmal sonderlich gern Sex habe. Es waren für mich 20 Minuten, in denen ich ein wenig Zärtlichkeit erfahren durfte und vorallem die gesamte Aufmerksamkeit des Mannes genoss. Häufig verschickte ich Internetbekanntschaften Bilder meines Körpers, um Komplimente zu erhaschen, um bewundert zu werden. Auf einem Festival knutschte ich wahllos mit jedem, der meinen Weg kreuzte. Sofern ich zu viel getrunken hatte, zeigte ich meinen nackten Busen herum. Wenn jemand Gefühle für mich hatte, spielte ich dies aus, entfachte in ihm immer wieder neue Hoffnungsfeuer, damit seine Liebe nicht abließ.
In einer Beziehung kann ich nicht treu sein, sondern verfalle oftmals in Langeweile, möchte Abwechslung, möchte wieder das Neue und Unbekannte. So fand ich mich auch dort oftmals im Bett eines Anderen.
Ich verwechselte die Triebe des Mannes (und die oftmals daraus resultierende Wahllosigkeit bei Geschlechtspartnerinnen) mit einer etwaigen Zuneigung und Wertschätzung ihrerseits mir gegenüber. Ich maß dem zu viel bei; fühlte mich dann bestätigt, gut und unantastbar.
Ich bin eine relativ intelligente und relativ hübsche, junge Frau, die soviel Zeit an den Versuch verschwendete, ihr verkümmertes Selbstwertgefühl anhand bedeutungsloser und unwürdiger Affären aufzupolieren. In dieser Zeit habe ich mich an Menschen hergegeben, die ich einfach nicht verdient habe. Ich bin herzlich, humorvoll, empathisch, und liebevoll und die Männer, mit denen ich zusammen war, haben meine Persönlichkeit, mein ganzes Dasein bespuckt und mit Füßen getreten. Und ich habe das erduldet.

Nach längerem Überlegen, fand ich die Gründe dieses traurigen Verhaltens in der Beziehung zu meinem Vater. Die Aufmerksamkeit, die er mir schuldig ist, suche ich bei anderen Männern. 1+1 – Eine einfache Rechnung und psychologisch glasklar.

Man kann nie ändern, was einen zu dem gemacht hat, was man ist. Aber man kann seine Einstellung dazu und somit sein Verhalten ändern.
Ich stand an der Schwelle eines aufkeimenden Alkoholismus, habe mich “aus Versehen” von einem viel älteren Mann schwängern lassen und dieses Kind abgetrieben.
Mein Leben besteht nun aus sehr viel weniger Räuschen, Kontrolle, Routine und keinerlei intimen Beziehungen.
Eine Partnerschaft fällt mir sehr schwer, da ich extrem wählerisch bin und dies nicht abstellen kann.

Ich habe mir geschworen, mich nie wieder an jemanden wegzuwerfen, der meiner nicht wert ist.

Antworten auf lalilu

    match-patch

    29. April 2014 um 13:07

    Liebe lalilu, offenbar hast du dich selbst bestens analysiert. Viel Erfolg weiterhin in deinem Leben und bei der Partnersuche, damit du bald jemanden findest, der dir guttut! Hier noch ein Buchtipp

    Herzliche Grüße
    Dr. Sonja Deml

    Antworten auf match-patch

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