Angst vor einer Beziehung

von | 24. Oktober 2013

Die Gründe für die Angst vor einer Beziehung liegen oftmals in der Kindheit. Symptome und Hilfe bei Beziehungsangst.

Angst vor BeziehungDie meisten Menschen sehnen sich nach einem Partner, dem sie ganz nah sein können. Doch manche Menschen können die Nähe kaum aushalten und haben Angst, sich auf einen anderen einzulassen. Je enger eine Paarbeziehung wird, desto mehr gehen sie auf Distanz. Sie haben das Gefühl, flüchten zu müssen. Manchmal brechen sie einfach einen Streit vom Zaun, um aus der aufgebauten Nähe wieder Distanz werden zu lassen. Nicht selten verschwinden Partner mit Bindungsangst auf einmal. Vielleicht hinterlassen sie wie Berger in „Sex and the City“ ein Post-it mit den Worten „I’m sorry, I can’t. Don’t hate me.“ Diese Angst vor einer Beziehung kann sich bis zur Panik steigern und vielfältige Ursachen haben.

Angst vor Nähe: Die Ursachen

Wer Angst vor einer innigen Partnerschaft hat, sollte seiner Angst auf den Grund gehen. Hinter der Angst vor Nähe kann beispielsweise die Angst, verletzt oder vom Partner verlassen zu werden, stecken. Sie haben vielleicht Angst, ihre Freiräume und ihre Selbständigkeit zu verlieren und von einem anderen Menschen vereinnahmt zu werden. Manche fürchten, etwas zu versäumen, wenn sie sich nur auf einen Menschen einlassen. Angst vor der Verantwortung, die eine Partnerschaft mit sich bringt, können ebenfalls hinter Bindungsangst stecken. Menschen mit Beziehungsangst möchten sich vor verletzenden Gefühlen schützen und vermeiden so eine innige Partnerschaft. Andere Gründe für Beziehungsangst können negative Erfahrungen in der Vergangenheit wie schmerzhafte Trennungen von früheren Partnern, Vertrauensmissbrauchserfahrungen oder gar sexueller Missbrauch sein. Nicht selten liegen die Gründe für Beziehungsangst in der Kindheit: Auch eine schlechte Ehe der Eltern oder die Scheidung der Eltern können Beziehungsangst auslösen, wenn diese Ereignisse das Kind traumatisiert haben.

Symptome von Beziehungsangst

Beziehungsangst ist nicht nur so ein Gefühl, sondern es kann heftige körperliche Symptome nach sich ziehen, die sich wie eine Panikattacke anfühlen können. Beklemmungsgefühle, Herzrasen, Schweißausbrüche und Übelkeit sind einige der möglichen Symptome. Die Betroffenen haben Angst um ihren Körper und möchten aus der für sie beengenden Situation ausbrechen. Die Nähe kann den Betroffenen körperliche Schmerzen bereiten, was der Partner meist nicht nachvollziehen kann. Der Partner möchte sich vielleicht sogar noch mehr um den von Angst geplagten Betroffenen kümmern und ein Teufelskreis setzt sich in Gang. Nicht selten kommt es dann zur Trennung, weil es scheint, als sei der von der Angst geplagte Partner nicht „beziehungsfähig“. Dieser glaubt das nicht selten sogar selbst, bekommt Schuldgefühle und entwickelt ein negatives Selbstbild. Vor allem, wenn sich Trennungen aufgrund der Angst vor einer innigen Beziehung häufen, kann der Betroffene denken, nicht „normal“ zu sein. Ein Hinweis auf Bindungsangst kann übrigens auch sein, dass Menschen sich immer wieder in liierte oder verheiratete Partner verlieben. So vermeiden sie die Nähe einer festen Partnerschaft.

Hilfe bei Angst vor einer Beziehung

Angst vor Nähe kann man überwinden, indem die Ursachen für diese Angst ausfindig gemacht werden. Dann können diese aufgearbeitet werden. Wichtig ist, dass der Betroffene mit jemandem über seine Bindungsangst spricht. Der Partner oder andere nahestehende Personen sind damit meist überfordert, aber Psychotherapeuten sind darin gut ausgebildet, Ängste zu erkennen und sie können mit dem Betroffenen Strategien zum Umgang mit der Angst erarbeiten und das Selbstwertgefühl stärken.

Beziehungsangst auf einen Blick:

• Menschen mit Beziehungsangst gehen auf Distanz, sowie die Beziehung eng wird
• Sie haben Angst, verletzt oder verlassen zu werden oder ihre Selbständigkeit zu verlieren
• Beziehungsangst kann sich auch körperlich äußern
• Betroffene Menschen sollten die Ursachen ergründen
• Oft liegt die Ursache in der Kindheit oder in schmerzlichen Erfahrungen
• Auf Dauer kann sich ein negatives Selbstbild entwickeln
• Psychotherapie kann helfen, mit der Angst umzugehen und das Selbstwertgefühl zu stärken

Foto: diez-artwork – Fotolia.com

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