Partnerschaft: DDLG und Daddykink

von | 5. Februar 2020

In Partnerschaft, in denen DDLG bzw. Daddykink ausgelebt wird, gibt es eine eigene Beziehungsdynamik mit einem fürsorglichen und einem kindlichen Part.

DDLGDer Begriff Daddykink wird unterschiedlich definiert. Es kann beim Daddykink um eine sexuelle Neigung gehen oder um die Gestaltung einer Partnerschaft, in welcher der Mann den väterlichen, fürsorglichen Teil übernimmt und die Frau ihr kindliches Wesen auslebt. Manchmal beherrschen sexuelle Neigungen und die Alltagsgestaltung Daddykink-Partnerschaften. Eine einheitliche Definition scheint es bislang noch nicht zu geben. Und es kann nicht ohne weiteres festgestellt werden, ob ein Vaterkomplex bei der Frau hinter Daddykink steckt.

DDLG: Die Beziehungsdynamik

DDLG bedeutet Daddy Dom und Little Girl. DDLG steht für die Beziehungsdynamik zwischen einem väterlichen, fürsorglichen Mann und einer kindlich gebliebenen Frau. Beide leben ihren Charakter aus: Der Daddy übernimmt gerne die Führung und achtet besonders liebevoll auf sein kleines Mädchen. Er möchte ihr Geborgenheit geben und Little in ihrer Entwicklung unterstützen. Little soll sich entfalten und wachsen. Sie braucht Daddy Dom, der sich um sie kümmert und er braucht Little, damit er seine fürsorgliche Seite ausleben kann.

Daddykink: Die Rolle der Frau

Die Frau wird als Little Girl oder kurz als Little bezeichnet. Sie trägt kindliche Anteile in sich und braucht einen starken Partner, der sie unterstützt und führt. Little spielt keine Rolle, sondern es ist ihr Charakter. Sie kann unselbständig, empfindlich, schutzlos, verletzlich, trotzig, frech, anhänglich, kuschelbedürftig sein. Littles benötigen wie kleine Kinder viel Aufmerksamkeit vom Partner. Im Alltag außerhalb der Partnerschaft können sie durchaus bestehen. Einige fahren Auto, arbeiten und erledigen Papierkram selbständig. Nach außen hin können sie stark wirken – zuhause möchten sie oftmals nicht ohne ihr Kuscheltier einschlafen. Daddy ermahnt sie, genug zu trinken, sich warm anzuziehen und pünktlich ins Bett zu gehen. Little braucht Regeln, die vom Daddy überwacht werden. Daddy sollte liebevoll, aber streng vorgehen, wenn sich Little zu ihrem eigenen Schaden nicht an die Regeln hält.

Daddykink und die Rolle des Mannes

Daddy Dom benötigt zur Durchsetzung der Regeln Einfühlungsvermögen und Geduld. Er muss seinem Little einen geschützten Rahmen geben, in dem es Kind sein darf und sich auf ihn verlassen kann. Daddy muss ein vertrauenswürdiger Mann sein. Seine Rolle spielt er nicht, sondern er hat eben solch einen Charakter. Der Daddy gibt nicht den Vater, obwohl es die Übersetzung von Daddy suggeriert, sondern er umsorgt Little mit seinen väterlichen Zügen. Er gibt Little einen geschützten Ort, an dem Geborgenheit und Liebe vorherrschen, was die Frau für ihre Entwicklung braucht. Little ist Daddys absoluter Liebling und deshalb hat er stets ihr Wohl im Auge. Er geht liebevoll auf Little ein, belohnt und lobt seine Partnerin, baut sie auf, wenn sie traurig, gekränkt oder krank ist und nimmt sich viel Zeit für sie zum Kuscheln, Streicheln, Spielen usw.

Vaterkomplex bei Daddykink

Betroffenen Frauen fragen sich manchmal, ob sie am Vaterkomplex bzw. Elektrakomplex leiden, also überstark an ihren Vater gebunden sind: Die Frau ist geprägt durch die Männlichkeit ihres Vaters, was sich auf die Wahrnehmung von Männern auswirkt. Ihr Partner soll so sein wie ihr Vater. Es könnte aber auch sein, dass Littles in ihrer Kindheit einen abwesenden Vater hatten bzw. kein geeignetes väterliches Bild, an dem sie sich orientieren konnten und das sie in ihrer Entwicklung positiv beeinflusst hat. Daher könnte die Sehnsucht nach einem starken Vater stammen. Vielleicht haben ihre Eltern aber auch selbst eine Daddykink-Beziehung geführt und ihr dieses Partnerschaftsmodell als „normal“ vorgelebt. Das könnte auch bei den Männern eine Rolle spielen. Vielleicht erlebten Daddy Doms ihre Mutter als schwache Frau, die vielleicht sogar alleinerziehend war und sie kümmerten sich als Partnerersatz um ihre Mutter. Möglich ist auch der umgekehrte Fall: Die Mutter erschien als überaus mächtig. Er lehnt dies nun ab und sehnt sich nach dem Gegenteil.

Regeln bei Daddykink-Partnerschaften

Feste Regeln, mit denen beide einverstanden sind, geben Daddykink-Partnerschaften einen Rahmen. Die Regeln beziehen sich sowohl auf den alltäglichen wie auch auf den sexuellen Bereich und sorgen dafür, dass sich niemand überfordert, ausgenutzt oder missbraucht fühlt. Die Regeln werden individuell festgelegt und berücksichtigen sämtliche Bedürfnisse der Partner. Die Regeln sollten nicht einschränken und möglichst dynamisch gestaltet werden. Jeder entwickelt sich und hat in unterschiedlichen Lebensphasen unterschiedliche Bedürfnisse. Schließlich sollen beide glücklich sein und sich wohl fühlen.

Foto: Ary Shutter von Pexels – Canva.com

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