Das Thema Geld in der Partnerschaft

von | 20. Februar 2020

Die Finanzen klar zu regeln ist wichtig für die Partnerschaft. Das gilt vor allem bei unverheirateten Paaren. Sonst können Probleme drohen.

Das Thema Geld spielt eine Rolle innerhalb von Partnerschaften, auch wenn Paare das gerne ausklammern oder ausklammern würden. Wer zahlt den Cappuccino im Cafè und wer übernimmt die Raten fürs Haus? Geld spielt im Kleinen und Großen eine Rolle. Wer übernimmt die Rechnung beim ersten Date und wer sorgt für finanzielle Sicherheit des Ex-Partners nach der Trennung? Das Thema Geld ist bereits vor dem Zusammenkommen präsent und auch noch nach einer Beziehung. Geld sollte kein Tabuthema sein, sonst wird es schnell zum Streitthema und im schlimmsten Fall zum Trennungsgrund.

Geld als Tabuthema in der Partnerschaft

Am Anfang einer Beziehung wird fast nie über Geld gesprochen. Wer frägt schon, wie viel der andere verdient, was er auf dem Konto hat, ob er verschuldet ist oder welche Sparziele er verfolgt. Dabei sind diese Fragen wichtig, denn Geld und der Umgang mit Geld kann zu einem großen Streitthema innerhalb einer Paarbeziehung werden. Geld sind nicht nur Zahlen auf dem Kontoauszug, denn Geld ist ein Symbol für die Bedürfnisse nach Sicherheit, sozialem Status, Freiheit, und es ist mit bestimmten ideellen Wertvorstellungen verbunden. Wer sich gern einschränkt, damit er sich mal ein Häuschen im Grünen für seine Familie leisten kann, hat andere Wertvorstellungen als jemand, der im Hier und Jetzt lebt und sein Geld gern so ausgibt, wie er es bekommt. Auch wenn Finanzen ein Tabuthema am Anfang einer Partnerschaft sind, wird vielen Paaren spätestens bei der Ausgabe größerer Summen für den ersten gemeinsamen Urlaub oder regelmäßig wiederkehrender Beträge wie Miete klar, dass sie unterschiedliche Vorstellungen haben.

Streit über Geld mit dem Partner

Bestimmt haben schon alle Paare mal über das Thema Geld diskutiertweil sie andere Ansichten hatten. Es ist wichtig, sich mit seinen Finanzen auseinanderzusetzen, denn beim Umgang mit Geld geht es um Grundsatzfragen: Wer zahlt was? Welche Aufteilung größerer Summen ist gerecht? Was ist, wenn einer der Partner mehr verdient als der andere? Und wenn einer der Kinder wegen auf sein Gehalt verzichtet? Gibt es ein Gemeinschaftskonto? Welche Ausgaben werden geteilt und was bezahlt jeder für sich selbst? Bei diesen Fragen geht es um Gerechtigkeit, Vertrauen, ein Wir-Gefühl und Absicherung, Zufriedenheit sowie die Vermeidung von Streit. Deshalb ist es gut, möglichst früh all diese Fragen zu klären – vor allem unverheiratete Paare sollten feste Regelungen finden.

Das Thema Geld bei unverheirateten Paaren

Unverheiratete Paare haben eine schlechtere Position in wichtigen finanziellen Fragen als verheiratete Paare. Es gibt kaum gesetzliche Regelungen für unverheiratete Paare und sie sind auch steuerlich schlechter gestellt (kein Splittingtarif). In einigen Bereichen können unverheiratete Paare auf dieselben Rechtsgrundlagen zurückgreifen, wie z.B. beim gemeinsamen Eintrag in den Mietvertrag oder ins Grundbuch, Vollmacht fürs Konto des Partners und natürlich können sie ihre finanzielle Situation vertraglich regeln. Das ist wichtig, denn grundsätzlich haben Unverheiratete kaum finanzielle Ansprüche gegen ihren Partner. Im Falle einer Trennung gibt es keinen Trennungs- oder Ehegattenunterhalt, keinen Zugewinnausgleich, keinen Ausgleich der Rentenansprüche und falls einer stirbt, ist der zurückbleibende Partner erbrechtlich nicht abgesichert. All das können unverheiratete Paare (notariell) regeln und auch Ehepaare sollten über einen Ehe- bzw. Erbvertrag nachdenken. Das ist besonders wichtig beim Thema Erbfolge in der Patchworkfamilie.

Ehevertrag bei verheirateten Paaren

Ein Ehevertrag kann vor und nach der Hochzeit abgeschlossen werden. Für Paare, die mit der gesetzlichen Regelung ihrer finanziellen Situation nicht zufrieden sind, ist ein Ehevertrag gut, damit die Vorstellungen und Bedürfnisse jedes Partners innerhalb der Ehe oder auch danach abgesichert sind. Vor allem bei ungleichen Vermögensverhältnissen, einer zu erwartenden Erbschaft oder einer stark differierenden Einkommenssituation ist ein Ehevertrag sinnvoll. Im Rahmen dessen kann auch das Thema Kindererziehung geregelt werden – schließlich verzichtet derjenige, der sich zum größten Teil um die Kinder kümmert, auf sein Einkommen. Kindererziehung und Hausarbeit sollten honoriert werden!

Streit ums Geld: Tipps für Paare

Damit der Streit ums Geld nicht eskaliert, können Paare diese Tipps beherzigen:

  • Jeder legt seine Finanzen offen
  • Wer mehr verdient oder mehr Vermögen hat, beteiligt sich stärker an gemeinsamen Ausgaben
  • Haushaltsbuch führen – so werden alle Ausgaben sichtbar
  • Finanziellen Rahmen für gemeinsame Kosten abstecken
  • Gemeinschaftskonto für Ausgaben wie Miete, Versicherungen, Darlehen, Lebensmittel usw.
  • Jeder verfügt frei über sein eigenes Konto
  • Größere Ausgaben vorab besprechen
  • Regelmäßig nach Sparmöglichkeiten suchen (Versicherungscheck, Telefonanbieter- bzw. Stromanbieterwechsel usw.)

Geld symbolisiert Macht innerhalb der Beziehung. Mehr über diese Problematik liest du hier.

Foto: Dariusz Grosa– Canva.com

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