Auswandern mit Kindern

von | 10. September 2021

Auswanderer-Familien suchen ihr persönliches Glück in einem anderen Land. Hier findest du viele Tipps für den Neustart mit Kindern.

auswandernLaut Statistischem Bundesamt wanderten 2019 über 1,2 Millionen Menschen aus Deutschland aus, 2020 waren es knapp eine Million Menschen, die ihr Glück in einem anderen Land suchten. Zu den häufigsten Auswanderungsgründen zählen bessere berufliche Chancen, eine geringere Steuerlast, neue Erfahrungen und die Lebenszufriedenheit, denn viele fühlen sich hierzulande aufgrund der zahlreichen Beschränkungen, Pflichten und (politischen) Unsicherheiten sowie der Spaltung der Gesellschaft nicht mehr wohl. Sie wünschen sich für ihre Kinder ein unbeschwerteres Aufwachsen mit mehr persönlichen Freiheiten. Ferner sind durch die Corona-Krise viele Arbeitnehmer durch das Homeoffice nicht mehr an ihren Wohnort gebunden.

Auswandern mit Kindern: Das perfekte Alter

In der Regel können sich Kinder schnell an eine neue Umgebung anpassen, vor allem wenn sie aufgeschlossen und neugierig sind. Generell gilt: Je jünger die Kinder sind, desto stressfreier ist der Neuanfang für sie. Babys und Kleinkinder merken natürlich die Veränderung, nehmen das aber eher gelassen hin, solange ihre Bezugspersonen für sie da sind. Mit Beginn des Kindergartenalters knüpfen Kinder immer mehr Freundschaften, die jedoch noch etwas instabil sind. Kinder diesen Alters freunden sich normalerweise schnell mit Gleichaltrigen an, wenn sie in ein neues Land ziehen. Grundschulkindern fällt die Veränderung schon schwerer, da sie festere Beziehungen zu ihren Freunden und Lehrern haben und eventuell in Vereinen engagiert sind. Sie haben sich an das deutsche Schulsystem gewöhnt und müssen mit einem anderen Bildungssystem sowie möglicherweise einer neuen Sprache zurechtkommen. Je höher die Klassenstufe, desto mehr Lernstoff muss eventuell nachgeholt werden, um in der neuen Schule gut mitzukommen. Auswandern mit Pubertierenden kann einfacher sein, da sie schon selbständiger sind, sich mit ihrem Schulenglisch verständigen können und vielleicht eine weitere Fremdsprache beherrschen. Schwieriger könnte es werden, wenn sie nicht nur intensive Freundschaften, sondern auch eine zarte Liebesbeziehung führen. Dann ist viel Einfühlungsvermögen notwendig.

Auswandern als Familie: Das passende Land finden

Überlegt euch, was eurer Familie am wichtigsten ist: Wollt ihr mehr Platz zum Leben, bessere Karrierechancen, mehr Freizeit, in einer Stadt oder auf dem Land leben, wärmeres Wetter…? Ein weiteres Kriterium ist die Sprache, die ihr unbedingt vorher schon etwas beherrschen solltet, wenn ihr in ein fremdsprachiges Land auswandert. Informiert euch zudem, wie sicher euer Zielland ist und welche Vorschriften dort für eure Kinder gelten, z.B. Kindergarten-, Schul- oder Impfpflicht. Berücksichtigt unbedingt die Lebenshaltungskosten sowie die Lebensqualität. Osteuropa wird aufgrund der recht geringen Lebenshaltungskosten als Auswanderungsziel immer attraktiver. Wichtig bei der Finanzplanung sind zudem zusätzliche Ausgaben wie Schulgeld, Zuzahlung zu ärztlichen Behandlungen und Kosten für Besuche in Deutschland.

Kinder auf die Auswanderung vorbereiten

Je älter die Kinder sind, desto mehr sollten sie in die Auswanderungspläne einbezogen werden und natürlich auch Mitspracherecht haben. Nicht selten kennen sie gute Argumente, die für oder gegen ein bestimmtes Land und die dortige geplante Lebensform sprechen. Es muss bei der Auswanderung schließlich nicht nur um steuerliche Vorteile, Karriere, bessere Bildungschancen usw. gehen, sondern das Wichtigste sollte das Wohlbefinden aller Familienmitglieder sein. Deshalb sollten die Interessen eines jeden berücksichtigt und gute Kompromisse gefunden werden. Damit die Kinder ein Gefühl für das Land bekommen, solltet ihr vorher unbedingt hinreisen und erste Kontakte knüpfen. Informiert euch über kinderfreundliche Wohnviertel und besichtigt unterschiedliche Schulen. In den meisten größeren Städten gibt es deutsche Schulen. Das kann für die Kinder sprachlich eine Erleichterung sein. Allerdings könnten sie die Sprache und die landestypischen Gepflogenheiten in einer Regelschule schneller erlernen. Erkundet bei euren Stippvisiten Freizeitmöglichkeiten und nehmt Kontakt zu örtlichen Vereinen, Einheimischen oder anderen Auswanderern mit Kindern auf.

Auswandern als Familie mit wenig Geld

Auswandern ist nicht nur etwas für Wohlhabende, sondern auch Familien mit wenig Geld können diesen Schritt wagen. Einige Länder bieten sogar attraktive Anreize, da sie Einwanderer suchen. Auf der kanadischen Insel Cape Breton haben bereits einfache Bäckerei-Angestellte zu ihrem normalen Lohn 4000 qm Land erhalten, in Russland können das sogar bis zu 10.000 qm sein. In kanadischen Provinz Saskatchewan wurden Zuwanderern mit Bachelor-Abschluss umgerechnet über 14.000 € geboten. Bleibt eine Familie mindestens fünf Jahre im spanischen Ponga, bekommt sie 3000 € Begrüßungsgeld und für jedes dort geborene Kind nochmals 3000 €. Im italienischen Städtchen Piemont erhalten Familien 10.000 € in einem Jahr. In Neuseeland können sich Familien im Rahmen des „Land and Home Pakets“ über bis zu 150.000 € freuen und sich damit eine neue Existenz aufbauen. Weitere Länder, die Zuwanderer beschenken, findest du hier.

Buchtipp: Schweden gilt als sehr familien- und kinderfreundlich und ist deshalb bei Auswandererfamilien sehr beliebt. Wie die deutsche Familie Haertl auf der Suche nach einem erfüllteren Leben ihr Glück in Schweden fand, kannst du in dem spannenden Erfahrungsbericht „Die Selbstversorger-Familie“ von Zweifachmama Nadine Haertl (Cadmos Verlag) nachlesen. Sie nimmt dich mit auf ihre spannende Reise nach Schweden, führt dich über ihren idyllischen Hof und verrät dir, ob sich ihre Bullerbü-Träume verwirklicht haben.

Foto: Canva.com

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