Trennung als Patchworkfamilie

von | 18. April 2017

Viele Alleinerziehende sehnen sich nach einer Patchworkfamilie, da sie hier auf das große Liebesglück hoffen. Doch was, wenn auch diese Familie scheitert?

Trennung PatchworkfamilieEine Trennung mit Kindern ist ein harter Einschnitt, schließlich möchte man seinen Nachwuchs in einer möglichst intakten Familie aufwachsen sehen. Allerdings passiert es immer häufiger, dass sich auch die Patchworkfamilie wieder trennt. Manche Kinder erleben sogar, dass die Patchworkfamilie nach der Patchworkfamilie auseinandergeht. Warum das so ist und wie man mit der Trennung als Patchworkfamilie umgehen sollte, liest du hier.

Trennungsgründe bei Patchworkfamilien

Es gibt viele Gründe, warum das Patchworkglück zerbrechen kann. Meistens sind es Streitigkeiten, weil die Rollen nicht klar verteilt sind. Aber auch die Tatsache, dass sämtliche Familienmitglieder mit der neuen Nähe, die sich sowohl emotional als auch räumlich einstellt, überfordert sind, führt zur Trennung. Das kann schon mit dem Zusammenzug als Patchworkfamilie beginnen, wenn auf einmal unterschiedliche Vorstellungen über das Zusammenleben aufeinanderprallen oder der Umzug als Patchworkfamilie zu schnell stattfand. Differenzen in der Erziehung, Eifersüchteleien untereinander, Ungleichbehandlung der Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen aber auch unausgeheilte Verletzungen aus vorherigen Partnerschaften können Trennungsgründe sein.

Trennung der Patchworkfamilie

Im Zuge der Trennung stellt sich zunächst die Frage, wer in der gemeinsamen Wohnung bleibt. Vielleicht gibt es mehrere Kinder aus unterschiedlichen Partnerschaften, die hier ihr gewohntes Umfeld haben und nicht herausgerissen werden sollen. Oder auch die Bonusgeschwister möchten gerne zusammen bleiben. Und bei wem bleiben möglicherweise die gemeinsamen Kinder? Des Weiteren müssen evtl. sogar mehrere Umgangsregelungen getroffen werden. Auch die Rollen müssen wieder neu definiert werden: Kinder fragen sich, inwiefern ihr Bonuselternteil weiterhin für sie da ist, ob sie z.B. immer noch „Papa“ oder „Mama“ sagen können und wie sich der Kontakt zur Bonusverwandtschaft gestaltet. Die Soziologen Marilyn Coleman und Lawrence Ganong fanden in einer Untersuchung heraus, dass die Hälfte ihrer Befragten ihre Ex-Bonuseltern nie als Familienmitglieder betrachtet hatte. Hier stimmte also bereits im Vorfeld etwas nicht. Etwa ein Viertel der Studienteilnehmer betrachtete ihre Ex-Bonuseltern zwar als Teil der Familie, allerdings nicht mehr nach der Trennung. Und das letzte Viertel hatte nach wie vor Kontakt zu seinen ehemaligen Bonuseltern und empfand diese als wichtige Bezugspersonen. Den Wissenschaftlern zufolge wirkte es sich positiv aus, wenn sich die Bonuseltern anfangs gar nicht zu sehr in die Erziehung einmischten, sondern zunächst eine Freundschaft zum Kind aufbauten und viel Zeit mit ihnen verbrachten. Auch gemeinsame Rituale stärken die Bindung zum Bonuskind.

Unterhalt nach der Trennung als Patchworkfamilie

Grundsätzlich haben Kinder nur Anspruch auf Unterhalt von den leiblichen Eltern. Der Ex-Partner kann Betreuungsunterhalt für sich fordern, sofern er ein noch kleines gemeinsames Kind (unter 3 Jahren) erzieht und deshalb nicht erwerbstätig sein kann. Marilyn Coleman und Lawrence Ganong kamen übrigens zu dem Ergebnis, dass sich auch finanzielle Unterstützung positiv auf die Beziehung zum Ex-Bonuskind auswirken kann, also vielleicht einfach mal das Kinderzeitschriften-Abo weiterlaufen lassen oder ihm mal etwas Kleingeld fürs Eisessen zustecken…

Tipps für getrennte Patchworkfamilien

    • Den Kindern nie das Gefühl geben, sie seien an der Trennung schuld.
    • Möglichst einvernehmlich auseinandergehen und faire Absprachen treffen.
    • Den Kindern den Umgang zu Bonusgeschwistern, zum Ex-Partner und dessen Familie ermöglichen.
    • Ferien, Geburtstage, Feiertage, Feste etc. gut planen und die Kinder mitentscheiden lassen. Eine feste Umgangsregelung für Feiertage und Geburtstage ist ebenfalls hilfreich
    • Den Kopf nicht in den Sand stecken. Es gibt genug Patchworkfamilien, die gelingen. Schöne Beispiele dafür kannst du in unseren Erfolgsstories nachlesen.

Foto: stockpics – Fotolia.com

1 Kommentare

Thomas 1111

25. April 2017 um 18:06 Uhr

Hallo zusammen,
auch ich kann ein Lied singen von Patchwork und Trennung.
Meine Partnerin lebte vorher sechs Jahre alleine mit ihrem sechsjährigem Sohn.
Er war der “Chef”, ich warf ihr vor das sie ihn als Partner mißbraucht, alles mit ihm beredet, er meist entscheidet.
Unser/mein Fehler, ich sprang mit beiden Beinen in die Beziehung, mir wurde angeboten sofort einzuziehen was ich auch tat, ihr Sohn hatte von Null auf Hundert jemand vor sich der ihn vom Thron stoß.
Die Mutter war der Meinung das er und ich sich schon zusammenraufen und sie außen vor wäre.
Nach einem Jahr war der Punkt erreicht an dem es einfach nicht mehr ging zumal mein sechsjähriger Sohn immer bei den Ungleichbehandlungen zusah, was er nicht durfte machte der andere ohne zu fragen, ohne Konsequenzen.

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