Frauen als Verliererinnen der Corona-Krise

von | 7. März 2021

Am Weltfrauentag rücken wir die Frauen in den Fokus. Seit der Corona-Krise lastet zusätzlicher Druck auf ihnen.

FrauentagDie Corona-Krise hat das Leben von vielen Frauen auf den Kopf gestellt. Kita- und Schulschließungen, Homeoffice, Existenzverlust, soziale Isolation usw. bürden Frauen zusätzliche Lasten auf. Vielfach wurde propagiert, dass Frauen die Verliererinnen der Corona-Krise sind. Zum Weltfrauentag werfen wir einen näheren Blick auf die Situation von Frauen, die stark unter der Corona-Krise leiden.

Mehrfachbelastung von Frauen steigt

Frauen kompensieren schon längere Zeit den Wegfall von Betreuungs- und Bildungsangeboten für ihre Kinder und organisieren den Haushalt. Zudem sorgen sie für eine Tagesstruktur und fangen die Kinder auf. Diese haben natürlich eigene Ängste und Sorgen oder fühlen sich von der Situation überfordert. Vor allem jüngere Kinder brauchen feste Strukturen und Mütter müssen sich viele Beschäftigungsmöglichkeiten einfallen lassen. Daneben sorgen sich Frauen vermehrt um kranke, alte oder alleinstehende Familienangehörige. Diese Care-Arbeit hat durch Corona zugenommen, da Frauen für andere einkaufen gehen, kochen, Botengänge übernehmen, Zeit in Gespräche investieren…

Frauen wurden wieder zu Hausfrauen

Einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge haben überwiegend Frauen im Lockdown die Kita- und Schulschließungen aufgefangen. Nicht wenige waren gezwungen, im Job zurückzustecken und finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen. So hat sich der Anteil von Familien verdoppelt, in denen Frauen nahezu vollständig die Erziehung und Betreuung der Kinder übernehmen. Auch die Hausarbeit erledigen wesentlich mehr Frauen völlig alleine, sogar wenn sie im Homeoffice arbeiten.

Frauen als finanzielle Verlierer

Mehr Frauen wurden finanziell abhängig vom Mann, was ein ungleiches Machtgefälle innerhalb einer Partnerschaft verstärkt. Ferner zahlen Frauen ohne Gehalt bzw. mit reduziertem Einkommen weniger für ihre Rente ein oder können sich private Vorsorgeprogramme nicht mehr leisten. Die negativen Auswirkungen werden sich im Alter zeigen, wenn mehr Frauen in die Kategorie „Altersarmut“ rutschen.

Zunahme häuslicher Gewalt durch den Lockdown

Von häuslicher Gewalt sind überwiegend Frauen und Mädchen betroffen. Durch den Lockdown fehlt oftmals die soziale Kontrolle – Verletzungen und verstörte Opfer fallen weniger auf. Außerdem haben die Opfer kaum eine Chance, sich Hilfe zu holen, wenn der Täter permanent anwesend ist. Die Dunkelziffer ist laut Opferverbänden extrem hoch!

Alleinerziehende leiden doppelt

Alleinerziehende haben es besonders schwer. Gerade sie benötigen Unterstützung von außen. Doch weder Verwandte noch Tagesmütter oder Babysitter können eine verlässliche Hilfsmöglichkeit sein, da diese aus Risikogründen häufig nicht mehr tätig sein dürfen. Außerdem machen sich finanzielle Einschnitte bei alleinerziehenden Müttern besonders drastisch bemerkbar. Viele müssen auf eigenes Einkommen verzichten und zudem vielleicht auch mit weniger Unterhalt auskommen.

Wenn du stark unter den Auswirkungen von Corona leidest, solltest du dir professionelle psychologische Hilfe suchen. Bei geringerem Leidensdruck helfen dir unsere Tipps gegen den Corona-Blues.

Foto: Canva.com

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