Alleinerziehend trotz Partner

von | 4. Mai 2017

Auch wenn Mütter berufstätig sind, bleibt immer noch der Großteil der Familienarbeit an ihnen hängen. Sie fühlen sich wie Alleinerziehende mit Mann.

alleinerziehend trotz PartnerNach der aktuellen Working Mom Studie 2017 fühlt sich in Zeiten der Gleichberechtigung von Mann und Frau jede dritte Mutter wie eine Alleinerziehende und das obwohl sie einen Partner an ihrer Seite hat. Das liegt daran, dass die neuen Mütter einer enormen Belastung ausgesetzt sind: Sollen sie doch Mutter, berufstätig, Ehefrau usw. sein. Auch die neuen Väter sind im Berufsleben stark gefordert und deshalb müssen Mütter oftmals auch die Vaterrolle übernehmen, so einige zentrale Ergebnisse der Untersuchung.

Die Working Mom Studie 2017

Bei der Working Mom Studie 2017 wurden etwa 1000 berufstätige Mütter zwischen 20 und 50 Jahren nach ihrer Lebenssituation befragt. Die berufstätigen Mütter sind nicht alleinerziehend, fühlen sich zum großen Teil aber so. Das liegt vor allem an den Schwierigkeiten, Beruf und Familie miteinander zu verbinden und dem oftmals mangelndem Engagement der Männer, was die Übernahme von Aufgaben innerhalb der Familie betrifft.

Mütter als Managerinnen der Familie

Fast 90% der befragten Mütter gaben an, alleine die Familie zu managen und sämtliche organisatorische Aufgaben zu übernehmen. Zwei von drei Frauen sehen sich sogar gezwungen, sowohl die Vater- als auch die Mutterrolle zu übernehmen, da der Partner dazu (aus unterschiedlichen Gründen) nicht in der Lage ist und jede dritte Frau sieht den Vater sogar als weiteres Kind an, um das sie sich kümmern muss. Die Mütter reiben sich regelrecht auf und schon rein zeitlich kann der Spagat zwischen Job, Kindern und Partnerschaft auch gar nicht gelingen. Eigene Interessen bleiben schon lange auf der Strecke. Und an deren Stelle sind Druck, ständige Hektik, Nörgeleien, ein schlechtes Gewissen und die spürbare Unzufriedenheit aller Familienmitglieder getreten.

Berufstätige Mütter brauchen mehr Unterstützung vom Partner

Viele Frauen fühlen sich wie Alleinerziehende trotz Partner, da dieser sie zu wenig oder gar nicht unterstützt. Ein Ergebnis der Working Mom Studie 2017 ist aber auch, dass die Mütter zu wenig Hilfe vom Partner einfordern und bestimmte Aufgaben lieber gleich selbst erledigen als sich zuerst mit dem Mann darüber auseinanderzusetzen. Wir sprechen hier aber nicht von Frauen, die Maternal Gatekeeping betreiben, sondern von Müttern, die vermutlich gar nicht mehr die Kraft haben, ihren Partner um die Übernahme von eigentlich selbstverständlichen Pflichten zu bitten. Oder keinen Bock mehr, ständig darüber zu diskutieren. Oder sich nicht trauen, dem Vater noch mehr aufzuhalsen, da er beruflich auch schon so eingespannt ist…

All die Anforderungen und die ständige Belastung können Working Moms mit der Zeit krank machen. Dauerstress kann zu psychischen, physischen und psychosomatischen Krankheiten führen. Schuld daran kann auch ein falscher Perfektionismus sein. Fast drei Viertel der Befragten gaben an, dass es ihnen besser geht, wenn sie einige Dinge einfach lockerer nehmen und sich nicht mehr von allen und allem verrückt machen lassen. Außerdem müssten Working Moms mehr für sich selbst tun. Doch Entspannung finden die befragten Working Moms nur schwer, sie können einfach nicht mehr abschalten. Dabei täte es der gesamten Familie gut, wenn sie eine zufriedenere, ruhigere und gelassenere Mama hätte.

Und wie schaffst du es, alles unter einen Hut zu bringen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Zum Weiterlesen: Unvereinbarkeit von Familie und Beruf

Foto: best_age_model – Fotolia.com

1 Kommentare

Miriam

9. Mai 2017 um 18:35 Uhr

Ich kann dem obigen Artikel nur beipflichten. Habe mich von meinem Mann (aus anderen Gründen zwar) zu einem Zeitpunkt getrennt, als mein Sohn erst drei Monate alt war und die zwei Mädchen 7 und 9.
Auch ich habe meinen Mann wie ein viertes Kind empfunden – Verständnis und Entlastung bekam ich kaum!
Auch insofern war die Trennung eine große Erleicherung.

Danach habe ich mich vom Perfektionismus verabschiedet: Habe leider seit der Trennung keinen festen Partner mehr an meiner Seite gehabt, aber vor allem gelernt, auf mich selbst zu achten! Ich bin wieder ICH SELBST!!
Dann bleibt halt abends das Spielzeug auf dem Wohnzimmer Boden liegen, weil ich auch irgendwann mal Feierabend haben muß: Na und??

Ich leide zwar an der Einsamkeit, aber mein Leben mit Job und Haus und drei Kindern hab ich gut im Griff.

Seht das Leben lockerer: Es kommt keiner und verleiht uns einen Orden, weil unser Haushalt perfekt und unsere Fingernägel perfekt manikürt sind!;)

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