Maternal Gatekeeping – Wenn Mama Macht ausübt

von | 24. April 2017

Mütter, die den Vätern den Zugang zum Kind erschweren oder verweigern, betreiben Maternal Gatekeeping. Doch was steckt eigentlich genau dahinter?

maternal gatekeeping

Vor einigen Generationen war es noch völlig normal, dass die Mütter die Kinder erzogen haben und die Väter dabei ziemlich außen vor blieben. Inzwischen haben sich die Rollen verändert und auch die Väter sollen und wollen sich um den gemeinsamen Nachwuchs kümmern. Mütter müssen das aber auch zulassen können. Wenn das nicht geht und die Mütter quasi als Türsteherinnen fungieren, spricht man von Maternal Gatekeeping.

Maternal Gatekeeping: Die Hintergründe

Maternal Gatekeeping wurde lange Zeit als mütterlicher Perfektionismus bzw. Kontrollwahn der Mamas abgetan. Doch hinter Maternal Gatekeeping steckt mehr. Den Begriff haben bereits 1999 die amerikanischen Familienforscher Sarah Allen und Alan Hawkins eingeführt und sie meinten damit Mütter, die ihre Kinder von den Vätern fernhalten, da sie sonst ihre mütterliche Autorität als untergraben betrachten. Diese Mütter definieren sich fast schon ausschließlich über ihre Mutterrolle und sie sind nicht in der Lage, Verantwortung abzugeben. Sie denken in sehr klassischen Rollenmustern und Väter können ihrer Meinung nach der Verantwortung, welche die Kinderbetreuung mit sich bringt, gar nicht gerecht werden. Ferner können Väter die von den Müttern auferlegten strengen Regeln nicht einhalten. Diese Mamas möchten schlichtweg Macht durch ihre Mutterrolle ausüben.

Neue Väter und Maternal Gatekeeping

Waren Väter früherer Generationen vielleicht noch froh, sich nach einem harten Arbeitstag nicht auch noch um die Kinder kümmern zu müssen, möchten sich die neuen Väter in die Erziehung einbringen. Und auch moderne Mamas wünschen sich das, unterstützen den Papa dabei oder fordern das sogar ein, wenn der Vater zu wenige Ambitionen in diese Richtung zeigt. Es geht neuen Vätern und neuen Müttern darum, möglichst gleichberechtigt als Elternpaar zu sein und den Kindern ein modernes Rollenverständnis vorzuleben. Dazu passt Maternal Gatekeeping natürlich nicht.

Väter und Kinder leiden unter Maternal Gatekeeping

Kinder spüren sehr schnell und auch sehr deutlich, wenn sich die Eltern Machtkämpfe ihretwegen liefern und seien diese auch noch so subtil. Und natürlich möchten die Kinder nicht schuld an unterschwelligen Differenzen oder auch an offenen Streitereien sein. Die Kinder leiden unter den Machtkämpfen und sie fühlen sich schuldig. Für eine positive Entwicklung ist es wichtig, dass Kinder mit beiden Elternteilen in einen unbefangenen Kontakt treten dürfen, ohne das Gefühl zu haben, den anderen dadurch zu verletzen! Außerdem sind Väter wichtig für die emotionale Entwicklung der Kinder, können sie ihnen doch andere Seiten vorleben. Und das möchten moderne Papas auch tun, statt sich defizitär und als Außenseiter in der Familie zu fühlen.

Maternal Gatekeeping: Tipps für Betroffene

Es gibt keine offiziellen Zahlen darüber, wie viele Familien unter Maternal Gatekeeping leiden. Dennoch ist es sehr belastend, wenn so etwas auftritt. Sprecht auf jeden Fall drüber, wenn ihr glaubt, davon betroffen zu sein und denkt gemeinsam über eure Rollen- und Aufgabenverteilung nach. Legt auch Grenzen fest. Erst wenn ihr euch darüber einig seid und ihr eure Aufgaben gerne erfüllt bzw. selbst gewählte Aufgaben erfüllen dürft, habt ihr gute Chancen auf ein harmonisches Familienleben. Wer sich in seiner Rolle als Mama bzw. als Papa wohl fühlt, vermittelt das auch dem Kind und das wiederum freut sich über ausgeglichene Eltern.

Manchmal geht Maternal Gatekeeping nach einer Trennung so weit, dass die Mutter dem Vater den Umgang mit dem Kind komplett verweigert. Mehr dazu liest du hier

Foto: goodluz – Fotolia.com

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