Wenn Frauen ihren Partner bemuttern

von | 8. Oktober 2018

Partner bemuttern

Dem Partner die Kleidung morgens rauslegen, Kontrolltermine beim Zahnarzt und Urologen vereinbaren, die Ernährung anpassen und kontrollieren, im Krankheitsfall Fieber messen, Tabletten verabreichen usw. – Paartherapeuten beobachten das Phänomen, dass immer mehr Frauen ihren Partner wie ein unmündiges Kind behandeln, ihn regelrecht bemuttern. Einige Männer genießen das Rundum-Verwöhnpaket zumindest einige Zeit lang, doch auf die Dauer kann das ständige Bemuttern die Partnerschaft bedrohen.

Warum bemuttern Frauen ihren Partner

Die Gründe hierfür sind individuell. Die Wurzeln können zum einen in der Kindheit liegen: Entweder die Eltern hatten ihre Rollen genauso aufgeteilt oder die Ehe der Eltern war von Gleichgültigkeit bestimmt und die Frau möchte sich im Gegenteil intensiv um die Partnerschaft, also um den Partner, kümmern. Es kann aber auch Verlustangst mitspielen genauso wie ein übersteigertes Selbstwertgefühl oder Perfektionismus. Männer können sich bemuttern lassen, weil sie es einfach bequem finden, gern in der Rolle des Kindes bleiben, unsicher sind, ob sie alles richtig machen oder auch weil sie nie gelernt haben, alleine zurechtzukommen. Hinter dem Bemuttern steckt meistens der Wunsch nach Halt und Geborgenheit. Und traditionellerweise sehen sich viele Frauen eher in der verantwortungsvollen Versorgerrolle indem sie kochen, den Haushalt schmeißen und sich um die Familie kümmern, während der Mann seine kindliche Seite zeigt und mit den Kindern spielt oder mit seinen Kumpels zockt. Erziehung trägt hier natürlichen einen großen Anteil an dieser Einstellung.

Der Beginn des Bemutterns ist schleichend

Die meisten Paare rutschen in dieses Szenario hinein, denn niemand kann so genau sagen, wann das Bemuttern angefangen hat. Manchmal merkt man es schon beim Flirten indem Er seinen kindlichen Charme spielen lässt und Sie seine Unbeholfenheit süß findet. Das Bemuttern kann aber erst später beginnen: Anfangs hat sie sich einfach nur um ihn gut gekümmert, weil sie ihm so ihre Liebe zeigen wollte. Dann hat sie ihn bemuttert und schließlich bevormundet. Die Rollen verschieben sich immer mehr, die Partner verlieren an Gleichwertigkeit, denn der Mann wird nach und nach zu einem Bedürftigen degradiert, der ohne die Frau ja gar nicht mehr zurechtkommt – so das Gefühl.

Bemuttern als Beziehungskiller

Spätestens wenn sich die Partner nicht mehr auf Augenhöhe begegnen können und Abhängigkeitsgefühle aufkommen, gerät die Beziehung heftig ins Wanken. Die sexuelle Spannung lässt nach, die Partner fühlen sich nicht mehr als Liebespaar. Sie fühlt sich ausgenutzt, Er fühlt sich bevormundet. Beide sind enttäuscht und die Achtung geht verloren.

Damit die Partnerschaft durch das Bemuttern nicht zerbricht, sollten sich Betroffene professionelle Hilfe in Form einer Paarberatung oder Paartherapie holen. Dort können sie zunächst erforschen, wie es dazu kam, was die Hintergründe des Bemutterns sind, wie jeder an sich selbst arbeiten kann und wie sie zu einer erfüllten Paarbeziehung zurückfinden.

Zum Weiterlesen: Alleinerziehend trotz Partner und Wenn Mama Macht ausübt

Foto: Elnur – Fotolia.com

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