Empty-Shell-Partnerschaften

von | 21. Oktober 2014

Manche Paare wahren lieber den Schein der glücklichen Partnerschaft oder der heilen Familie, als sich zu trennen. Gründe für Empty Shell Partnerschaften...

Empty Shell EheEmpty-Shell-Partnerschaften sind nach außen hin harmonische Partnerschaften oder Ehen – jedoch ohne Inhalt. Das heißt: Die Partner sind nicht (mehr) verliebt ineinander, haben keinen partnerschaftlichen Alltag, leben aneinander vorbei und können oder wollen sich einfach nicht trennen.

Gründe für eine Empty-Shell-Partnerschaft

Empty-Shell-Partnerschaften sind nicht automatisch mit Scheinehen gleichzusetzen, da Empty-Shell-Partnerschaften oftmals aus romantischen Gefühlen geschlossen wurden, die jedoch im Laufe der Zeit untergingen. Was bleibt ist die leere Hülle, von der man sich nicht trennen kann oder will. Es gibt Paare, die ihre Partnerschaft so vernachlässigen, dass sie sich irgendwann in einer Empty-Shell-Partnerschaft wiederfinden. Wenn beide Partner nur ihre eigenen Interessen verfolgen, sehr oft getrennte Unternehmungen machen, keine gemeinsamen Freunde haben und sich nur sehr selten sehen, kann das ebenfalls in einer Empty-Shell-Partnerschaft enden. Sich selbst, den anderen und auch den Sex zu vernachlässigen, können Gründe für eine Empty-Shell-Partnerschaft sein. Aber auch arrangierte Partnerschaften ohne tiefe Zuneigung als Basis können als Empty-Shell-Partnerschaften bezeichnet werden.

Empty-Shell-Ehe: Den Kindern wegen zusammenbleiben

Nach außen hin wird der Schein der erfüllten Partnerschaft gewahrt, aber innen sieht es oftmals sehr düster aus. Da ist nämlich nichts. Keine Liebe, die die Partner verbindet, sondern es gibt andere Gründe, welche die offizielle Trennung verhindern. Das können religiöse Gründe sein, Abhängigkeiten, finanzielle Belastungen, die auf beiden Schultern ruhen oder das Paar möchte wegen der Kinder zusammenbleiben. Doch was für ein Bild von einer Partnerschaft vermitteln Eltern ihren Kindern, wenn sie zwar unter einem Dach wohnen, aber getrennte Bereiche haben? Keine Interessen teilen? Keine Zärtlichkeiten austauschen? Und sich vielleicht sogar aus dem Weg gehen, aber in der Öffentlichkeit die heile Familie spielen? Kinder spüren, dass in ihrer Familie etwas nicht stimmt und Kinder brauchen einen festen Rahmen. Eltern, die sich durchschauen lassen, die authentisch und fröhlich sind und gerne in einer lebendigen Familie leben. Das hilft Kindern bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und lässt sie zu beziehungsfähigen Erwachsenen werden, die Liebe geben und annehmen können.

Wege aus der Empty-Shell-Partnerschaft

Viele Partner in Empty-Shell-Partnerschaften sind unzufrieden und unglücklich mit ihrer Lebenssituation. Gut wenn das beide Partner genauso sehen und merken, dass das Leben zu schade dafür ist. Der Weg aus einer Empty-Shell-Partnerschaft muss nicht zwangsläufig die Trennung sein. Wenn das Paar an seiner Beziehung arbeiten möchte, kann es diese Lebenssituation als Beziehungs- oder Ehekrise begreifen, die sie überwinden möchten. Die Partner müssen bereit sein, viel miteinander zu sprechen. Und sie müssen ein klares Bild von ihrer Wunschpartnerschaft entwerfen. Auf dieser Basis können sie überlegen, welche Schritte in diese Richtung es zu unternehmen gilt. Das ist nicht einfach. Vor allem nicht, wenn das Paar schon lange nur noch den schönen Schein wahrt. Eine Paarberatung oder Paartherapie kann dabei sehr hilfreich sein. Ein Paarberater oder Therapeut kann das Paar bei der Reise aus der Empty-Shell-Partnerschaft heraus begleiten und es bei den ersten Schritten in Richtung Wunschpartnerschaft unterstützen. Ehekrisen wird es immer wieder mal geben und dann ist es gut zu wissen, dass da jemand ist, der die Hintergründe kennt. Oftmals suchen Paare auch nach Jahren mal wieder ein Gespräch mit dem Paartherapeuten. Ein Paar, das eine Empty-Shell-Partnerschaft geführt hat, ist stärker sensibilisiert für die ersten Anzeichen einer Beziehungskrise. Und die Kinder lernen, dass man sich mit unglücklichen Situationen nicht abfinden muss, sondern dass man gemeinsam nach Lösungen suchen muss und Hilfe annehmen kann.

Foto: © wavebreakpremium – Fotolia.com

3 Kommentare

Astrid

3. Januar 2018 um 01:17 Uhr

Danke für Euren Kommentar, vielleicht sollte ich noch hinterher schicken, dass das Trennen auch dadurch erschwert wurde, dass ich vor ihm nur an meinem Wohnort unterwegs war, da ich aufgrund einer Innenohrerkrankung über zehn Jahre praktisch nur zu Hause gesessen habe und erst in den vergangenen Jahren wieder richtig aktiv am Leben teilnehmen konnte. Das dann wieder ohne (Reise)-Partner Alleine-zu-Hause-Sitzen hat mich auch sehr abgeschreckt und vieles hinnehmen lassen – sicher nicht die beste Idee. Aber das Reisen in halb Westeuropa hat mir zumindest sehr viel gegeben….

Antworten auf Astrid

Astrid

30. Dezember 2017 um 20:48 Uhr

Paarberatung in meinem Fall: Hat das überhaupt einen Sinn?
Eigentlich wollte ich in einer anderen Rubrik etwas kommentieren. Eben der der Paarberatung, aber diese hier scheint mir doch zielführender. Vor rund sechs Wochen beendete ich eine derartige Empty-Shell-Beziehung, da ich es einfach nicht mehr aushalten konnte. Dem waren seit August 2016 schon mehr als eine Handvoll Trennungen vorausgegangen, die ich jedoch nicht durchhalten konnte, da es mich buchstäblich krankmachte und ich dann über Wochen mit Fieber usw. platt lag, als Selbständige (ich arbeite als Pressereferentin, Redakteurin eines eigenen Magazins und Sprachlehrkraft) nicht gerade empfehlenswert. Nun halte ich es aber gut durch, vielleicht auch, weil ich mir sagte, dass ich – egal was kommen würde – einfach durchhalten und mich im Übrigen nun ganz in Gottes Hand begeben würde.
Die Zeit der Trennung und auch davor habe ich gut genutzt, um mir Beziehungen anzuschauen, Alltag und Wünsche von Männern und Frauen an ihre jeweiligen Partner zu beobachten usw. Ich tue dies erstmalig in solcher Intensität, da ich mich informieren möchte, wie Partnerschaft (nicht) funktioniert. Der Grund dafür liegt darin, dass mir mein ehemaliger Partner stets Undankbarkeit und Maßlosigkeit und eine Ego-Zentriertheit vorwarf, mit der ich ihm seinen Nachtschlaf und seine Lebenszeit geraubt hätte, ihm die Lust an seinen Aktivitäten hätte vergällen wollen und ich nicht zuletzt deshalb gegangen sei, weil er mir kein Geld in Aussicht stellen wollte und ich es – wie es ihm sein mich dissender, gut situierter Bekannten- und Familienkreis stets signalisierte – ja doch auch auf sein Geld abgesehen hätte.
Zu meiner Situation: Ich lebe seit dem Rauswurf im Jahre 1996 aus dem begüterten Elternhaus – aufgrund meiner Schwangerschaft mit erst 22 Jahren, Stichwort „gefallenes Mädchen“ -, des Hasses meiner Eltern auf den – russischen – Kindesvater (der mir dann den ganzen Hass in seinem Verhalten spiegelte, so dass ich mich 1999 trennte) und aufgrund des knapp zwei Jahrzehnte währenden Alleinerziehens, eigener und vieler Erkrankungen meiner Tochter, tendenziell am Rande des Existenzminimums und versuche nun, u.a. über den Abschluss des Studiums, mir neue Perspektiven zu erarbeiten.
Kurz vor der Trennung im November ging es um eine Frage und natürlich Bitte an ihn, mich – auch finanziell – in der Zeit meiner demnächst anstehenden BA-Arbeit zu unterstützen (ein Studienfach beendete ich 2004 mit dem Magister), da einer der drei Honorarjobs, mein Haupteinkommen, ab April wegfällt, da die Förderung des Projekts durch eine Stiftung dann beendet ist. Diese Frage tauchte auch deswegen auf, da ich meinen besten Freund, der mich in der Hauptsache in den vergangenen acht Jahren begleitet und vielfältig, auch finanziell, unterstützt hat, auch fortlaufend unter der Beziehung zum Expartner (der nie Zeit hatte, wenn ich krank war oder mein Auto liegen geblieben war, sondern einfach seinem Driss folgte), endlich aus der „Verantwortung“ nehmen wollte. Mein Expartner verneinte meine Bitte mit dem Hinweis, Geld könne nur einmal ausgegeben werden und er habe zu viele Schuldner (er besitzt zwei Eigentumswohnungen, eine Villa, eine Werkstatt und diverse Garagen), die nicht zahlen würden.
Kurz zur Geschichte unserer Beziehung. Wir kennen uns aus einem Internetportal, das auch analoge Treffen veranstaltet, seit 2009. Über eine an eine MS erkrankte Frau aus diesem Portal, die wir gemeinsam im Pflegeheim besuchen wollten (die Mutter meines Expartners ist 1997 an MS verstorben) trafen wir uns ab 2015 regelmäßiger und ich begann nach kurzer Zeit aufgrund meines Umzugs (meine Tochter wollte 2015 mit 18 unbedingt ausziehen, holte sich dafür die Unterstützung des Jugendamtes. Ich wollte die dortige Wohnsituation nicht aufrechterhalten und verließ dann auch die Wohnung) auch für ihn zu arbeiten, um Geld für die neue Wohnung zu erwirtschaften. Über die gemeinsame Arbeit für dieses eine Hobby (er hat ein halbes Dutzend) trafen wir uns öfter und ich merkte nach einer gewissen Zeit eine deutliche sexuelle Anziehung in seine Richtung, die aber aufgrund seiner Vorlieben (sehr schmalhüftige, zierliche Mädchenfrauen) nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Ich bin eher breit gebaut (ich habe PCOS), je nach Gewicht und Frisur wirke ich auch gedrungen bis, wie er sich noch kürzlich ausdrückte, „bullig“. Trotzdem ließ er sich auf darauf ein, eine Beziehung zu etablieren (seine erste, auch sexuelle, das wusste ich nicht, er war damals 43) – mit den entsprechenden Folgen: Ich verliebt, interessiert, begehrend, verzehrend – er desinteressiert bis genervt, als ich begann, aus dem Schatten des ewigen Wartens auf eine Minute ungeteilter Zweisamkeit zu treten. Stets guckte er den jungen Kellnerinnen hinterher („Ich möchte doch auch einmal etwas Schönes sehen“) oder schaute sich überhaupt im Raum um, immer an mir, die ich ihm gegenübersaß, vorbei. Darauf angesprochen, warum er denn überhaupt mit mir zusammen sei, antwortete er anfangs, es sei doch gesellig und schöner zu zweit und ich hätte ja so einen prima Charakter und eine christliche Grundhaltung. Und es wäre doch toll, gemeinsam zu sein – für ihn heißt das: er arbeitet im Arbeitszimmer, ich zwischen den Myriaden von heimatbezogenen Devotionalien eingeklemmt, an seinem Küchentisch. Er hat keine richtigen Sitzgelegenheiten, alles steht voller Dinge, meterhohe Stapel von Büchern, die er nie liest, Zeitschriften etc. alles für sein Lieblingsprojekt, ein Heimatmuseum, das er begründen will.
Auch das gemeinsame Reisen gefiel ihm, aber sobald wir zurück waren, sollte ich mich am besten in Luft auflösen und nicht mehr stören – montags beim wöchentlichen Klassentreffen (die Gastgeberin fand er mal toll, wohl immer noch, die haben mich erst miteingeladen, aber dann wieder ausgeladen, da ich einer anderen Klassenkameradin wohl zu kommunikativ war, da sich die Gastgeberin meistens mit mir unterhielt), dienstags bis freitags bei seinen Veranstaltungen, er ist Vorsitzender eines Heimatbundes, passionierter Ansichtskarten- und Devotionaliensammler, Aktiver einer Stadtteilinitiative, Volunteer bei einem Erstligaverein, Ensemble-Sänger und neuerdings noch Mitglied eines Chores in den Niederlanden. Samstags ist er stets mit dem weiteren Abarbeiten der ToDo-Liste beschäftigt, das ich gerne begleiten, aber nicht stören durfte und natürlich bitte auch nicht den Schlaf, den er als ja auch noch Vollzeitbeschäftigter bei einem großen Konzern irgendwann mal nötig hat.
Ich war geduldet als Köchin, Gärtnerin, Mitarbeiterin, Reisepartnerin, soziale Türöffnerin (sein Ausdruck), Gesprächspartnerin, Gesundheitsberaterin und Krankenpflegerin, er wollte mit mir auch ein Kind zeugen, aber seine Samenqualität ist dazu nicht hinreichend, er hat auch noch eine Körperfehlbildung am Bein und stand 2016 kurz vor dem Infarkt, so dass er Stents gesetzt bekommen musste.
Meine Sexualität hingegen musste ich zu 90% aufgeben, nur der kurze Geschlechtsakt im Dunkeln war geduldet, keine weiteren Aktivitäten in dieser Hinsicht wünschte er. Und diesen am besten auch nur einmal im Monat, da zu anstrengend.
Ich habe ihm stets signalisiert, dass ich ihn trotz der Fehlbildung, dem Übergewicht und seiner Marotten annehme – er antwortete, er könne das umgekehrt nicht, ich wiege ca. 95kg bei knapp 1,70m. Er liebe und begehre mich nicht, aber ich oder wir sollten doch eine Therapie machen, damit ich mit der sexuellen und zeitlichen Zurückweisung zurechtkäme. Er würde ja auch „nicht nichts tun“, täte ja alles „im Rahmen seiner Möglichkeiten“, ich sei eben nur so undankbar und gierig mit meinen Wünschen nach ungeteilter Zweisamkeit, Sexualität, Geborgenheit und Zuneigung.
Was fällt Ihnen zu dieser Geschichte ein?
Mit bestem Dank,
Astrid

Antworten auf Astrid

    match-patch

    2. Januar 2018 um 16:52 Uhr

    Liebe Astrid,

    deine Geschichte lässt uns wundern, wieviel manche Menschen in Beziehungen akzeptieren, tolerieren und ertragen. Wozu mit jemandem zusammen sein, der einen nicht liebt und begehrt? Da kann man sich eine Paartherapie tatsächlich schenken. Offenbar habt ihr beide ganz unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse, dabei klingen deine keinesfalls abnormal. Nicht ganz normal erscheint uns aber, dass du solch miese Behandlung so lange ertragen hast. Möglicherweise mangelt es dir an Selbstliebe und Wertschätzung. Und daran könntest du – für dich – arbeiten, gegebenenfalls mit Hilfe einer Beratung/Therapie. Solltest du mit deinem äußeren Erscheinungsbild nicht zufrieden sein, könntest du etwas für deine Figur und Gesundheit tun. Ansonsten gibt es genug Männer, die auf fülligere Frauen stehen. Du bist eine intelligente Frau, hast in deinem Leben viel erreicht und auch durchgemacht, das alles hat dich sicherlich stärker gemacht. Du wirst deinen Weg gehen, auch ohne ihn. Sei es dir selbst wert.

    Wir hoffen, dir ein bisschen geholfen zu haben.

    Alles Gute und viel Erfolg
    dein match-patch Team

    Antworten auf match-patch

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