Familiengründung: die schönen Seiten und Unsicherheiten

Eine Familie zu gründen ist eine bewusste Entscheidung. Aufgrund der hohen Scheidungsrate, des Karriereknicks von Frauen bedingt durch Schwangerschaft und Geburt und der Kosten, welche Kinder mit sich bringen, überlegen viele junge Menschen genau, ob sie eine Familie gründen sollen. Andererseits kann das Paar Leben entstehen lassen, eine Familie bietet Geborgenheit und Kinder bringen den Eltern bedingungslose Liebe entgegen, was als eines der größten Geschenke betrachtet wird.

Das Risiko „Familiengründung“

Lange Ausbildungszeiten und der unsichere Arbeitsmarkt zwingen junge Menschen dazu, die Familiengründung „hinauszuschieben“. Das Durchschnittsalter der Eltern bei der Geburt des ersten Kindes beträgt inzwischen um die 30 Jahre. Oft sehen sich Paare vor der Entscheidung, die Familie oder den Beruf in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen. Ein Paar stellt sich viele Fragen vor der Familiengründung: Wollen wir unsere Lebensgewohnheiten überhaupt ändern? Sollen wir vor der Familiengründung heiraten? Sind wir als Eltern stark genug? Können wir Kindern genug Zeit und Zuwendung geben? Haben wir ähnliche Erziehungsansichten? Gibt es genügend Platz in der Wohnung? Wer kümmert sich vorrangig um das Kind oder sollen es gar mehrere Kinder sein? Und wie ist das dann mit der Selbstverwirklichung?

Kinderwunsch und finanzielle Ressourcen

Wird das Geld reichen? Auch mit diesem Problem müssen sich Paare auseinandersetzen, bevor sie eine Familie gründen. Der Soziologe Bastian Mönkediek hat die Bedeutung der finanziellen Ressourcen für den Kinderwunsch und die Timingintentention der ersten Elternschaft untersucht. Paare gründen normalerweise erst eine Familie, wenn ausreichend finanzielle Ressourcen vorhanden sind. Der Kinderwunsch nimmt mit steigendem Bildungsniveau zu. Eine bessere Ausbildung eröffnet mehr Optionen und vermindert Unsicherheiten. Die Möglichkeit auf eine besser bezahlte Erwerbsarbeit steigt. Männer haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie sich Kinder wünschen. Sie müssen ja auch keinen so gravierenden beruflichen Einschnitt wie die Frauen befürchten. Paare, die eine Elternschaft lange aufgeschoben haben, gewöhnen sich an ihre Lebensweise und wünschen sich oft irgendwann keine Kinder mehr. Und je weniger institutionalisiert die partnerschaftliche Lebensform ist, desto eher verschiebt sich der Kinderwunsch auf später. Doch das wichtigste bei der Entscheidung für ein Kind ist dessen emotionale Bedeutung, so einige Ergebnisse von Bastian Mönkediek.

Die positiven Seiten der Familie

Viele schaffen trotz Problemen, eine glückliche Familie zu werden. In einer liebevollen Familie gibt es ein Gemeinschaftsgefühl, Urvertrauen, Wärme und Geborgenheit, Sicherheit, Trost und Kraft. Kinder können die Partnerschaft stärken. Diese einzigartigen Gefühle prägen Kinder und Erwachsene. Eltern sorgen jahrelang für die Kinder und hoffen, dass die Kinder im Alter auch für sie sorgen. Je positiver das Leben in der Familie empfunden wird, desto eher sind Kinder auch bereit, später für die Eltern da zu sein.

Kinder und das liebe Geld

Ich höre immer wieder das Argument, Kinder „kosten“ zu viel Geld. Aber deshalb auf sie als wertvolle Familienmitglieder verzichten? Natürlich gibt es einen finanziellen Einschnitt, der unterschiedlich groß sein kann und meist erst später kommt. Babys „kosten“ wenig, denn es müssen nicht die teuren Markenwindeln sein, Kleidung und Babyausstattung bekommt man günstig beim Basar oder von einer Freundin und längeres Stillen ist sowieso das Beste und „gratis“ noch dazu. Kinder  werden nicht glücklicher, je mehr Spielzeug sie haben oder je teurer das Freizeitvergnügen ist und viel Technikschnickschnack schadet eher als er nützt. Kindern muss man gar nicht so viel bieten wie man oft denkt. Sie sind bescheiden und dankbar für Zuwendung. Das Wichtigste ist ihnen Ihre Liebe.

Mönkediek, Bastian (2010): Unsicherheit Familiengründung. Eine empirische Analyse zur Bedeutung von finanziellen Ressourcen für den Kinderwunsch und die Timingintention der ersten Elternschaft. Verlag Dirk Koentopp, Osnabrück

Veröffentlicht: 25. August 2011

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Kategorien: Familie

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Verantwortliche Redakteurin: Sabine Bächer

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