Elternzeit ohne Karriereknick: Tipps für Mütter und Väter

von | 23. September 2020

Viele Eltern haben Angst, dass die Elternzeit einen Karriereknick bedeutet. Mütter und Väter sollten sowohl die Elternzeit als auch die Rückkehr in den Beruf gut planen.

KarriereknickMütter und Väter haben einen Anspruch auf Elternzeit. In dieser Zeit können sie sich voll und ganz ihrem kleinen Liebling widmen. Zur Sicherung ihrer Existenz bekommen sie Elterngeld. Noch immer nehmen mehr Mütter als Väter die Elternzeit in Anspruch, wenngleich viele von ihnen ein mulmiges Gefühl haben, wenn sie an einen möglichen Karriereknick denken. Gute Planung und klare Ansagen helfen bei einer Rückkehr zum Job.

Anspruch auf Elternzeit

Mütter und Väter haben ihrem Arbeitgeber gegenüber Anspruch auf Elternzeit, um ihr Kind zu betreuen und zu erziehen. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht nötig. Während der Elternzeit ruhen die Hauptpflichten des Arbeitsverhältnisses, das aber bestehen bleibt und nicht kündbar ist. Nach Ablauf der Elternzeit haben Mütter und Väter einen Anspruch auf Rückkehr zur früheren Arbeitszeit. Aus einem Vollzeitjob darf ohne Zustimmung kein Teilzeitjob gemacht werden.
Eltern können gleichzeitig (bis zu drei Jahre) Elternzeit in Anspruch nehmen oder sich bei der Elternzeit abwechseln. Diese muss nicht mit der Geburt des Kindes beginnen, sondern kann auch später bis zum Ende des achten Lebensjahres beansprucht werden. Die Elternmonate können in drei Zeitabschnitte aufgeteilt werden. Doch Vorsicht: Der Arbeitgeber kann den dritten Abschnitt aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, sofern er zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes liegt.
Während der Elternzeit dürfen Mütter und Väter einer Teilzeitarbeit bis zu 30 Wochenstunden nachgehen. Das Elterngeld wird allerdings entsprechend dem Einkommen gekürzt.

Elternteilzeit kann Karriereknick verhindern

Um einen Karriereeinbruch zu verhindern, arbeiten viele Mütter oder Väter bereits während der Elternzeit für einige Stunden in ihrem alten Job. Sie erfahren Betriebsinterna und sind so vor bösen Überraschungen bei der Rückkehr in den Beruf geschützt. Allerdings kann das auch sehr stressig sein! In Unternehmen mit mindestens 15 Mitarbeitern haben Mütter und Väter einen Anspruch auf Elternteilzeit. Nach Ablauf der Elternzeit können diese Mitarbeiter wieder auf ihre frühere Arbeitszeit bestehen.

Kontakt zum Arbeitgeber halten

Doch nicht immer können oder wollen Eltern während der Elternzeit arbeiten. Da hilft es, sich mal mit oder ohne Kind im Büro blicken zu lassen, sich zum Mittagessen mit Kollegen zu verabreden, die Einladung zur Firmenfeier anzunehmen, hin und wieder Mails an den Chef zu schicken oder um Zwischengespräche zu bitten. All das ist geeignet, um nicht in Vergessenheit zu geraten und sein Interesse am Unternehmen weiterhin zu signalisieren.

Fortbildung während der Elternzeit

Um einen Karriereknick abzuwenden, können Mütter und Väter die Elternzeit für Fortbildungen nutzen. Durch neue Qualifikationen hoffen Eltern, für ihren Arbeitgeber weiterhin interessant zu sein und möglicherweise sogar bald nach der Rückkehr in den Job befördert zu werden. Dazu ist es hilfreich, auf neu erworbene bzw. verbesserte Fähigkeiten durch die Elternrolle hinzuweisen wie: Multitaskingfähigkeit, Organisationstalent, Belastbarkeit, Konfliktkompetenz…

Berufsrückkehr nach Elternzeit planen

Eltern sollten ihre Rückkehr möglichst früh mit ihrem Arbeitgeber besprechen. Dabei kann es um Gleitzeit, Homeoffice, Remote Work, Job Sharing, Job Pairing, Stundenkonto, freie Stundeneinteilung, Verteilung der Arbeit auf bestimmte Tage, Vertrauensarbeitszeit usw. gehen. Eltern können punkten, wenn sie klare und möglichst realistische Vorstellungen von der Vereinbarkeit ihres Berufs- und Familienlebens haben und ihrem Chef vielleicht sogar mehrere Alternativen präsentieren können.

Foto: Canva.com

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