Warum verliebt man sich

von | 21. Januar 2011

Warum und wann verliebt man sich? Was ist das Besondere, an den Menschen, in die wir uns verlieben? Helen Fisher hat Antworten zum Vorgang des Verliebens.

Es ist ein magischer Moment, wenn sich zwei Fremde zueinander hingezogen fühlen und verlieben. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum Sie sich ausgerechnet in eine bestimmte Person verliebt haben? Schwierige Frage, denn so einfach kann man das gar nicht sagen. Es gibt doch viele interessante, attraktive und nette Singles. Aber wieso musste es gerade Er oder Sie sein? Möglicherweise war es das „gewisse Etwas“. Es gibt aber auch konkretere Phänomene, die wir unbewusst wahrnehmen und die uns zum Traumpartner oder zur Traumpartnerin führen oder jemanden für uns dazu machen.

Wann wir uns verlieben

Die berühmte Anthropologin Helen Fisher hat einige Aspekte zusammengetragen, über die es sich lohnt, nachzudenken. Das Timing ist beim Verlieben entscheidend: Wir lernen jemanden bei einem besonderen Anlass kennen wie z. B. auf einer Party oder am Strand und erliegen dem Zauber des Moments. Geleitet vom Wunsch nach Zweisamkeit und einer gewissen Stimmung fällt es uns leichter, uns zu verlieben – auch wenn wir gar nicht damit rechnen. Menschen, die durch Freude, Traurigkeit, Angst oder ein anderes starkes Gefühl erregt sind, verlieben sich schneller. Zurückzuführen ist dies auf die Verbindung von Gemütsverfassungen mit Erregungsmechanismen im Gehirn und der Ausschüttung von Stresshormonen. Das erhöht den Dopaminspiegel und dieser macht die Bahn frei für die Liebe.

Der Reiz des Geheimnisvollen

Männer und Frauen fühlen sich zu Menschen hingezogen, die auf sie geheimnisvoll wirken. Es ist reizvoll, das Gefühl zu haben, auf einen verborgenen Schatz gestoßen zu sein, der ergründet werden muss. Neuronale Muster steigern die Aufregung, denn geheimnisvolle Fremde haben den Reiz des Unbekannten, des Neuen.

Auch wenn das Fremde reizt, gehören diese Personen derselben sozialen Gruppe an, sind ähnlich attraktiv und intelligent, haben ähnliche Wertvorstellungen, Interessen und kommunikative Fähigkeiten. In dieser Hinsicht sucht man sein Spiegelbild, was als „assortative Paarbildung“ bezeichnet wird. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu verlieben, ist am größten bei Menschen, die einem unbekannt sind, aber einen ähnlichen sozialen und intellektuellen Hintergrund haben. Ferner spielt das Immunsystem eine Rolle, denn das soll sich von dem eigenen unterscheiden, aber damit verträglich sein. Das Immunsystem kann man riechen und Parfum überdeckt dies. Deswegen ist es wichtig, sich auch ohne Duft “gut riechen zu können“. Aus Sicht der Evolution können durch die richtige Mischung der Immunsysteme gesündere Kinder zur Welt gebracht werden.

Symmetrie gilt als attraktiv

Die goldene Mitte: Wir neigen dazu, symmetrische Gesichter und Körper zu bevorzugen und diese als attraktiver zu bewerten. Zudem sollte der Partner bzw. die Partnerin gut proportioniert sein. Männer mit ausgewogenem Körperbau haben Fortpflanzungsvorteile, denn sie haben ihren ersten Geschlechtsverkehr durchschnittlich vier Jahre früher, haben mehr Sexualpartnerinnen und Frauen kommen bei ihnen häufiger zum Orgasmus. Frauen versuchen, ein möglichst symmetrisches Bild von sich zu vermitteln in dem sie Make-up verwenden und ihr Gesicht so ebenmäßiger erscheinen lassen. Schönheitschirurgische Eingriffe, BHs, Enge Jeans und T-Shirts sollen helfen, die Figur symmetrisch und gut proportioniert zu formen. Junge Menschen sind übrigens symmetrischer gebaut als ältere.

Das unerklärliche gewisse Etwas

Was Helen Fisher nicht erwähnt, ist das „gewisse Etwas“. Warum springt der Funke ausgerechnet zu Ihm oder Ihr über, wo es doch andere gibt, die augenscheinlich viel besser zu einem passen? Das „gewisse Etwas“, das wir fühlen oder erleben und gar nicht genau beschreiben können lässt sich wahrscheinlich nicht erforschen und das ist gut so, wenn wir uns einfach auf eines der vielen Rätsel der romantischen Liebe einlassen…

Quelle: Fisher, Helen (2006): Diese erste zarte, sorglose Verzücktheit. In: Privitera, Claudia: Denkanstösse über die Liebe. München, S. 13-22

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