Partnerwahl: Die Chemie muss stimmen

von | 7. Juli 2011

Bei der Partnerwahl spielen Hormone eine wichtige Rolle. Wer sich nicht riechen kann, wird kaum ein Paar werden. Doch lassen sich Emotionen chemisch beeinflussen?

Warum verlieben wir uns? Es gibt verschiedene Ansätze und einer davon misst den chemischen Botenstoffen im neuronalen Geschehen der Emotionen eine große Bedeutung zu. In letzter Zeit ist das Wissen über die Rolle neuroaktiver Substanzen enorm gewachsen und vieles deutet darauf hin, dass die Spannweite der Gefühle durch die aktuale Hormonkonzentrationen eines Menschen begrenzt werden.

Gefühle entstehen unbewusst

Verschiedene Botenstoffe im Gehirn steuern die Stimmung, die Erlebnisbereitschaft und die Wertorientierung und wir nehmen das nicht einmal bewusst wahr. Dopamin und Noradrenalin sind sog. Neurotransmitter, die durch ihre Konzentration das lustvolle Erleben bestimmen, so die Erkenntnisse der Gehirnforscher. Die Skeptiker fragen, ob die subjektiven Gefühle tatsächlich allein auf chemischen Reaktionen beruhen, von welchen wir uns steuern lassen. Wie ist das, wenn Mann und Frau sich begegnen?

Männliche Pheromone ziehen Frauen an

Pheromone sind kaum riechbare Lockstoffe, welche die zwischenmenschliche Anziehung bewirken. Die Forschung darüber steht noch am Anfang, aber es gibt erste erstaunliche Ergebnisse: Androstenon und Androstenol sollen die männlichen Pheromone sein, welche die emotionale Einstellung der Frauen verändern und sie werden dadurch angezogen.

Kopuline lassen Männer zu Verehrern werden

Kopuline sind quasi das passende Pendant. Kopuline sind Substanzen, welche den Testosteronspiegel der Männer heben und sie somit dazu veranlassen, sich um eine Frau zu bemühen. Das Verhalten der Männer wird also ebenfalls auf chemischem Weg gelenkt.

Jemanden gut riechen können

Zuneigung empfinden wir zu einem bestimmten Menschen, den wir gut riechen können. Für den typischen Eigengeruch gibt es eine biochemische Erklärung. Dem Schweizer Professor Claus Wedekind und seinen Mitarbeitern gelang es zu zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Partnerwahl und der Parasitenresistenz der prospektiven Kinder eines Paares gibt. Klingt eklig, aber es hat seinen Sinn, denn für die Parasitenabwehr ist der sog. Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC) zuständig. Dessen Gene kodieren die Proteine, welche die immunologische Individualität bestimmen. Der MHC beeinflusst sowohl den Körpergeruch als auch die Vorliebe für bestimmte Geruchstypen. Die Bewertung der Gerüche durch Frauen hängt zudem von ihrer hormonalen Situation ab und verändert sich z. B. durch die Einnahme der Pille.

Sind die Hormone an einem Seitensprung schuld?

Klingt so, als könnten wir gar nichts gegen die Hormone ausrichten, die wie eine Fremdsteuerung wirken. Was ist, wenn Testosteron, Östrogen und Progesteron uns zu lustvoller Aktivität ermuntern? Haben die moralischen Grundsätze, gespeichert im Neokortex, überhaupt noch eine Chance? Pech für alle, die den Hormonen die Schuld für einen Seitensprung geben möchten, denn es besteht durchaus die Möglichkeit einer rationalen Konfliktlösung. Wir sind kein Sklave unserer biochemischen Maschinerie, sondern frei zu tun, was wir tun möchten (!) – auch wenn die Motive somatische Ursachen haben.

Die Emotionen bewusst chemisch beeinflussen

Wenn die Emotionen uns unbewusst beeinflussen, dann müsste es doch machbar sein, uns bewusst beeinflussen zu lassen. Seit hunderten von Jahren suchen Menschen nach einem Liebestrank, denn schon immer wollten sie die Emotionen von sich selbst oder von anderen zu ihren Gunsten chemisch lenken. Außerdem suchten sie damals schon nach aphrodisierenden und potenzsteigernden Mitteln. Diesbezüglich scheint man einen Schritt weiter zu sein und die Hersteller verzeichnen enorme Gewinne. Dennoch gibt es zwar diverse Sexmittelchen, die körperliche Reaktionen auslösen, aber keine „Liebespille“ auf Rezept, die Liebesgefühle bewirkt und ein schönes Leben zu zweit garantiert. Die Liebe ist ein seltsames Spiel und das wird sie auch bleiben…

Quelle: Kanitscheider, Bernulf (2011): Das hedonistische Manifest. S. Hirzel Verlag, Stuttgart

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1 Kommentare

DuckCoach

9. August 2011 um 15:49 Uhr

ich kann dich gut riechen – das sagt man/frau einfach so, doch das hat emtional eine tiefe bedeutung. danke für den tollen artikel über unsere “unbewussten” steuerungs-mechnismen bei der partnersuche. die frage ist, ob mit der wahl des passenden parfums hier positiv auf die partnerwahl einfluss nehmen kann …

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