Von der Verliebtheit zur Liebe

von | 5. April 2012

Das Verlieben steht am Anfang einer Partnerschaft und bringt die Hormone in Wallung. Wie sich aus Verliebtheit eine Beziehung entwickelt und Liebe entsteht...

Platon hielt die Liebe für eine schwere Geisteskrankheit und so ganz Unrecht hatte er nicht. Verliebtheit lässt sich nämlich mit einer Form der Zwangsneurose vergleichen, denn bei Verliebten kreisen die Gedanken ständig um das Objekt ihrer Leidenschaft und der Gemütszustand schwankt zwischen Euphorie beim Wiedersehen und Depression wenn sie die Person vermissen. Doch es bleibt im Laufe einer Partnerschaft nicht so feurig wie am Anfang. Ist das schlecht?

Hormon-Feuerwerk

Bei frisch Verliebten steigt der euphorisch stimmende Botenstoff Dopamin an. Dopamin fegt Stress und üble Laune einfach weg. Gleichzeitig sinkt der Serotoninspiegel auf ein ähnliches Niveau wie bei Zwangserkrankten. Serotonin wirkt in der richtigen Konzentration ausgleichend. Psychiater machen für das Sinken des Serotoninspiegels Angst verantwortlich: Angst vor dem Neuen und Angst, verletzt zu werden. Die Phase der Verliebtheit löst im Körper Stress aus. Doch dieser Stress dauert in einer Beziehung höchstens 2 Jahre an, bei manchen noch viel kürzer. Danach pendelt sich der Liebesrausch auf einem niedrigen Niveau ein. Jetzt kann sich der Körper endlich entspannen!

Verliebtheit ist keine Liebe

Verliebten erscheit der bzw. die andere in dem Licht, in dem sie ihn oder sie sehen möchten. Deswegen hat Verliebtheit etwas Oberflächliches an sich. Sigmund Freud bezeichnete die Verliebtheit sogar als „illusionäre Verkennung des Objekts“. Verliebte setzen all ihre Hoffnungen auf die andere Person ohne sie als Menschen mit Fehlern und Schwächen wahrzunehmen. Insbesondere Jüngere neigen dazu, das Hochgefühl der Verliebtheit mit wahrer Liebe zu verwechseln. Denn große Gefühle erleben wir so selten, dass wir sie als so gewaltig empfinden und mit Liebe gleichsetzen.

Aus Verliebtheit wird Liebe

Die Verliebten lernen den ganzen Menschen inklusive seiner Schwächen kennen, fühlen sich sicher, stehen zueinander und die Beziehung wird verbindlicher. Zuneigung, Vertrauen, Mitgefühl und Loyalität sind die fundamentalen Aspekte der Liebe. Das Ich wird weniger wichtig und das Wir gewinnt an Bedeutung. Bei der Liebe kommt das Wohlfühlhormon Oxytocin ins Spiel und Liebe ist ein angenehmer Zustand der Harmonie. In trauter Zweisamkeit auf der Couch fernzusehen ist ein Meilenstein in der Partnerschaftsentwicklung.

Übrigens: Auch wenn Sie George Clooneys Partnerin wären, würden Sie eines Tages keine feuchten Hände mehr bekommen, wenn Sie ihn sehen!

Quelle: Hashagen, Carina (2011): Ja! 10 Regeln, den Mann fürs Leben zu finden und zu heiraten. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg


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