Wie verliebt man sich?

von | 26. Dezember 2010

Sich zu verlieben ist ein scheinbar unfassbarer Vorgang, doch niederländische Wissenschaftler fanden heraus, was es mit dem Prozess des Verliebens auf sich hat.

Sich zu verlieben ist so ein heißer, stürmischer, unberechenbarer und leidenschaftlicher Vorgang, von dem man denkt, er entbehrt jeglicher Logik. Man kann gar nichts dagegen unternehmen, sondern sich einfach nur noch dem überwältigenden Gefühl hingeben, auf das wir sowieso keinen Einfluss haben. Es passiert einfach…

Der Prozess des Verliebens

Doch der Vorgang des Verliebens lässt sich wissenschaftlich untersuchen, denn niederländische Forscher haben in den 1980er Jahren durch eine unveröffentlichte empirische Studie herausgefunden, wie wir uns verlieben. Dazu haben sie verliebte Personen befragt und es kam eine bestimmte logische Reihenfolge heraus, wie der Prozess des Sich-Verliebens zustande kommt:

Bereitschaft zum Verlieben

Zunächst muss jemand eine entscheidende Voraussetzung erfüllen: Er oder sie muss überhaupt dazu bereit sein, sich zu verlieben. Diese Bereitschaft entwickelt sich meist entweder dadurch, weil die Person einsam, unzufrieden oder sexuell bedürftig ist oder nach Abwechslung sucht.

Als zweiten Schritt muss sie mit einer anderen Person zusammen kommen, welche dieselbe Bereitschaft hat, sich also auch verlieben möchte und grundsätzliches Interesse am gegenseitigen Kennenlernen hat. Das Interesse kann entweder durch äußere Merkmale geweckt werden oder weil diese andere Person einfach zufällig da ist.

Neugierde und Signale des Gegenübers

Im dritten Schritt folgt ein Zeichen des Gegenübers, durch welches ebenfalls Neugierde auf die andere Person signalisiert wird, z. B. ein Lächeln oder ein netter Blick. Das wirkt wie ein Versprechen und daraufhin beginnen Träume und Phantasien über die Fortsetzung dieser schönen Begegnung. Folgt dann noch mal eine reale oder aber auch herbei phantasierte nette Geste der anvisierten Person, so ist man spontan verliebt.

Dieser Vorgang spielt sich im Laufe des Lebens mit unterschiedlichen Personen ab und kennt man diesen Prozess, so kann man ihn wohl auch stoppen, so die Ergebnisse der Untersuchung. Das klingt zunächst ernüchternd, aber es kann dabei helfen, in der Verliebtheit lediglich eine Initialzündung zu sehen und sich Liebeskummer zu ersparen – vorausgesetzt, man führt sich den Vorgang des Verliebens bewusst vor Augen.

Tiefe Liebe löst das Verliebtsein ab

Haben sich zwei Menschen glücklich ineinander verliebt, dann ist das die ideale Basis, um die Partnerschaft in der ersten berauschten Phase ihrer Entwicklung zu festigen. Danach entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, eine etwas ruhigere Phase. In meiner Praxis arbeite ich mit Paaren, die denken, sie hätten ein Problem, wenn das turbulente Gefühl des „Verknalltseins“ weg und der Alltag eingekehrt ist. Doch tiefe Liebe, die erst nach einer Zeit entsteht, kann sich sowohl in leidenschaftlichen und stürmischen Emotionen als auch ganz ruhig und harmonisch äußern. Der Vorgang des Sich-Verliebens ist vom Prinzip her gleich, aber die Partnerschaft entwickelt sich von Paar zu Paar individuell.

Quelle: Rombouts, H. (1987): The Emotion of Being in Love. Aus: Frijda, N. H. (1988): The Laws of Emotion. In: American Psychologist, 43, S. 349-358

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