Pränataldiagnostik: Möglichkeiten und Risiken für Schwangere

von | 17. Januar 2013

Eine Garantie für ein gesundes Kind gibt es trotz Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft nicht. Möglichkeiten und Risiken der Pränataldiagnostik .

PränataldiagnostikAb der neunten Schwangerschaftswoche beginnt die Pränataldiagnostik mit non-invasiven Methoden wie bestimmten Ultraschall- und Bluttests sowie invasiven Methoden, nämlich Eingriffe in die Gebärmutter. Hierbei wird nach Erkrankungen bzw. Behinderungen des ungeborenen Kindes gefahndet und hauptsächlich wird Hinweisen auf Trisomie 21 nachgegangen. Ein auffälliger Befund kann die werdenden Eltern in eine tiefe Krise stürzen und viele entscheiden sich für eine Abtreibung. Monika Hey stimmte aus Unkenntnis einem Schwangerschaftsabbruch zu. Sie erklärt uns in Ihrem packenden Buch mehr zu diesem heiklen Thema:

Pränataldiagnostik: Methoden und Gefahren

Ultraschalluntersuchungen können zunächst Auffälligkeiten beim Baby im Bauch ans Licht bringen. Wobei hier Fehlinterpretationen, auch abhängig von der Gerätequalität und der Erfahrung des Anwenders, möglich sind. Beim Ersttrimester-Test handelt es sich um einen Test, der durch Ultraschall (Nackenfaltenmessung) und einer Blutuntersuchung der Mutter Hinweise zum Risiko möglicher Chromosomenstörungen liefert. Beim Zweittrimester-Bluttest wird nach weiteren Parametern gesucht und bei auffälligem Befund folgen üblicherweise invasive Methoden. Mithilfe der Chorionzottenbiopsie wird mit einer Hohlnadel durch die Bauchdecke der Schwangeren Chorionzottengewebe entnommen und es folgt eine DNA-Analyse. Bei der Fruchtwasseruntersuchung wird mit einer Hohlnadel durch die Bauchdecke Fruchtwasser entzogen, um Chromosomenabweichungen beim Baby zu erkennen. Die Frau kann Wehen sowie Blutungen bekommen. Bei der Nabelschnurpunktion wird mit demselben Verfahren Blut aus der Nabelschnur entnommen.
Keine Methode kann mit Sicherheit den Schweregrad einer Behinderung feststellen, denn es gibt Fehldiagnosen, da das statistische Risiko eingeschätzt wird. Ferner besteht ein Fehlgeburtsrisiko bis zu 3%. Bei auffälligen Befunden gibt es meistens keine Therapie, sondern es stellt sich die Frage nach einem Schwangerschaftsabbruch. Das Paar befindet sich nach einem auffälligen Befund in einem Entscheidungsdilemma, denn es geht um Weiterwachsen lassen oder töten. Pränataldiagnostik möchte Leid verhindern, aber viel Leid entsteht erst daraus. Jährlich werden in Deutschland etwa 70000 invasive pränataldiagnostische Eingriffe durchgeführt, so Monika Hey und gleichzeitig werden dabei mindestens 700 Fehlgeburten gesunder Kinder in Kauf genommen. Das sollte uns nachdenklich machen. Und es gibt keine Garantie für ein gesundes Baby, auch nicht durch die Pränataldiagnostik.

Schwangerschaftsabbruch nach Pränataldiagnostik

Über 90% der Schwangeren, bei deren ungeborenen Babys sich der Verdacht auf Trisomie 21 erhärtet, brechen die Schwangerschaft ab. Monika Hey fragt, ob das an einer eugenischen Grundhaltung der werdenden Eltern liegt oder ob der defektzentrierte Medizinerblick eine Rolle spielt. In einer Wissenssendung im Fernsehen wurde dieses Thema vor einiger Zeit besprochen. Mich beeindruckte die Aussage einer Hebamme, der zufolge sich Eltern von viel zu früh geborenen Kindern mit geringen Lebenschancen und einer hohen Wahrscheinlichkeit der bleibenden Behinderung zu 90% für das Leben ihres Kindes entscheiden. Die Hebamme schloss daraus, dass es maßgeblich an der Beratung des betreuenden Arztes liegt, welcher Blick auf das Kind geworfen wird.

Wenn Sie einen auffälligen pränataldiagnostischen Befund haben, rate ich Ihnen, psychosoziale Beratungsangebote wahrzunehmen. Sprechen Sie mit Selbsthilfegruppen, mit Eltern behinderter Kinder, mit Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich haben, mit Psychologen – kurz mit jedem, von dem Sie sich Hilfe erwarten. Nehmen Sie sich für Ihre Entscheidung Zeit und lassen Sie sich von niemandem unter Druck setzen. Falls Sie sich von Ihrem Arzt oder der Beratungsstelle unverstanden fühlen, dürfen und sollten Sie wechseln. Es geht schließlich um eine Entscheidung, die Sie tragen müssen und die nie mehr rückgängig gemacht werden kann. Vielleicht lesen Sie auch das vorgestellte Buch:

Hey, Monika (2012): Mein gläserner Bauch. Wie die Pränataldiagnostik unser Verhältnis zum Leben verändert. DVA, München

Foto: Stefan Merkle – Fotolia.com

1 Kommentare

nina

18. Januar 2013 um 10:41 Uhr

Der Arzttermin letzte Woche hat es bestätigt – ich bin schwanger. Habe mich vor Aufregung gleich auf die Suche nach kleinen Mittelchen gemacht um meine morgendliche Übelkeit in den Griff zu bekommen.
Völlige Reizüberflutung – ist ein bisschen wie Schuhe online suchen 😉
Ich habe mir also Rat in der Apotheke geholt – mir wurde Sea Band Mama empfohlen. Ich habe dann mal gegooglt und habe 2 interessante Produkte gefunden – zurück in die Apotheke und los geht der ultimative „Test“. Zum einen gibt es so ein Roll-On mit ätherischen Ölen gegen Unwohlsein und kleine akupressur Armbänder gegen die uns Schwangeren wohl bekannte morgendliche Übelkeit.
Hab beide Produkte gekauft und find sie super – die Armbänder kann man waschen & noch mal verwenden.

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