Launenhaftigkeit und Lustlosigkeit während der Pubertät

von | 12. November 2020

In der Pubertät durchleben Jugendliche hormonelle und körperliche Veränderungen. Launenhaftigkeit und Lustlosigkeit können Zeichen von Überforderung sein.

PubertätViele Eltern haben Angst vor der Pubertät ihrer Kinder. Sie befürchten Aggressionen und die Entfremdung vom Kind. Tatsächlich ist die Pubertät ein heftiger Einschnitt im Leben der Jugendlichen. Wem es gelingt, gängige Probleme wie Launenhaftigkeit und Lustlosigkeit zu verstehen, kommt mit seinem Kind besser durch die Pubertät.

Launenhaftigkeit Jugendlicher

Die Hormone fahren bei Pubertierenden oftmals ohne Vorwarnung Achterbahn. Das wirft nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern aus der Bahn. Die Stimmung kann von einem Moment auf den anderen kippen und die Familie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Schnell stellen sich Aggressionen ein und der Appell ans Kind, sich mal zusammenzureißen. Doch das ist nicht einfach, denn die Jugendlichen haben ihre Launen nicht (mehr) im Griff. Neben der Hormonumstellung belastet die Pubertierenden zudem ihre neue Rolle: Sie setzen sich mit dem Erwachsenwerden auseinander, werden selbständiger oder sollen es werden. Die Loslösung von den Eltern findet statt und häufig wird gleichzeitig die erste Liebesbeziehung bzw. Trennung durchlebt. Jugendliche erleben positive Gefühle wie Bestätigung beim anderen Geschlecht und Liebe, aber auch negative wie Enttäuschung und Zurückweisung. Pubertierende können guter Laune und albern sein, kurz darauf melancholisch. Sie fühlen sich unverstanden und verstehen sich selbst nicht. All das bedeutet Stress, resultierend aus Überforderung.

Lustlosigkeit bei Pubertierenden

Lustlosigkeit bzw. Antriebslosigkeit ist ein weiteres stark verbreitetes Problem bei Jugendlichen. Eltern scheint es, als würden ihre Kinder den ganzen Tag nur chillen – stundenlang auf dem Bett liegen, vor sich hindösen, am Smartphone oder der Spielkonsole hängen sowie Hausaufgaben, das unaufgeräumte Zimmer und sämtliche Familienangehörige ignorieren. Schulische Leistungen brechen in dieser Phase oft ein. Tatsächlich haben Pubertierende ein höheres Ruhe- und Schlafbedürfnis. Ihr Körper braucht Energie für all die kräfteraubenden Entwicklungsschübe und diese Energie holen sie sich zum großen Teil im Schlaf. Ferner haben Introvertiertheit und das Bedürfnis nach Rückzug ihre Berechtigung, denn die Pubertierenden brauchen Zeit, um über sich selbst und ihre Rolle nachzudenken und sich mit all den vielen ungewohnten Gefühlen und Vorgängen auseinanderzusetzen.

Tipps für Eltern

Die Pädagogin Inke Hummel hat drei Kinder im Teenageralter und rät Eltern in ihrem Buch “Miteinander durch die Pubertät“ (humboldt), immer möglichst nah am Kind zu bleiben. Selbst oder gerade wenn Pubertierende so verzweifelt sind, dass Türen geknallt werden, sollten Eltern das Gespräch suchen und Verständnis für ihre schwierige Situation zeigen. Schaffen sie es nicht selbst, sollten andere Vertrauenspersonen wie Verwandte, Freunde oder Experten einer Beratungsstelle eingebunden werden. Eltern dürfen nie vergessen, dass ihre launenhaften Kinder die Emotionen gerade nicht gut kontrollieren können, aber ihre Kompetenzen ständig wachsen. Deshalb dürfen Eltern Gemotze usw. weder überbewerten noch persönlich nehmen.

Wenn sich Pubertierende sehr lustlos oder gar depressiv zeigen, müssen Eltern viel Verständnis und Optimismus ausstrahlen. Sie können Gespräche sowie Aktivitäten anbieten, die den Teenagern gut tun, wie Spaziergänge an der frischen Luft, miteinander ins Kino gehen, ein neues Hobby aufnehmen oder sich sozial engagieren. Eltern sollten ihren Kinder die nötige Ruhe gönnen, sie vor Lethargie bewahren.
Grundsätzlich müssen Eltern während der Pubertät immer wieder an der Bindung zum Kind arbeiten, denn eine sichere enge Bindung zum Kind ist elementar für ein gutes Durchleben der Pubertät.

Homöopathische Unterstützung während der Pubertät

Pubertät ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Prozess und im Prinzip nicht behandlungsbedürftig. Leiden die Jugendlichen oder ihre Angehörigen allerdings sehr stark unter den seelischen und körperlichen Beschwerden, kann eine sanfte homöopathische Unterstützung Linderung verschaffen. Homöopathische Mittel helfen Jugendlichen, besser mit ihrer Situation zurechtzukommen. Sie heben die Stimmung, wirken ausgleichend, motivierend, nehmen Ängste usw. Aber auch Eltern können sich homöopathische Unterstützung holen, wenn es zum Beispiel darum geht, gelassener zu bleiben. Homöopathische Mittel machen im Vergleich zu Psychopharmaka nicht abhängig. Heilpraktiker, Homöopathen oder Kinderärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ finden das passende Mittel.

Foto: Canva.com

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