Wie kann man Kindern eine Trennung erklären?

von | 22. August 2011

Kinder erleben die Trennung ihrer Eltern oft als schweren Verlust. Diese Bücher helfen, Kindern die Trennung bzw. Scheidung zu erklären und darüber zu sprechen.

Trennung KinderWenn eine Trennung unvermeidbar ist, fragen sich die Eltern, wie sie das ihren Kindern erklären sollen. Kinder merken, dass es Streit gibt, aber sie wollen an ihrer Familie festhalten. Natürlich darf man Kinder nicht trösten, indem man ihnen falsche Hoffnungen auf eine Versöhnung macht. Die Kinder werden enttäuscht und verlieren das Vertrauen. Es ist nicht einfach, die passenden Worte entsprechend des Alters der Kinder zu finden. Hier einige Hilfestellungen.

Trennung mit Baby

Ein Baby reagiert sensibel auf Streit und Veränderungen. Die Eltern sind die ersten Bezugspersonen, zu denen es eine Bindung aufbaut. Zwar kann ein Baby nicht verstehen, was genau gesagt wird, wohl aber wie etwas gesagt wird. Wenn Sie merken, dass Ihr Baby in der Trennungssituation unruhiger ist, sprechen Sie behutsam auf das Kleine ein. Sie können ihm mit sanfter Stimme erklären, dass der Papa nicht mehr ständig da ist, aber Sie beide es ganz fest lieb haben.

Kleinkindern die Trennung erklären

Für Kleinkinder ist eine Trennung etwas Abstraktes. Es genügt meist, zu erklären, dass Mami und Papi sich oft streiten und deswegen nicht mehr zusammen wohnen können. Für kleine Kinder gibt es therapeutische Bilderbücher, die zum Gespräch über dieses Thema einladen. Besonders gut gefallen mir „Die Krokobären“ der Familientherapeutin Eva Orinsky: Ein Bär verliebt sich in eine Krokodilsfrau. Sie bekommen zwei Kinder, nämlich die Krokobären. Die Familie wird nicht glücklich, denn der Bär wohnt gerne in einer Höhle und die Krokodilsfrau am Wasser. Eine weise Eule rät, dass der Papa in der Höhle lebt und die Mama am Wasser. Die Krokobären können mal hier und mal dort sein. Zunächst weinen alle, doch dann merken die Krokobären, dass sie niemanden verloren haben und es nie langweilig ist.

Ein anderes schönes Bilderbuch ist „Ich hab euch beide lieb!“ von Claire Masurel und Kady MacDonald Denton: Annas Eltern sind getrennt und das Mädchen ist bei beiden zuhause. Sie hat zwei Lieblingsplätze, und zwar einen Schaukelstuhl bei Papa und einen Kuschelsessel bei Mama. Die Mama ruft an, wenn Anna beim Papa ist und umgekehrt. So weiß Anna, dass ihre Eltern sie sehr lieben, egal, wo sie gerade ist.

Lesen Sie Ihrem Liebling vor und reden Sie über die Geschichten.

Ältere Kinder und Trennung

Ältere Kinder fragen meist von selbst. Sprechen Sie beide mit ihnen, indem Sie auf ihre Fragen und Gefühle eingehen. Es ist für Kinder schwer, die Situation zu verkraften, für die sie nichts können – die Kinder brauchen die Eltern als ehrliche, loyale Gesprächspartner, die keine schmutzige Wäsche waschen, sondern konstruktive Lösungen finden. Verschonen Sie sie allerdings mit zuviel Details der Trennungsursachen. Ziehen Sie die Kinder lieber in jetzige Entscheidungsprozesse wie die Wohnungssuche mit ein.

Ältere Kinder können sich in dem Roman „Sowieso und überhaupt“ von Christine Nöstlinger wieder finden. Erzähler sind die 15jährige Tochter Karli, der 13jährigen Sohn Ani und der sieben Jahre alte Bruder Speedi: Es gibt viel Streit in der Familie und der Vater hat eine Geliebte namens Wilma – ein Scheidungsgrund. Die Kinder halten zur Mutter. Durch Zufall lernt Ani Wilma kennen und findet sie eigentlich ganz nett. Die Mutter verliebt sich in Dr. Zwickleder. Den Geschwistern kommt er komisch vor und niemand weiß, ob man „Zwick-Leder“ oder „Zwickl-Eder“ sagt. Nach viel Psychochaos stellt sich heraus, dass diese bunte Familie nicht übel ist.

Eine Trennung ist ein schwieriger Lebensabschnitt. Kinder verkraften es besser, wenn sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen können und jemanden zum Reden haben. Versichern Sie immer wieder, dass sie nichts dafür können und von beiden Elternteilen geliebt werden.

Masurel, Claire/MadDonald Denton, Kady (2007): Ich habe euch beide lieb! Wenn Eltern sich getrennt haben. Brunnen Verlag, Gießen

Nöstlinger, Christine (1995): Sowieso und überhaupt. Beltz Verlagsgruppe, Weinheim, Basel

Orinsky, Eva (2009): Die Krokobären. Eine Geschichte für Kinder, deren Eltern sich trennen. Iskopress, Salzhausen


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