Heiraten ohne Garantie

von | 5. Juli 2010

Manche Paare können scheinbar nicht schnell genug vor den Traualtar treten. Hat das Eheversprechen angesichts der hohen Scheidungrate überhaupt noch Bedeutung?

Wieder einmal stand eine Hochzeit an, eigentlich wollte ich mich dem Beiwohnen von Hochzeiten total verweigern, aber irgendwie scheint mir das nicht zu gelingen. Man will den guten Freunden ja nicht vor den Kopf stoßen, schließlich freuen sie sich auf den „schönsten Tag in ihrem Leben“.

Man sollte doch meinen, dass es Scheidungs- und Patchwork-Kindern besonders schwer fällt, an die Ehe zu glauben, doch ich beobachte das Gegenteil. Woher nehmen sie nur die Zuversicht, es besser zu machen?

Ich habe die Braut gefragt, warum sie nach nur zwei Beziehungsjahren das Ja-Wort gibt, wo doch ihre Eltern getrennt leben und auch sie von ihrem letzten Freund nach 8 Jahren (!) wegen einer anderen verlassen wurde. Ihre Antwort: „eine Garantie gibt es eh nicht“.

Ok…wenn es also keine Garantie gibt, wozu überhaupt erst heiraten? Und wie viel Bedeutung wird dem Eheversprechen “in guten wie in schlechten Zeiten…bis dass der Tod euch scheidet“ beigemessen? Wird dann, wenn eine wirklich schwierige Phase ansteht, lieber das Handtuch geworfen, als versucht, die Beziehung zu kitten?

Nahezu jede zweite Ehe wird geschieden; entweder muss es äußerst schwer sein, das Eheversprechen einzuhalten oder zum Zeitpunkt der Eheschließung wird gar nicht erst an weniger verliebte Zeiten gedacht – hat man doch immer noch die Option Scheidung.

Das besagte Pärchen sah wirklich glücklich aus und ich wünsche ihnen, dass sie es für immer und ewig bleiben. Aber ich frage mich, ob sie auch so rasch geheiratet hätten, gäbe es die Möglichkeit der Ehescheidung nicht.

Als es an das Brautstraußwerfen ging, versuchte ich mich so gut wie möglich zu verstecken, während sich die Single-Karrierefrau genau an richtiger Stelle positionierte. Auch der Bräutigams-Strauß sollte an den Mann gebracht werden – ein kleiner Junge war im Begriff ihn aufzufangen, wurde jedoch von seiner älteren Schwester brutal zur Seite geschubst.

Ich dachte wenigstens Kinder seien vernünftiger, kennen sie das Problem doch schon aus dem Kindergarten, wo ein Kind das andere fragt: „Was, deine Eltern sind noch zusammen??“

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