Unerfüllter Kinderwunsch: Die psychische Belastung

von | 5. Mai 2011

Ungewollte Kinderlosigkeit kann bei Paaren zur psychischen Belastung werden und kontraproduktiv wirken, doch oft bekommt der unerfüllte Kinderwunsch ein Happy End.

Sie sitzt heulend im Bad, denn sie hat gerade ihre Tage bekommen – „es“ hat wieder nicht geklappt und der Traum vom Baby ist auch diesen Zyklus geplatzt. Er wartet traurig im Wohnzimmer und weiß langsam auch nicht mehr, wie er sie trösten soll, braucht selbst Zuspruch. So oder so ähnlich spielt sich jeden Zyklus ein Drama bei vielen Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch ab. Neugierige Fragen und Witze von Familie und Freunden, wann es denn endlich so weit ist, nerven und setzen das Paar unter Druck. Das Umfeld ahnt vielleicht nichts von den Schwierigkeiten bei der Familienplanung, denn es ist ein Stück weit ein Tabuthema.

Unerfüllter Kinderwunsch betrifft viele Paare

Auch wenn sich kinderlose Paare ziemlich allein in ihrer Lage vorkommen, gibt es zwar meinen Recherchen nach keine zuverlässigen Zahlen, aber verschiedenen Schätzungen zufolge soll jedes fünfte Paar davon betroffen sein. Die Wartezimmer der Kinderwunschpraxen und Reproduktionskliniken sind voll mit Männern und Frauen, die auf ihr Wunschkind hoffen.

Ein starker Kinderwunsch führt zu selektiver Wahrnehmung

In der Kinderwunsch-Zeit sehen Paare mehr Schwangere, Babygeschäfte und Kinderwägen, die durch die Straßen geschoben werden und es kommt ihnen so vor, als strahlten sie in jedem Hochglanzmagazin glückliche Promis mit ihren Bilderbuchbabys an. Dieses Phänomen wird selektive Wahrnehmung genannt. Das heißt: der Blick auf die Umwelt ist durch das Baby-Thema geprägt.

Scheint der Babywunsch unerfüllbar, stürzen Paare in ein Gefühlschaos

Wenn ein Paar erfährt, dass es nur eine geringe oder gar keine Chance hat, ein Kind auf natürlichem Weg zu zeugen, stürzt es in ein Gefühlschaos. Vielleicht gab es eine Vorahnung, aber das von einem Fachmann zu hören, hat noch mal eine andere Qualität. Nach dem ersten Schock stellen sich häufig Wut, Neid, Ohnmacht, Schuldgefühle und sogar Scham ein. Die Betroffenen erzählen mir oft, sich nicht mehr als „richtige Frau“ oder „richtiger Mann“ zu sehen. Mit der Zeit stellt sich Erschöpfung oder Resignation ein. Kompliziert kann auch die Vereinbarung ständiger Arzttermine mit dem Beruf sein.

Paare isolieren sich als Folge der Kinderlosigkeit

Weil sie sich schämen oder um möglichen unsensiblen Fragen und Aufmunterungsversuchen zu entgehen, isolieren sich viele Paare. Nur wenige sprechen offen über ihren unerfüllten Kinderwunsch oder eine medizinische Behandlung. Das soziale Umfeld kann häufig nicht damit umgehen und gibt Ratschläge, man solle doch das Ganze etwas lockerer sehen und dann klappe es schon. Diese Tipps verletzen.

Was Sie zur Verbesserung der Fruchtbarkeit tun können

Wenn es nicht Sterilität ist, die nur durch einen medizinischen Eingriff behandelt werden kann, gibt es je nach Problemlage verschiedene Möglichkeiten, die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau zu verbessern. Zunächst ist Entspannung und Ablenkung wichtig – Stress wirkt sich negativ auf die Fertilität aus. Zyklusmonitoring, eine ausgewogene Ernährung, ayurvedische Fruchtbarkeitskuren, heilende Kräuter oder die Zyklusregulierung durch Licht sollen wirksam sein. Die klassische Homöopathie hält ein Repertoire an fruchtbarkeitsverbessernden Mitteln bereit, genauso wie die traditionelle chinesische Medizin. Ferner gibt es Reflexzonentherapie, Moorkuren, Aromatherapie, Akupunktur, Fruchtbarkeitsmassagen oder Yoga. Hier finden Sie weitere Informationen zur Verbesserung der Fruchtbarkeit.

Psychologische Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch

Manchmal ist es sinnvoll, mit einem Psychologen oder einer Psychologin über die ungewollte Kinderlosigkeit zu sprechen, vor allem wenn die Paarbeziehung belastet ist. Fachleute können helfen, besser mit der Situation umzugehen. Paare befinden sich oft in einem Teufelskreis, indem sie die Kinderlosigkeit als persönliches Versagen empfinden. Das verursacht Stress und der wirkt sich negativ auf den Körper aus. Auch die Phase zwischen Hoffnung und Angst vor der Periodenblutung sowie negative Veränderungen im Sexualleben können Gesprächthema sein. Die Entlastung von inneren und äußeren Druckgefühlen und Unterstützung bei der Entscheidung über weitere medizinische Behandlungsschritte können zudem besprochen werden – Schwierigkeiten bei der Realisierung des Kinderwunsches sind keine Schande und sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche.

Loslösung vom Babywunsch

Es klingt kontraproduktiv, aber ich rate ungewollt kinderlosen Paaren, ihr Ziel zwar zu verfolgen, aber sich auch ein bisschen loszulösen – damit ist nicht Aufgeben gemeint! Eine gewisse Distanz kann die Spannung aus der Paarbeziehung nehmen. Oft ist eine Pause entlastend: einige Zyklen verstreichen lassen, keinen Sex nach Plan haben müssen. Wichtig ist, sich abzulenken und andere Interessen nicht zu vernachlässigen. Paare sollten darauf achten, dass sich ihr Leben nicht nur um den Kinderwunsch dreht. Ich erlebe immer wieder, dass es gerade dann klappt, wenn keiner damit rechnet.

1 Kommentare

Rebekka

23. Juni 2011 um 16:25 Uhr

Jedes Paar geht immer anders damit um. Ich kann gut verstehen, wenn Kinderwunschpaare nicht offen mit ihrer Unfruchtbarkeit umgehen. Es gibt so viele Sprüche und Kommentare die man sich anhören muss, die oft sehr verletzend sind, was die Außenstehenden nicht mal merken.

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