Mobbing in der Schule

von | 8. Januar 2019

Leider ist Mobbing in Schulen weit verbreitet. Die Folgen sind dramatisch. Was sind die Hintergründe und wie kommt man raus aus der Mobbing-Spirale?

MobbingMobbing ist kein harmloser Konflikt unter Kindern. Mobbing ist ein sehr gewalttätiges Verhalten gegenüber Unschuldigen. Dieses Phänomen ist nicht neu, aber aufgrund der digitalen Medien kann es sich rasend schnell ausbreiten. Hier erfährst du Wissenswertes über die Hintergründe und die Folgen von Mobbing. Außerdem möchten wir Wege aus der Mobbing-Spirale zeigen.

Was genau ist Mobbing?

Der Begriff Mobbing kommt aus dem Englischen und bedeutet anpöbeln bzw. fertigmachen. Mobbing beginnt meist schleichend und es ist eine Form von Gewalt, die offen oder verdeckt erscheinen kann. Typisch bei Mobbing in der Schule ist die Tatsache, dass Mobbing gegen ein Kind gerichtet ist und die Schikanen von einer Gruppe ausgehen. Das Ziel von Mobbing ist, das Opfer fertig zu machen, indem es sozial ausgegrenzt wird.

Formen von Mobbing in der Schule

Mobbing kann sich in Form von physischer und psychischer Gewalt zeigen. Körperliche Angriffe, Erpressung, Diebstahl, Beschädigung oder Zerstörung von Eigentum bzw. Schulmaterial des Opfers oder sexuelle Belästigung passiert auf der physischen Ebene. Psychisches Mobbing ist z.B.: Auslachen, sich über Schwächen des Opfers lustig machen, verletzende Bemerkungen, falsche Anschuldigungen oder Ignorieren und Ausgrenzen des Opfers aus der Klassengemeinschaft. Mobbing kann im persönlichen Kontakt und digital stattfinden. Klassenchats sind beliebte Räume, um über das Opfer herzuziehen und um sich neue Strategien zu überlegen, wie er oder sie weiterhin fertig gemacht wird. Die Stimmung kann sich sehr schnell aufheizen und aggressiv werden, da die Hemmschwelle im digitalen Bereich oft niedriger ist als im persönlichen Kontakt.

Die Folgen von Mobbing in der Schule

Das Opfer merkt zunächst nicht oder will es nicht wahrhaben, dass es gemobbt wird. Deshalb sucht es den „Fehler“ erst mal bei sich selbst. Viele Opfer schämen sich und alles kommt ihnen so irreal vor, dass sie Scheu haben, sich jemandem anzuvertrauen. Die Angst, dass ihnen nicht geglaubt wird oder dass ihr Problem verharmlost wird, ist groß. Mobbing geht über einen langen Zeitraum und es geht dem Opfer an die Substanz. Die Folgen wirken sich auf die Psyche und auf den Körper aus und sind mannigfaltig: Die Kinder verlieren ihr Selbstbewusstsein, grübeln ständig, können sich schlechter konzentrieren, schlafen unruhig, die schulischen Leistungen lassen nach und sie haben Angst, in die Schule zu gehen und der Situation wieder hilflos ausgesetzt zu sein. Deshalb schwänzen viele Opfer die Schule oder können tatsächlich nicht gehen, weil sie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen usw. haben. Die Opfer werden depressiv, neigen zu selbstverletzendem Verhalten und es zeigen sich in besonders schlimmen Fällen sogar Suizidgedanken.

Wege aus der Mobbing-Spirale

Mobbing-Opfer brauchen Unterstützung von außen. SchülerInnen sollten sich an eine vertrauensvolle Person wenden. Gibt es niemanden im privaten Umfeld, so können Beratungsstellen für Mobbing helfen. Die Adressen findet man im Internet. LehrerInnen sollten Mobbing im Unterricht thematisieren und sich als Ansprechpartner zur Verfügung stellen und natürlich aufkeimendes Mobbing sofort unterbinden. Eltern sollten Veränderungen bei ihrem Kind hinterfragen und Gespräche anbieten. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, bis sich das Kind öffnet, denn sein Vertrauen in andere Menschen ist durch das Mobbing erschüttert. Eltern sollten mit dem Kind besprechen, inwiefern (Vertrauens-)Lehrer, Elternbeirat, Beratungsstellen, ein Anwalt oder sogar die Polizei eingeschaltet werden.

Grundsätzlich ist es nicht einfach, aus der Mobbing-Spirale zu kommen. Oftmals hilft nur, den Ring zu verlassen, wenn es sich nicht lohnt, den sinnlosen Kampf weiter zu kämpfen. Ein Schulwechsel hat nix mit Aufgeben oder Versagen zu tun. Es geht hier vielmehr darum, sein Kind zu schützen und seine Zeit und Energie nicht mehr mit einer ausweglosen Situation zu verschwenden. Das oberste Ziel sollte wieder Freude an der Schule und am Leben überhaupt sein!

Bücher zum Thema:

Frank, Astrid (2018): Unsichtbare Wunden. Urachhaus Verlag. (Mobbing mit verheerendem Ausgang)
Frank, Astrid (2018): Uli Unsichtbar. Urachhaus Verlag. (Mobbing geht gut aus)

Foto: mariesacha – Fotolia.com

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