Wann ist ein Mann ein richtiger Mann?

von | 16. Oktober 2012

Wann ein Mann ein richtiger Mann ist, lässt sich in der heutigen Zeit nicht leicht beantworten. Aber es gibt Anhaltspunkte für die Männlichkeit von heute...

richtiger MannEs gibt ein Spielzeug für große Mädchen. Aus Knetmasse kann sich die Frau, die noch allein im Doppelbett schläft, ihren Traumprinzen selbst basteln. Nur wie soll er aussehen, der ganze Kerl von heute?

Er soll selbstverständlich Wert auf sein Äußeres legen. Dazu gehört ein wohldefinierter Körper sowie ein gepflegtes Erscheinungsbild. Zu viele Muskeln sind aber ebenso abtörnend wie eine zu ausgeprägte Körperfixierung. Männer, die mehr Zeit vor dem Spiegel verbringen als ihre bessere Hälfte, wirken so als ob sie die weibliche Seite parodieren wollten und die kann darüber meist gar nicht lachen.

Im Gegensatz zu Narziss, der sich in der griechischen Mythologie in sein eigenes Spiegelbild verliebte,  soll der ideale Mann von heute nur Augen für die Frau haben und deshalb keinen Handspiegel in die Hand bekommen.  Neben einem dezenten Sixpack wären hingegen Buch und Brille schicke Insignien von Belesenheit, Offenheit und Klugheit.

In der linken das Buch und in der rechten den Hammer, denn das Leben ist bekanntlich eine Baustelle. Es gibt immer was zu tun, das Werkeln kann der Mann auch zu seinem eigenen Projekt machen, läst uns die verschlagene Baumarktwerbung wissen.

Ferner bietet der teilweise recht anzügliche Handwerker-Jargon – „Das Rohr muss heute auf jeden Fall noch verlegt werden, Fräulein Rührmichnichtan“ oder „Zum Glück hab ich die Rückwand genagelt, Fräulein Rührmichnichtan “ – reichlich Spielraum für sexuelle Heimwerker-Fantasien.

Auch der problemlose Umgang mit dem Kochlöffel ehrt den Mann von heute, in Zeiten, in denen Frauen sich besser auf die Programmierung ihrer Mikrowelle als die Zubereitung einer Sauce Hollandaise verstehen.

Dieses Herrschaftszeichen wird mit einer kleinen Flasche kombiniert. Die Zeiten, in denen dieses Symbol für eine Bierflasche stand, sind passé. Die Milchflasche adelt nicht den Milchbubi, sondern den verantwortungsvollen Familienvater. Die Milchflasche ist für den Vater die Ernährer-Prothese, da ihm die Natur partout das Einschießen von Milch in die Brüste verwehrt.

Ein flaches Brett steht nicht dafür, dass er eins vor dem Kopf hat, sondern für das zugeklappte Laptop, das so schmal ist, dass selbst 14-jährigen Models vor Neid der Reiscracker in der Speiseröhre steckenbleibt. Von diesem Flachbrett aus regelt er seine Karriere, bereitet Präsentationen vor und entwirft feinfühlig formulierte Absagen an Bewerber.

Eine Rose im Mund symbolisiert gleich zwei Dinge. Zum einen den unverbesserlichen Kavalier, der auch noch in Zeiten von LED-Lampen an die Kraft von roten Rosen und Candle-Light-Dinner glaubt. Ferner zeigt es seine Bereitschaft, der Angehimmelten loyal zu folgen – mit einer Rose zwischen den Lippen fällt es nicht nur schwer zu sprechen, sondern auch zu widersprechen.

Sixpack, Brille, Buch, Hammer, Kochlöffel, Milchflasche, Laptop und Rose sind die unverzichtbaren Herrschaftsinsignien des heutigen Mannes. Würde man sich den Traumprinzen wirklich in dieser Weise zurechtmodellieren, würde er einer alten indischen Gottheit ähneln: Kali – sie hat vier, mitunter auch zehn Arme. Eine multitasking-fähige Frau. Wie sexy…

Bild: rubysoho – Fotolia.com

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