Partnersuche und Partnerschaft in West- und Ostdeutschland

von | 22. September 2011

Ungleiche Entwicklungen und soziale Unterschiede in Ost- und Westdeutschland haben zu Unterschieden bei Partnersuche, Partnerwahl und Partnerschaft geführt.

Westdeutschland und Ostdeutschland blicken auf ein eigenes Stück Geschichte zurück und so haben sich die Gesellschaften in beiden Gebieten verschieden entwickelt. Die Entwicklung spiegelt sich im Privaten in den Lebensstilen wider, insbesondere was Partnerschaft und Familie betrifft. Es gibt zudem aufschlussreiche soziale Unterschiede im Bereich der Partnerlosigkeit.

Westdeutschlands Wandel der partnerschaftlichen Lebensformen

Die Verbreitung der Ehe geht seit den 1970er Jahren zurück und nichteheliche Lebensgemeinschaften gewinnen an Bedeutung. Im jungen Erwachsenenalter zeigt sich eine stärkere Pluralisierung der partnerschaftlichen Lebensformen und das Leben ohne Partner im Haushalt breitet sich aus. Feste Partnerschaften werden später eingegangen. Im mittleren Erwachsenenalter ist ein Zusammenleben mit dem Partner noch immer verbreitet, jedoch nimmt auch hier der Anteil der partnerlos Lebenden zu. Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, in einer Ehe oder eheähnlichen Gemeinschaft zu leben. Im höheren Alter hat das Alleinleben meist demographische Ursachen.

Insgesamt sind Partnerschaften instabiler geworden und so entstehen Phasen der Partnerlosigkeit. Unterm Strich kann man jedoch nicht von einer allgemeinen Ausbreitung der Partnerlosigkeit sprechen.

Ostdeutschlands Wandel der partnerschaftlichen Lebensformen

Seit der Wiedervereinigung hat in Ostdeutschland ein rascher Wandel der partnerschaftlichen Lebensformen stattgefunden. Es gibt eine ähnliche Entwicklung wie in Westdeutschland, nur in beschleunigter Form.

Hier nimmt der Anteil partnerlos Lebender vor allem im unteren Altersbereich sehr stark zu – zu Beginn der 1990er Jahre war Partnerlosigkeit nur gering verbreitet. Das uneheliche Zusammenleben mit einem Partner tritt in Ostdeutschland häufiger auf. Im Zuge der Übernahme gesellschaftlicher Rahmenbedingungen der Bundesrepublik findet eine Angleichung an die dort existenten Muster statt, denn kurz vor der Wiedervereinigung war das Niveau der Partnerlosigkeit in Ostdeutschland durchweg niedriger. Der Zusammenzug mit einem Partner war früher im Lebenslauf angesiedelt. Auch im mittleren Erwachsenenalter leben mehr Menschen partnerlos.

Bildung und berufliche Position als Auswahlkriterium bei der Partnesuche

In Ostdeutschland hat die berufliche Position eine geringere Bedeutung und es gibt kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Das ist Ausdruck der hohen Erwerbsquote unter ostdeutschen Frauen, welche auch nach dem Übergang in Partner- und Elternschaft hoch bleibt. Da in den neuen Bundesländern üblicherweise beide Partner zum Erwerbseinkommen beitragen, ist Arbeitslosigkeit ein negatives Selektionskriterium bei der Partnersuche. In Ostdeutschland ist das Zusammenleben mit einem Partner weniger sozial selektiv, wenngleich Männer mit geringem Humankapital schlechtere Chancen auf dem Partnermarkt haben. Hoch gebildete Frauen sind attraktive Partnerinnen.

In Westdeutschland haben erwerbslose und niedriger gebildete Frauen bessere Chancen auf dem Singlemarkt als hoch gebildete Frauen. Bei Männern zeichnet sich ein negativer Zusammenhang mit Bildung ab. Das höchste Risiko, partnerlos zu bleiben, haben Männer ohne Berufsabschluss. Das geringste Risiko haben Techniker, Meister und Absolventen der Fachhochschule. Männer mit geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben auch geringere Chancen auf dem Partnerschaftsmarkt. Je höher Frauen in Westdeutschland gebildet sind, desto wahrscheinlicher ist ein partnerloses Leben. Das Risiko steigt bereits bei Frauen mit Hauptschulabschluss und einer Berufsausbildung. Zudem gehen sie später Partnerschaften ein. Hohe Erwerbs- und Einkommenschancen bei Frauen werden in Westdeutschland negativ bewertet, da sie für geringe häusliche und familienbezogene Orientierung stehen.

Wie sich beide Landesteile annähern, bleibt ein spannendes, zu beobachtendes Thema.

Quelle: Lengerer, Andrea (2011): Partnerlosigkeit in Deutschland. Entwicklung und soziale Unterschiede. VS Verlag, Wiesbaden

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