Küssen – Interessantes aus der Wissenschaft

von | 25. April 2013

Der Wissenschaftszweig Philematologie beschäftigt sich mit dem Küssen... So führt der Austausch von Hormonen beim Küssen zu sexueller Erregung...

KuessenWussten Sie, dass sich ein eigener Wissenschaftszweig mit dem Küssen beschäftigt? Philematologie nennt sich der Bereich, der Küssen nicht nur als den lustvollen Austausch von Bakterien betrachtet. Doch schon immer haben sich Musiker, Maler, Poeten und Bildhauer mit dem Thema „Küssen“ auseinander gesetzt. Nun interessieren sich auch Sozialpsychologen, Endokrinologen, Immunologen und Neurobiologen dafür. Der Hirnforscher Manfred Spitzer hat interessante Erkenntnisse aus der Forschung zusammengetragen.

Küssen aus medizinischer Sicht

Von Franz Grillparzer stammt der Spruch: „Auf die Hände küsst die Achtung, Freundschaft auf die offene Stirn, auf die Wange Wohlgefallen, selge Liebe auf den Mund; aufs geschlossene Aug die Sehnsucht, in die hohle Hand Verlangen, Arm und Nacken die Begierde, überall sonst hin Raserei.“ Ein Kuss ist also nicht gleich ein Kuss, sondern abhängig von seiner Lokalisation – aus anatomischer Sicht äußerst interessant. Mediziner haben übrigens herausgefunden, dass beim Küssen 34 Gesichtsmuskeln angespannt werden und weitere 112 Muskeln des Körpers zur richtigen Haltung, weiß Manfred Spitzer. Zwei Drittel der Küssenden neigen ihren Kopf dabei nach rechts. Küssen ist also nicht nur aus medizinischer Sicht im Rahmen der Mund-zu-Mund-Beatmung wichtig, sondern damit werden auch die Gesichtsmuskeln trainiert.

Der Kuss in der Psychologie

Weniger als ein halbes Prozent der Menschen verbringen ihr Leben ungeküsst. Es gehört offenbar zum Leben dazu und Küssen kommt in über 90% der Gesellschaften und sogar bei Tieren vor (Bonobos sind für ihre Zungenküsse sogar bekannt). Dabei küssen Männer und Frauen etwa gleich gerne und sie haben auch circa die gleiche Anzahl von Kuss-Partnern. 70% haben in ihrem Leben mehr als sechs Personen geküsst und jeder Fünfte hat sogar mehr als 20 Kuss-Partner. Aber Männer und Frauen messen dem Küssen eine unterschiedliche Bedeutung zu. Männer verbinden Küssen eher mit Sex und es ist ihnen unwichtiger. Männer und Frauen haben unterschiedliche Vorlieben. Frauen legen Wert auf gesunde Zähne ihres Kuss-Partners und Männern sind das Gesicht und der Körper beim Küssen wichtiger. Volle, weiche Lippen sind beiden Geschlechtern eher unwichtig. Sehr interessant ist, dass Männern zwar Küssen weniger bedeutet, aber sie mit über 70% signifikant häufiger der Auffassung sind, dass ein Versöhnungskuss funktioniert.

Der Sinn des Küssens

Küssen macht Spaß, aber es hat drei weitere Funktionen: Zum einen dient Küssen als Test zur Beurteilung der Qualität des Partners. Durch einen Kuss kann man einen anderen Menschen beschnuppern, schmecken und mit den berührungsempfindlichen Lippen tasten. Ein schlechter Atem ist ein Zeichen von Krankheit, was einen Menschen als Partner zur Fortpflanzung unattraktiv erscheinen lässt. Während der Ovulation ist der Geruchssinn von Frauen gesteigert. Und Männer nehmen beim Küssen wahrscheinlich Pheromone der Frau auf, die Fruchtbarkeit signalisieren. Deshalb führt Küssen zu sexueller Erregung. Männer und Frauen betrachten Küssen als Anbahnung von Sex. Ferner findet sich das männliche Sexualhormon Testosteron im Speichel des Mannes. Testosteron verstärkt die Libido und bei der Frau wird das Hormon beim Küssen über die Wangenschleimhaut resorbiert. Vielleicht bevorzugen Männer deshalb feuchteres Küssen, um die Frau zu stimulieren. Drittens werden durch das Küssen Bindungsprozesse verstärkt: durch körperliche Berührung wird Oxytocin ausgeschüttet, welches Bindungsprozesse in Gang bringt. Bei der käuflichen Liebe geht es nur um Sex und nicht um Bindung. Deshalb wird dort auch nicht geküsst.

Heute schon geküsst? Nur zu! Küssen ist sehr gesund, denn dadurch wird die Konzentration des Stresshormons Cortisol gesenkt. Einen Kuss-Partner finden Sie sicherlich hier bei match-patch.

Quelle: Spitzer, Manfred (2012): Nichtstun, Flirten, Küssen und andere Leistungen des Gehirns. Schattauer Verlag, Stuttgart

Foto: Alena Kozlova – Fotolia.com

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