Die dependente Persönlichkeitsstörung in der Partnerschaft

von | 12. Oktober 2026

Partner mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung sind passiv, unterwürfig und haben kaum Selbstbewusstsein. Hier kommen Symptome, Ursachen und Behandlung.

Die dependente Persönlichkeitsstörung wird auch abhängige oder asthenische Persönlichkeitsstörung genannt. Betroffene hängen sich übermäßig stark an ihren Partner, überlassen ihm die Verantwortung und alle Entscheidungen. Sie leiden unter starken Trennungsängsten, da sie sich alleine hilflos fühlen. Diese Partnerschaften haben ein massives Ungleichgewicht und beide leiden unter der Situation.

Symptome einer dependenten Persönlichkeitsstörung

Die Betroffenen möchten von ihrem Partner versorgt und beschützt werden. Sie tun sich bei alltäglichen Entscheidungen schwer und geben die Verantwortung lieber an den Partner ab. Ihr Verhalten ist passiv, d.h. sie ergreifen nicht die Initiative. Das liegt am mangelnden Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Alleine fühlen sie sich hilflos und um den Partner nicht zu verlieren, klammern sie und geben sich oftmals unterwürfig. Trennungsängste sitzen tief. Als Single fühlen sie sich sehr unwohl und gehen schnell eine neue Beziehung ein, damit sie Halt haben.

Abhängige Persönlichkeitsstörung: Ursachen

Wahrscheinlich liegt dem ein Zusammenspiel biologischer, umweltbezogener und psychischer Ursachen zugrunde. Die Störung könnte in der frühen Kindheit entstanden sein, wenn der/die Betroffene überbehütet aufwuchs. Auch ein autoritärer Erziehungsstil kann Verunsicherung und abhängiges Verhalten fördern, genauso wie das Verhindern der Ablösung. Wenn ein Elternteil selbst an einer dependenten Persönlichkeitsstörung leidet, könnte das Kind dies übernehmen.

Wenn der Partner asthenisch ist

Die Partnerschaft ist in einem Ungleichgewicht: der Betroffene bürdet dem Partner eine große Last auf, indem er ihm nahezu die gesamte Verantwortung und sämtlich Entscheidungen überträgt und er die Beziehung nicht aktiv mitgestaltet. Er fordert Liebe und Sicherheit ein, ohne jedoch ein gleichwertiger Partner auf Augenhöhe zu sein und dasselbe zu vermitteln. Partner sprechen oftmals davon, noch ein weiteres Kind zu haben, das an ihnen klammert, unselbständig ist und Energie saugt. Deshalb gibt es eine große Unzufriedenheit und nicht selten kommt es zur Trennung.

Behandlung der dependenten Persönlichkeitsstörung

Betroffenen geht es nach einer Trennung schlecht, da sie sich den Anforderungen, die ein normaler Alltag bereithält, nicht gewachsen fühlen. Spätestens jetzt ist es Zeit für die Wahl der passenden Therapie. Im Rahmen einer Psychotherapie werden Selbständigkeit, Eigenverantwortung, Sozialkompetenzen und Entscheidungsfähigkeit durch eine Gesprächstherapie gefördert. Entscheidet sich der Betroffene für eine Psychoanalyse, werden unbewusste, innere Konflikte, die oftmals ihren Ursprung in der Kindheit haben, analysiert und aufgelöst. Bei einer kognitiven Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen durch Gespräche, aber auch durch verändertes Verhalten, ihre sozialen Fähigkeiten zu verbessern und besser für sich selbst zu sprechen und zu sorgen. So merken sie, dass sie nicht in ihrer Unfähigkeit bzw. Hilflosigkeit gefangen sind. Durch eine Gruppentherapie lernen die Betroffenen andere Menschen kennen und in diesem geschützten Rahmen können sie sich gegenseitig Hilfestellungen geben. Hier können auch praktische Übungen oder Rollenspiele gemacht werden, um zu lernen, seine Gefühle auszudrücken, selbstsicher aufzutreten und allgemein sozial besser zu interagieren. Wird das Problem erkannt und sind die inneren Konflikte gelöst, können Menschen mit einer überwundenen dependenten Persönlichkeitsstörung endlich eine harmonische Partnerschaft eingehen, in der mehr Gleichberechtigung herrscht. Sie können ihr Engagement und ihre Liebe viel besser zeigen. Ein tolles Gefühl!

Foto: depositphotos.com

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