Jungfrau

von | 21. September 2014

Früher war die Jungfräulichkeit Voraussetzung für die Eheschließung. Erst in der Hochzeitsnacht sollte die Entjungferung durch den Ehemann stattfinden.

JungfrauJungfrau ist nicht nur ein Sternzeichen, sondern mit Jungfrau sind auch Menschen gemeint, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Ursprünglich wurden Frauen mit dem Begriff Jungfrau oder Maid bezeichnet, die unverheiratet waren und von denen angenommen wurde, sie hatten noch keinen Geschlechtsverkehr. Der Sex fand offiziell nur innerhalb der Ehe statt und die Jungfräulichkeit wurde in der Hochzeitsnacht abgelegt. Doch auch Männer, die noch unberührt sind, können als Jungfrau bezeichnet werden.

Jungfräulichkeit als wertvolles Gut

In patriarchalischen Gesellschaften und in Kreisen, in denen ein hoher Wert auf die Bewahrung von alter Kultur gelegt wird, gilt die Jungfräulichkeit als wertvollstes Gut einer Frau. Noch heutzutage ist Jungfräulichkeit dort die Bedingung für eine Heirat. Als Beweis der weiblichen Unschuld wird nach der Hochzeitsnacht das blutverschmierte Bettlaken in islamischen Ländern, aber auch in Sizilien, aus dem Fenster gehängt oder anderweitig demonstriert. Doch bei der Entjungferung muss das Jungfernhäutchen nicht zwangsläufig bluten. Aus Angst davor, nicht zu bluten oder weil das Hymen bereits beschädigt ist, gibt es die Möglichkeit der Hymenalrekonstruktion bzw. Revirgination bei einem Gynäkologen. Der Brauch des blutigen Bettlakens geht auf eine Zeit zurück, als sehr junge Mädchen nicht selten mit wesentlich älteren Männern verheiratet wurden und der Geschlechtsverkehr schon allein aufgrund des Körperbaus blutig und schmerzhaft war.

Entjungferung vor der Hochzeit

War hierzulande eine Frau im vorletzten Jahrhundert keine Jungfrau mehr, so musste sie bei der Hochzeit statt des Jungfrauenkranzes aus Myrten oder weißen Blumen einen Strohkranz als Zeichen ihrer Schande tragen. Das galt auch für Frauen, die beispielsweise vergewaltigt wurden oder die mit einem nicht eingelösten Heiratsversprechen zum vorehelichen Sex verführt wurden. In letzterem Fall allerdings war die Jungfräulichkeit der Frau zumindest rechtlich geschützt. Ihr stand dann ein „Kranzgeld“ zu, welches als Wiedergutmachung der verminderten Chancen auf eine gute Partie zu betrachten war. Solche Urteile wurden bis in die 1970er Jahre hinein gesprochen bevor der Kranzgeld-Paragraph in den 1990er Jahren abgeschafft wurde.

Jungfräulichkeit heute

Im Zuge der sexuellen Revolution erfuhr der Geschlechtsverkehr eine andere Bedeutung. Sex fand ganz legal auch außerhalb einer Ehe oder festen Partnerschaft statt. Die Jungfräulichkeit hat keine so hohe Bedeutung mehr. Vielmehr schämen sich Menschen häufig, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten und sie fühlen sich defizitär. Andererseits sind Jungfrauen begehrt und die Jungfräulichkeit wird sogar verkauft oder im Internet versteigert.

Foto: © rubtsov89 – Fotolia.com

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