Frühjahrsmüdigkeit und Frühjahrsdepression

von | 15. März 2022

Nach dem "Winterschlaf" kommt für viele die Frühjahrsmüdigkeit. Hält dieser Erschöpfungszustand länger an, kann es sich um eine Frühjahrsdepression handeln.

FrühjahrsmüdigkeitNach dem langen Winter sehnen wir uns nach Sonne und Wärme, eine Art Aufbruchstimmung macht sich breit. Diese wirkt motivierend und stärkend. Doch manche Menschen scheinen nicht so recht aus der Winterruhe zu erwachen. Sie fühlen sich im Frühjahr müde, antriebslos und entkräftet. Doch die Frühjahrsmüdigkeit verschwindet nach einigen Wochen wieder. Wenn sich der Zustand nicht bessert, spricht man von einer Frühjahrsdepression.

Kennzeichen der Frühjahrsmüdigkeit

Nach dem langen Winter muss sich der Körper erst wieder an die neuen Licht- und Wetterverhältnisse gewöhnen. Das ist eine große Leistung, die nicht von heute auf morgen stattfindet. So wie die Natur langsam zum Leben erwacht, brauchen auch wir Zeit, um wieder in den Frühlingsmodus zu gelangen. Solange die Tage kurz sind, mangelt es uns an Tageslicht. Deshalb bestimmt häufig das schläfrig machende Hormon Melatonin den Hormonspiegel. Zugleich fehlt uns Vitamin D, welches unser Körper durch Sonnenlicht bildet. Vitamin D sorgt für ein ausgeglichenes Seelenleben. Frühjahrsmüdigkeit zeigt sich durch Schläfrigkeit, Kreislaufbeschwerden und Schwindel (oftmals ausgelöst durch einen niedrigen Blutdruck), Antriebs- und Freudlosigkeit, Gereiztheit, Leistungsschwäche, Wetterfühligkeit und Kopf- sowie Gliederschmerzen.

Frühjahrsmüdigkeit vertreiben

Frühjahrsmüdigkeit weist zwar Krankheitssymptome auf, aber sie selbst ist keine Krankheit, da sie wieder verschwindet bzw. sich das Befinden durch einfache Maßnahmen mit sehr guten Erfolgen verbessern lässt. Um das Melatonin einzudämmen und Vitamin D zu tanken, ist Bewegung im Freien das Beste! Bei Spaziergängen in der Natur, Rad fahren, Gartenarbeit usw. wird durch das Tageslicht die Produktion des Glückshormons Serotonin angekurbelt. Serotonin verleiht uns mehr Unbeschwertheit und Fröhlichkeit und es hilft unserem Körper beim Auffüllen des Vitamin D-Speichers. Zudem kommt unser Kreislauf durch Bewegung in Schwung und der Sauerstoff vertreibt Kopfschmerzen und negative Gedanken. Der Kreislauf lässt sich auch durch Wechselduschen, Saunagänge und viel Flüssigkeit stabilisieren. Wer sich ständig müde fühlt, sollte übrigens nicht länger schlafen, denn dadurch würde noch mehr Melatonin produziert, was Depressionen fördern kann.

Symptome der Frühjahrsdepression

Klingt der Durchhänger im Frühling nicht ab, kann es sich um eine Frühjahrsdepression handeln. Im Zusammenhang mit der Frühjahrsdepression spricht man von einer latenten, also einer auf den ersten Blick versteckten Form der Depression. Betroffene sind traurig und ziehen sich zurück. Häufig setzen sie sich durch die aufgeweckten, fröhlich und unbeschwert wirkenden Menschen noch stärker mit ihrer Krankheit auseinander und fühlen sich noch defizitärer. Typische Symptome der Frühjahrsdepression sind Müdigkeit und Niedergeschlagenheit. Freudlosigkeit sowie Interesselosigkeit und Antriebsschwäche kommen hinzu. Betroffene fühlen sich oftmal wertlos und schuldig. Sie grübeln häufig, sind verzweifelt und verlieren die Hoffnung. Bei wiederkehrenden Frühjahrsdepressionen stellt sich die Enttäuschung ein, auch dieses Jahr wieder davon betroffen zu sein und es einfach nicht zu schaffen, diese Krise selbst zu überwinden. Frühjahrsdepression kann bis hin zu Suizidgedanken führen und die Selbstmordrate kann im Frühling sogar höher sein als im Winter.

Frühjahrsdepression behandeln

Wer unter Frühjahrsdepression leidet, sollte sich schnellstmöglich therapeutische Hilfe suchen. Das kann in Form von Selbsthilfegruppen, Einzel- oder Gruppentherapie erfolgen. Depressionen lassen sich medikamentös behandeln, aber es sollte immer eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie erfolgen. Zugleich und unterstützend können die Betroffenen alle Mittel, die gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen, ebenfalls anwenden. Die Depression wird dadurch nicht verschwinden, aber das Wohlbefinden lässt sich deutlich verbessern!

Foto: Canva.com

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