Nachhaltiges Spielzeug für Kinder

von | 24. Januar 2022

Immer mehr als nachhaltig bezeichnete Spielsachen finden sich in den Regalen der Spielwarengeschäfte. Was macht nachhaltiges Spielzeug aus?

HolzspielzeugDie Kinderzimmer sind voll mit Spielsachen, die Schadstoffe enthalten. Stiftung Warentest und Ökotest bemängeln immer wieder die Qualität. Doch beim Spielzeugkauf ist diese auch nicht ausschlaggebend, denn die Käufer achten in erster Linie auf den Preis, wie eine Umfrage des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie herausfand. Aspekte wie Gesundheit und Nachhaltigkeit sind für die wenigsten Eltern kaufentscheidend. Trotzdem steigt die Nachfrage nach ökologischem, nachhaltigem Kinderspielzeug. Doch der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist nicht geschützt – worauf sollten Käufer also achten?

Die Kriterien von nachhaltigen Spielwaren

Es gibt keine einheitlichen gesetzlichen Richtlinien für nachhaltige Kinderspielsachen. Je nach Hersteller können als nachhaltig beworbene Spielsachen unterschiedliche Eigenschaften aufweisen: die einen legen Wert auf umweltfreundliches Material aus nachwachsenden Rohstoffen wie zum Beispiel Holz oder Naturfasern. Andere verwenden schadstoffarme bzw. natürliche Farben, Lacke und Öle oder lassen die Spielsachen unbehandelt. Wenn tierische Bestandteile wie Wolle oder Leder verarbeitet werden, sollten diese bei nachhaltigem Kinderspielzeug aus artgerechter Tierhaltung stammen oder das Siegel kbT (kontrolliert biologische Tierhaltung) tragen. Baumwolle kann aus kbA (kontrolliert biologischem Anbau) kommen.

Nachhaltigkeit kann aber auch bedeuten, bereits vorhandenes Material in neue Spielsachen umzuwandeln. So entstehen zum Beispiel Stofftiere aus recycelten PET-Flaschen. Doch Vorsicht! Hier können immer noch Schadstoffe enthalten sein, denn das Ausgangsmaterial ist schließlich Plastik.

Kindergesundheit und nachhaltiges Spielzeug

Spielsachen müssen sicher sein. Sie sollten für Kleinkinder keine verschluckbaren Kleinteile enthalten und die Farben müssen speichelecht sein. Elektrisches Spielzeug darf nicht zu einem Stromschlag führen. Spielsachen sollten keine spitzen Formen aufweisen, aufgrund der Verletzungsgefahr nicht zerbrechen und keine giftigen Inhaltsstoffe enthalten. Letzteres stellt übrigens die größte Gesundheitsgefährdung dar, denn die Ausdünstungen von Kunststoffen können geruchlos sein und das Gift beim Nuckeln an Babyspielwaren schmeckt man nicht immer. Doch die Schadstoffe lagern sich im kindlichen Körper ab und können zu Krebs führen, das Erbgut schädigen und die Fortpflanzungsfähigkeit stören.

Nachhaltiges Spielzeug kaufen: Tipps

Beim Kauf solltest du zunächst einen Blick auf die Materialzusammensetzung werfen und dabei auch auf die Füllstoffe achten. Frage bei Stoffen aus kbA oder kbT nach, ob und womit sie behandelt wurden. Leder könnte mit Chrom gegerbt, Stoffe und Wolle könnten chemisch gefärbt worden sein. Bei Holzspielsachen bitte ebenfalls nachforschen, wie sie behandelt wurden.

Achte auch auf die Verpackung. Ein ökologisches Spielzeug, das umständlich und unnötig verpackt wurde, ist wenig nachhaltig. Sofern es überhaupt einer Verpackung bedarf, sollte diese plastikfrei sein.

Damit dein Kind lange etwas von seinem Spielzeug hat, sollte es repariert werden können und der Hersteller möglicherweise Ersatzteile dafür bereitstellen. Zudem ist die Langlebigkeit wichtig. Die Spielsachen sollten möglichst stabil gebaut sein. Manche lassen sich sogar altersentsprechend umbauen, erweitern usw. So relativiert sich auch ein höherer Anschaffungspreis.

Nachhaltigkeit bedeutet auch, auf die Herstellung zu achten: Unter welchen Bedingungen wurde produziert und von wem? Kann Kinderarbeit ausgeschlossen werden? Wie weit sind die Transportwege und woher stammen all die Bestandteile des Spielzeugs? Diese Fragen sollte dir der Verkäufer ohne Weiteres beantworten können. Nachhaltige Spielsachen findest du auch bei regionalen Spielwarenherstellern, aber auch gebraucht auf Flohmärkten oder in den Kleinanzeigen.

Kunsthandwerker, Schreiner, Tischler stellen individuelle Stücke her und Behindertenwerkstätten können tolle Ritterburgen, Schaukelpferde und Kugelbahnen aus naturbelassenem Holz bauen. Und da DIY im Trend liegt, gibt es immer mehr selbst genähte Puppen und individuelle Stofftiere zu kaufen. Oftmals kommen sogar lieb gewordene Erinnerungsstücke wie ein zu klein gewordener Strampler oder das Söckchen mit durchlöchertem Zeh zu neuem Leben und es entsteht ein neues, nachhaltiges Lieblingsteil.

Zum Weiterlesen: Nachhaltig leben mit Kindern

Foto: Canva.com

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