Jugendliche mit weniger Smartphone-Zeit sind glücklicher

von | 19. März 2018

Fast alle Jugendlichen in Deutschland haben ein eigenes Smartphone und sind mehrere Stunden am Tag online. Mit negativen Folgen – sie werden unglücklich.

Smartphones Teenager

Es gibt kaum Jugendliche hierzulande, die kein eigenes Mobiltelefon besitzen. Die Ausrüstung der Kinder mit einem Smartphone beginnt immer früher. Der Medienpädagogin Paula Bleckmann und dem Autor Ingo Leipner zufolge werden 2018 mehr als die Hälfte der Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit ein Smartphone besitzen! Eltern möchten ihre Kinder mit der neuesten Technik von klein auf vertraut machen, damit sie den Gleichaltrigen in nichts nachstehen. Doch viele Eltern bedenken die negativen Folgen des ständigen Online-Seins nicht.

Jugendliche und Smartphones

Der Wunsch nach einem Handy bei Kindern und Jugendlichen ist groß, doch wenn sich der Wunsch endlich erfüllt, merken die Kids schnell, dass sie so richtig glücklich damit nicht sind, obwohl sie das Smartphone doch wirklich auskosten: Mehrere Untersuchungen kommen seit Jahren zu ähnlichen Ergebnissen: Zu viele Jugendliche in Deutschland sind rund um die Uhr erreichbar und sie verbringen täglich durchschnittlich mehr als drei Stunden im Netz. Nicht wenige von ihnen sind sogar permanent online. Sie spielen, chatten, schauen sich Videos an, recherchieren etwas für die Hausaufgaben, surfen ungezielt durchs Netz usw. Ständig strömen Neuigkeiten auf die Jugendlichen ein, doch wirklich schlauer werden sie davon nicht – im Gegenteil…

Smartphones: Ein Risiko für Körper und Geist

Grundsätzlich gehen von der Mediennutzung Gefahren wie Übergewicht, Verzögerungen in der Bewegungsentwicklung, Augenerkrankungen und Schlafstörungen aus. Aber auch im psychosozialen Bereich gibt es negative Auswirkungen wie dem Verlust von Empathie, Sprachentwicklungsstörungen, Störung der Beziehungsfähigkeit und ADHS-ähnliche Symptome. Im kognitiven Bereich sind eine kurzfristig geringere Aktivität des Stirnhirns sowie langfristig schlechtere Schul- und Leseleistungen feststellbar, wovor Bleckmann und Leipner warnen.

Smartphones machen Jugendliche unglücklich

Das ständige Online-Sein kann Jugendliche sogar depressiv machen. Eine Studie der San Diego State University, die im Fachmagazin „Emotion“ veröffentlicht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Jugendliche am glücklichsten sind, die täglich nur knapp eine Stunde online sind. Für alle anderen sinken die Zufriedenheitswerte. Teenager hingegen, die in ihrer Freizeit viel Sport treiben, sich mit Freunden verabreden oder lesen, sind deutlich glücklicher als ihre Altersgenossen, die ihre Freizeit mit Computerspielen, sozialen Medien oder Video-Chats verbringen. Die Psychologin Jean Twenge und ihr Forscherteam fanden zudem heraus, dass bei Jugendlichen seit den 1990er Jahren die Werte wie Selbstachtung, Lebenszufriedenheit und das Gefühl, glücklich zu sein, stetig anstiegen. Doch dieser positive Trend kehrte sich 2012 abrupt um – und das war der Zeitpunkt, an dem die Hälfte aller US-Teens ein Handy besaß… Das liegt Twenge zufolge vor allem an den mangelnden sozialen Kontakten im wirklichen Leben und am Rückgang der Schlafdauer. Die Lebensfreude der Jugendlichen nimmt auch ab, da sie ständig das Gefühl haben, etwas zu verpassen wenn sie nicht online sind, öffentlicher Kritik und Mobbing im Netz ausgesetzt werden können und der Neid beim Lesen von Posts sowie Fake News können Jugendlichen zusetzen.

Handy-Zeit bei Jugendlichen begrenzen

Bill Gates, Jeff Bezos und Steve Jobs erlaubten ihren Kindern erst mit 14 Jahren ein Smartphone. Sie kannten die Gefahren und fanden es gut, das Smartphone möglichst lange (mindestens bis zur 8. Klasse) aufzuschieben. Dahingehend gibt es viele Bestrebungen wie zum Beispiel die Initiative „Wait Until 8th“. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die tägliche Smartphone-Zeit bei Jugendlichen strikt zu begrenzen. Viele Lehrer plädieren dafür, das Smartphone von der Schule zuhause zu lassen und bei den Hausaufgaben sollte auch kein Smartphone auf dem Tisch liegen, genauso wie beim gemeinsamen Essen. Und auch nachts sollten Eltern das Smartphone einziehen, damit die Kinder ungestört schlafen. Tagsüber sollte die Online-Zeit so gering wie möglich sein. Dazu ist es gut, den Jugendlichen ein interessantes Alternativprogramm zu bieten. Wer dazu Tipps braucht oder mehr interessante Studienergebnisse lesen möchte, dem sei das Buch „Heute mal bildschirmfrei. Das Alternativprogramm für ein entspanntes Familienleben“ von Paula Bleckmann und Ingo Leipner wärmstens empfohlen!

Foto: Syda Productions – Fotolia.com

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