Der internationale Frauentag wird zum Feiertag

von | 28. Februar 2019

Was in anderen Ländern schon längst Standard ist, gilt nun auch für einen Teil Deutschlands: Der Frauentag am 8. März wird zum gesetzlichen Feiertag…

FrauentagDer internationale Frauentag wird auch Weltfrauentag, Frauenkampftag oder schlicht Frauentag genannt und offiziell am 8. März gefeiert. In Regionen wie zum Beispiel Angola, Burkina Faso, Guinea-Bissau, Kasachstan, Laos und Moldau ist der 8. März bereits ein offizieller Feiertag genauso wie in Nordkorea, Russland und Sambia. Auch in Tadschikistan, Uganda und in der Ukraine wird der internationale Frauentag feierlich begangen. In der Volksrepublik China haben Frauen am 8. März nachmittags arbeitsfrei. Nun erklärt auch ein Teil Deutschlands den 8. März zu einem offiziellen Feiertag, nämlich das Bundesland Berlin.

Frauentag als Feiertag in Berlin

Berlin ist das erste Bundesland Deutschlands, das den internationalen Frauentag zu einem gesetzlichen Feiertag macht. Das bedeutet, dass der 8. März grundsätzlich ein arbeitsfreier Tag ist. Das gilt natürlich nicht für Arbeitnehmer, die auch an anderen Feiertagen ihren Dienst tun.Durch eine Mehrheit der Berliner Grünen, die auf einem Parteitag für den Frauentag als Feiertag votierten, dürfen sich die Berliner nun über ihren zehnten Feiertag freuen. Von den 147 anwesenden Abgeordneten stimmten 87 für den neuen Feiertag.

Der Weltfrauentag in Deutschland

Der internationale Frauentag als Feiertag in Deutschland ist eigentlich nichts Neues, denn ab dem Jahr 1947 wurde der internationale Frauentag in der DDR bereits offiziell begangen. Nach der Wiedervereinigung wurde er allerdings wieder abgeschafft. In Westdeutschland gewann der Frauenkampftag erst ab den 1970er Jahren dank der Frauenbewegung an Bedeutung. Doch zum offiziellen Feiertag wurde er im Westen nie erklärt.

Ursprünge des internationalen Frauentages

Ursprünglich war der Frauentag ein Kampftag für das Frauenwahlrecht. Er geht auf die Konferenz sozialistischer Frauen mit ihrer Initiatorin, der Frauenrechtlerin Clara Zetkin zurück. Ihre Mitstreiterin Käte Duncker machte sich ebenfalls für die Stärkung der Frauenrechte stark. Dieser Tag sollte als Motivation dazu dienen, sich für die Rechte der Frauen einzusetzen. Neben dem Stimmrecht für Frauen ging es um die gleiche Bezahlung von männlichen und weiblichen Arbeitskräften in denselben Positionen. Frauen wurde das Wahlrecht zuerkannt, allerdings müssen sie heute noch darum kämpfen, für ihre Arbeitsleistung genauso wie ihre männlichen Kollegen bezahlt zu werden, denn das ist noch immer keine Selbstverständlichkeit!

Kritik am Frauentag als Berliner Feiertag

Auch wenn die Etablierung des Frauentages als offiziellen Feiertag lobenswert ist, stößt die Entscheidung Berlins auf Kritik: Der Evangelische Arbeitskreis der CDU Berlin-Brandenburg beispielsweise kritisiert die schnelle Entscheidung, den Frauentag als Feiertag zu etablieren, denn sie hätte lieber den Reformationstag als neuen Berliner Feiertag gesehen. Grüne und SPD hätten sich von der ideologischen Linken in Berlin ins Abseits führen lassen, untermauert der Arbeitskreis seinen Unmut. Auch die Bayernpartei ist gegen den Weltfrauentag als Feiertag, denn Berlin sei sowieso schon „pleite“ und könne wohl schlecht auf einen Arbeitstag verzichten. Ferner muss Bayern als größter Geldgeber beim Länderfinanzausgleich quasi den Berliner Frauentag bezahlen.Wir von Match-Patch finden es grundsätzlich ein schönes Zeichen, den internationalen Frauentag als offiziellen Feiertag zu begehen. Genauso schön ist es von Thüringen, den Weltkindertag zum offiziellen Feiertag zu erklären. Ob noch mehr Bundesländer diesen Beispielen folgen?

Foto: Janina Dierks – Fotolia.com

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