Quetschies: ungesunde Zwischenmahlzeit für Kinder

von | 2. September 2020

Quetschies sind praktisch für den kleinen Hunger unterwegs. Doch leider sind diese Obstbreie aus der Plastiktüte für Kinder ziemlich ungesund.

QuetschieQuetschies sprechen Kinder an. Sie sind bunt gestaltet und wirken mit frischem Obst und Gemüse auf der Verpackung gesund. Zudem sind sie mit Aufschriften wie „ohne Zuckerzusatz“ oder „mit wertvollen Vitaminen“ versehen, so dass Eltern dieses Kinder-Fastfood für wertvoll halten könnten. Doch leider sind Quetschies sehr stark verarbeitet, enthalten zu viel Zucker und können auf Dauer Krankheiten begünstigen.

Zu viel Zucker in Quetschobst

Ein großer Kritikpunkt an Quetschies ist der zu hohe Anteil an Zucker. Dabei geht es nicht nur um zugesetzten Zucker, sondern auch um Fruchtzucker, der in den Quetschbeuteln in konzentrierter Form vorhanden ist. Kinder saugen das Quetschobst direkt aus dem Plastikbeutel, behalten den Brei relativ lange im Mund und der Zucker schädigt den Zahnschmelz. Das kann schon früh zu Karies führen. Außerdem bedeutet zu viel Zucker gleichzeitig zu viele unnötige Kalorien, die das Kind dick machen können. Übergewicht kann Folgekrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck mit sich bringen. Darunter leiden immer mehr und immer jüngere übergewichtige Kinder. Durch Quetschobst kann der Geschmackssinn auf zu süß geprägt werden. Ein verarbeiteter Apfel im Quetschie schmeckt ganz anders als ein frischer, da im natürlichen Obst immer ein bisschen Säure enthalten ist. Kinder, die viele Quetschies konsumieren, lehnen oftmals frisches Obst ab, weil es ihnen sauer vorkommt.

Kinder sollen Obst und Gemüse kauen

Ein weiteres Problem an Quetschbeuteln ist, dass der Inhalt einfach eingesaugt wird. Doch Kinder sollen ihr Essen kauen, sobald sie dazu in der Lage sind. So wird die Kaumuskulatur, insbesondere die Mund- und Zungenmotorik trainiert, die wichtig für die Sprachentwicklung ist. Obst- oder Gemüsesticks im Händchen zu halten, ist ein gutes Training für die Feinmotorik.
Kauen erfordert außerdem Konzentration aufs Essen. Der Kau-Genuss ist größer als das beiläufige und unachtsame Schlucken von Perürtem.
Kauen dauert länger und Kinder, die an Quetschies gewöhnt sind, werden oftmals kau-faul. Sie haben keine Geduld, um längere Zeit am Tisch zu sitzen. Beim Essen stellt sich durch gründliches Kauen allmählich ein natürliches Sättigungsgefühl ein. Durch die Quetschbeutel nehmen Kinder in kurzer Zeit eigentlich zu viel Nahrung auf ohne satt zu werden.

Schadstoffe und Zusatzstoffe in Quetschies

Zu den häufigsten Schadstoffen in Quetschbeuteln aus Obst und Gemüse gehören Pestizide, aber auch Konservierungs- und Aromastoffe. Außerdem können sich Schadstoffe aus der Plastikverpackung lösen und ins Lebensmittel übergehen oder beim Saugen an der Öffnung aufgenommen werden. Neben künstlichen Vitaminen finden sich weitere Zusatzstoffe im Quetschbeutel. Manchmal sind Quetschies mit Joghurt versetzt, doch Milchbestandteile werden so stark denaturiert, dass sie über Monate hinweg ungekühlt haltbar sind. Als Verdickungsmittel wird oftmals Reis eingesetzt, dieser kann mit Arsen belastet sein.

Vitamingehalt in Quetschobst

Ein weiterer großer Kritikpunkt an Quetschies ist der mangelnde natürliche Vitamingehalt. Durch die starke Denaturierung in Form von Erhitzen und Haltbarmachen gehen die natürlichen Vitamine weitgehend verloren. Deswegen werden künstliche Vitamine zugesetzt. Diese kann der Körper allerdings nicht so gut aufnehmen und die Dosis ist in vielen Fällen viel zu hoch. Ferner werden nur bestimmte Vitamine zugesetzt. Dagegen ist frisches Obst und Gemüse reich an unterschiedlichen Vitaminen und Vitalstoffen.

Alternativen zu Quetschies

Um auf den kleinen Hunger unterwegs vorbereitet zu sein, sollten Eltern je nach Alter des Kleinkindes etwas frisches Obst, Beeren oder Gemüsesticks dabei haben. Wenn es trotzdem ein Quetschie sein soll, können Eltern selbst püriertes Obst bzw. Gemüse in wiederverwendbare Quetschbeutel füllen.

Foto: Canva.com

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