Nachhaltig leben mit Kindern

von | 18. Juli 2016

Nachhaltig zu leben bedeutet keineswegs nur Verzicht oder Verlust. Vielmehr überdenkt man sein Konsumverhalten und gewinnt eine neue Lebenseinstellung.

NachhaltigkeitWer nachhaltig leben möchte, setzt sich intensiv mit sich selbst, seinen Bedürfnissen und aktuellen Problemen wie Massentierhaltung, Umweltschäden durch die konventionelle Landwirtschaft, Menschenrechtsverletzung bei der Herstellung neuer Waren, geplante Obsolenz etc. auseinander. Nachhaltig zu leben heißt nicht zwangsläufig, auf sämtliche liebgewonnene Dinge zu verzichten, sondern sinnvolle Alternativen zu finden und sich selbst und seinen Kindern eine bessere Welt zu bereiten. Nachhaltig zu leben kann unheimlichen Spaß machen und man spart sich sogar noch einiges an Geld…

Nachhaltig essen mit der Familie

Der Einkauf biologisch angebauter Lebensmittel ist schon mal ein guter Weg in Richtung Nachhaltigkeit. Wer außerdem regional einkauft, unterstützt die Landwirtschaft vor Ort. Außerdem kann man bei seinem Bio-Bauern oder auf dem Wochenmarkt Lebensmittel unverpackt oder in Pfandgläsern kaufen und Verpackungsmüll sparen. Sich nachhaltig und biologisch zu ernähren ist nicht unbedingt teurer, wenn man saisonal angebaute Lebensmittel kauft, weniger Fleisch und Fisch isst, überteuerte Fertiggerichte und sämtlichen Süßkram im Regal lässt. In nahezu jeder Stadt gibt es inzwischen Foodsharing- bzw. Lebensmittelretten-Initiativen. Dort kann man sich aktiv beteiligen und Lebensmittel vor der Tonne retten oder sich an den Fair-Teilern mit kostenlosen Lebensmitteln versorgen. Im Spätsommer und Herbst findet man in freier Natur viele Obstbäume und Sträucher. Es ist schön, mit seinen Kindern Äpfel, Birnen, Pflaumen, Heidelbeeren, Mirabellen etc. zu sammeln, sich einen Vorrat an selbst gekochten Marmeladen und Fruchtmusen anzulegen und die ganzen alten Schraubgläser sinnvoll zu recyceln. Orientierung findet ihr auf mundraub.org und tolle Rezepte für Kinder in dem Buch Landschaft schmeckt.

Nachhaltig konsumieren…

… heißt, sich bei Neuanschaffungen fragen, ob es wirklich sein muss oder ob es lediglich eine Ersatzbefriedigung ist. Kaputte Gegenstände lassen sich reparieren. Vielleicht nicht gerade beim Händler, aber bei findigen Tüftlern in einem Repair-Café. Ist das nicht möglich, stellt sich die Frage, ob das Teil unbedingt neu sein muss oder ob es auch schon einem anderen gehört haben darf. Der Gebrauchtwarenmarkt ist riesig und überall gibt es Gebrauchtwarenläden, Sozialkaufhäuser, Flohmärkte oder Tausch- bzw. Umsonstläden. Dort findet ihr alles, was die Familie braucht: Bücher, Geschirr, Spielzeug, Deko, Elektrogeräte usw. Man unterstützt dadurch ganz nebenbei schöne Ideologien und oftmals auch einen guten Zweck. Für alle, die etwas außerhalb wohnen, lohnt sich ein Blick ins Internet. Bei Online-Auktionshäusern oder Kleinanzeigen macht man gute Schnäppchen. Und wenn man sein Schnäppchen persönlich abholt, lernt man nette Menschen kennen.

Sich nachhaltig kleiden

Wer gebrauchte Kleidung kauft oder tauscht liegt absolut im Trend! Kinderflohmärkte bzw. –basare, kleiderkreisel.de, mamikreisel.de und Kleidertauschpartys für Kinder und Erwachsene erfahren regen Zuspruch. Es macht Spaß, in einer lockeren Atmosphäre neue Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires zu ergattern. Es gibt keine Kleidertauschparty in eurer Nähe? Dann organisiert doch eine…
Und wenn es schon ein neues Kleidungsstück sein muss, dann könnt ihr darauf achten, dass es nachhaltig und ohne Kinderarbeit produziert wurde.

Nachhaltig reisen

Es muss nicht immer der typische Pauschalurlaub in ferne Länder sein. Auch in eurer Nähe findet ihr bestimmt ein schönes Örtchen, an dem ihr euch als Familie entspannen könnt. Schon bei der Anreise kann man auf Nachhaltigkeit achten. Der Weg kann das Ziel und eine Bahn- oder Busreise kann für Kinder ziemlich spannend sein. Campen bzw. Zelten ist ziemlich angesagt und wer es etwas komfortabler haben möchte, dem seien Biohotels empfohlen. Dort gibt es gesundes Essen, viel Natur und oft ganz spannende alternative Freizeitangebote für die ganze Familie.

Mehr Inspirationen und Tipps fürs nachhaltige Leben findet ihr zum Beispiel in diesen Büchern:

Duve, Karen (2012): Anständig essen. Ein Selbstversuch. Goldmann Verlag, München
Schweisfurth, Georg (2015): Nachhaltig leben für alle. Bewusster essen, kaufen, reisen, wohnen. Irisiana Verlag, München
Bunk, Anneliese/ Schubert, Nadine: Besser leben ohne Plastik, Oekom Verlag, München

Foto: Jürgen Fälchle – Fotolia.com

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