Online-Dating: Vorsicht vor schwarzen Schafen und Mogelpackungen
Via Internet tummeln sich doch nur Sitzengebliebene, Betrüger und Psychopathen hören Singles, die sich zum Online-Dating bekennen, immer wieder. Man solle doch lieber die Finger davon lassen. Es gibt zwar jede Menge toller Singles im Netz, aber auch ein paar schwarze Schafe und Mogelpackungen.
Die Dating-Experten Felicitas Heyne und Marcel Heyne-Guillén haben eine Typologisierung unterschiedlicher Männer vorgenommen, von denen Frauen lieber die Finger lassen sollten:
Der Kettenbriefschreiber verschickt immer dieselbe Mail an viele Frauen. Er geht nicht auf das einzelne Profil ein, sondern berichtet nur von sich oder schreibt beispielsweise „Hallo, ich würde Dich gerne kennen lernen, ich finde Dich interessant.“. Er investiert weder Zeit noch Einfallsreichtum bei der Partnersuche.
Fällt die Anfrage noch kürzer aus, könnte sie von einem Faulpelz kommen, der lediglich einen Smiley oder ein „Hallo!“ versendet. Der Faulpelz ist nicht nur unromantisch, sondern faul und nicht ernsthaft interessiert.
Der Egomane ist das Gegenteil vom Faulpelz, denn er schreibt seitenlang nur über sich und sein Leben, seine Vorstellungen und seine Ansichten über Gott und die Welt. Die Frau interessiert ihn nicht so sehr.
Bezeichnet sich ein Mann dem Profilnamen nach als „Hengst“, „Checker“, „Pussykiller“, „Superboy“ oder ähnliches, handelt es sich um den Typ mit dem eindeutig zweideutigen Nickname. Er ist ein Narzisst mit übersteigertem Selbstwertgefühl und kein Mann zum gemeinsamen Altwerden.
Es gibt ferner den Unverschämten, der auf jegliche Höflichkeits- und Anstandsregeln verzichtet, sondern Frauen subtil oder ganz direkt verletzt. Er ist aggressiv, frech, unverschämt und beleidigend, wenn die Frauen nicht so reagieren wie er sich das vorstellt. Dieser Mann möchte sich selbst aufwerten, indem er andere abwertet und ist zu einer gleichberechtigten Liebesbeziehung kaum fähig.
Der es-ist-schwierig-Single kann zu seinem Familienstand keine verbindliche Angabe machen und vermutlich landet die Frau in einer Dreiecksbeziehung, wenn sie sich darauf einlässt. Er bezeichnet sich sogar als „getrennt lebend“, wenn die Freundin nur alleine verreist ist.
Der geheimnisvolle Unbekannte hat kein Foto von sich eingestellt und möchte möglichst nicht erkannt werden. In der Regel ist er verheiratet und hat sogar Kinder. Der Verheiratete, der lediglich seinen Markwert überprüfen möchte, gibt seine Festnetznummer nicht heraus, meldet sich nur tagsüber zu den Bürozeiten oder zwischen Mitternacht und dem Morgengrauen und hat nie Zeit, sich am Wochenende zu treffen.
Die Autoren beziehen diese Typologisierung auf Männer, aber ich denke, es lässt sich auch ein entsprechendes weibliches Pendant finden. Zudem sollten Singles hellhörig sein, wenn sie von ihrem Flirtpartner gezwungen werden, auf eine andere völlig überteuerte Kommunikationsform umzusteigen oder Geld für ein Treffen etc. vorzustrecken. Hier stehen lediglich finanzielle Interessen im Vordergrund und evtl. sogar professionelle Betrüger im Hintergrund.
Handelt es sich eindeutig um eines der schwarzen Schafe, dann sollte man die Anfrage einfach ignorieren und bei grober Belästigung das Mitglied melden/ den Kundenservice kontaktieren. Wenn man skeptisch ist, dann kann es sich lohnen, Internetrecherche nach dem Nickname zu betreiben. So lässt sich herausfinden, ob er oder sie noch bei anderen Online-Portalen registriert ist.
Kennt man den Vor- und Nachnamen, dann finden sich vielleicht noch andere Spuren im Netz. So erhält man möglicherweise wertvolle Zusatzinformationen über Beruf, Familie und dem tatsächlichen Aussehen oder kann die Angaben überprüfen.
Wenn sich das Profil als Mogelpackung herausstellt, sollten Singles weder Zeit noch Nerven oder gar Geld auf diese schwarzen Schafe verschwenden, sondern sich den ernsthaft Suchenden hinwenden. Und davon gibt es unter den Millionen von Singles genug.
Quelle: Heyne, Felicitas/Heyne-Guillén, Marcel (2010): In 90 Tagen zum Traummann. So fischen Sie Mr. Right aus dem Netz. Orell füssli Verlag AG, Zürich
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Veröffentlicht: 13. April 2011
