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Problematische Beziehungsmuster: Warum immer der Falsche?

Es gibt Menschen, die stets in schwierigen Partnerschaften leben: sie sind wieder und wieder „nur“ die Geliebte, verlieben sich in einen Alkoholiker nach dem anderen oder können ihre zerstörerische Eifersucht einfach nicht ablegen. Warum ist das so und was kann man dagegen tun?

Dysfunktionale Beziehungsmuster

Auch wenn sich die inhaltlichen Problemlagen unterscheiden, gibt es Merkmale, welche dysfunktionale Beziehungen aufweisen. Zunächst wiederholen sich in diesen Partnerschaften bestimmte Erfahrungen stets, obwohl die Partner wechseln. Die Beziehungsstruktur bleibt dieselbe. Ferner leiden die Betroffenen unter ihren Schwierigkeiten bei der Beziehungsgestaltung. Sie schaffen es nicht von selbst, aus negativen Erfahrungen zu lernen, damit sich die krankmachenden Partnerschaften nicht wiederholen. Im Gegenteil: sie scheinen davon wie von einem Magneten angezogen zu werden und fühlen sich ihrem Schicksal hilflos ausgeliefert. Manche denken nicht daran, den Fehler bei sich zu suchen, sondern schieben alles auf die soziale Umwelt. Diese Menschen können schlecht Verantwortung für sich selbst übernehmen. Doch manchen wird nach und nach bewusst, dass sie selbst das Problem mit verursachen. Und dieser Bewusstwerdungsprozess ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, nämlich sich professionelle Hilfe zu suchen. Psychotherapie setzt sich hier oft mit frühen Kindheitserfahrungen auseinander.

Kindheitserfahrungen und Beziehungsmuster im Erwachsenenalter

Der Grundstein für kompetentes zwischenmenschliches Verhalten wird in der frühen Kindheit gelegt. Sicher gebundene Kinder haben als Erwachsene vermehrt gesündere Partnerschaften und können ihre Bedürfnisse besser äußern. Ist das Kind auf eine Rolle innerhalb der Familie festgelegt, kann diese Einschränkung dazu führen, dass andere Interaktionsformen weniger geübt werden. Patienten berichten, dass sie sich beispielsweise schon immer untertänig fühlten, andere sollten die schwachen Eltern beschützen. Letzteres kommt häufig bei psychisch kranken Eltern vor. Manche Eltern möchten ihr Kind schonen und vermeiden jeglichen Konflikt, doch so kann keine Ablösung stattfinden und als Erwachsener haben sie es schwerer, sich mit jemandem auseinanderzusetzen oder sich gar zur Wehr zu setzen. Wiederum andere haben einfach Angst, neue Erfahrungen zu machen und suchen nach dem „vertrauten Elend“. Schon häufig kam bei meinen Beratungen heraus, dass die Betroffenen schlichtweg nach einem Happy-End suchen. Sie begeben sich so lange in immer dieselben schwierigen Beziehungsmuster, da sie fest an ein gutes Ende glauben. Das ist oft bei Frauen, die vom Partner geschlagen werden, so.

Sigmund Freud hat sich in seinem Konzept des Wiederholungszwanges mit dem Problem beschäftigt. Ihm nach wiederholen sich traumatische Erlebnisse ständig, da aufgrund der Verdrängung unbewusste Wünsche ins Bewusstsein drängen. Und diese werden wiederum verdrängt. Man sollte das in einer Therapie bzw. in einer Psychoanalyse aufarbeiten, um ein gesundes Beziehungsverhalten zu entwickeln.

Gesundes Beziehungsverhalten

Wichtig für eine gesunde Partnerschaft ist in erster Linie die psychische Stabilität beider Partner bzw. die Bereitschaft, sich bei einer psychischen Erkrankung helfen zu lassen. Zudem wissen beide, dass es unterschiedliche Beziehungsmöglichkeiten gibt und können zwischen schädigenden und förderlichen Verhaltensweisen unterscheiden. Die Partner nehmen sich als eigenständige Personen wahr und haben Werte, an denen sie festhalten. Wenn es Probleme gibt, stellen sie sich ihnen gemeinsam und arbeiten daran. Es ist nicht krank, zu einer Eheberatung zu gehen. Das zeigt vielmehr, dass die Partner Antennen besitzen, die ihnen signalisieren, bei Schwierigkeiten rechtzeitig einzugreifen.

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